Wenn Hans Bonkas, der Bundesvorsitzende des „Reichsbanners“, selbst gefragt wird, woher er die Ausdauer genommen hat, sich immer wieder für demokratische Werte einzusetzen und sich zwei Diktaturen zu widersetzen, antwortet er mit Heinrich Heine: „Anfangs wollt ich fast verzagen, und ich glaubt`, ich trüg es nie, und ich hab es doch getragen, aber frag mich nur nicht: wie?“
Im Alter von zwölf Jahren ist er in das „Jungbanner“ eingetreten, die Jugendorganisation des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Ziel der Mitglieder war es, die junge Weimarer Republik gegen rechts- und linksextreme Gegner zu verteidigen. Sie konnten den Nationalsozialismus nicht verhindern und mit 20 Jahren musste auch Hans Bonkas zum Militär. Bei einem Afrika-Feldzug wurde er so schwer verwundet, dass er wehrunfähig war.
Später, nach Ende des Krieges, arbeitete er in der Justizbehörde in Halle und schmuggelte Informationen über Sowjetbefehle und Verhaftungen zu Kurt Schumacher in den Westen. Die Folge: Sieben Jahre saß Hans Bonkas in Gefangenschaft.
Orden für eine "besondere Persönlichkeit"
Im Westen arbeitete er nach seiner Freilassung im hessischen Justizministerium und wurde dort Personalleiter.
Heute reist der 89-Jährige durch ganz Deutschland und gibt Geschichtsunterricht der besonderen Art: Er berichtet Schulklassen und Bundeswehrsoldaten von seinen Erfahrungen aus zwei Diktaturen. Er weiß, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Die Aufklärungsarbeit ist ihm nicht nur wichtig, sie ist seine Leidenschaft. Besonders freut es ihn deshalb, wenn ihn Briefe von Schulklassen erreichen, die ihm für seinen Besuch und seine persönlichen Schilderungen danken.
Der Hessische Verdienstorden am Bande ist nicht die erste Auszeichnung für Hans Bonkas. Neben dem Ehrenkreuz der Bundeswehr hat er das Bundesverdienstkreuz bereits erhalten. Seinen unermüdlichen Kampf um demokratische Werte setzt er fort. Ihm liegt daran, dass auch junge Menschen erfahren, was das Leben in einer Demokratie bedeutet und wie wichtig Völkerverständigung für den Frieden ist. „Er ist eine besondere Persönlichkeit“ sagte Hans-Uwe Hahn bei der Verleihung des Hessischen Verdienstordens am Bande.
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