Matschie zum Tag der Einheit und zur DDR-Vergangenheit Kein schwarz-weiß-Denken

von Thomas Köcher - 07.10.2009
Der Thüringische SPD Landesvorsitzende, Christoph Matschie, war Festredner zum Tag der Deutschen Einheit auf „Point Alpha“. Darin beschrieb er den richtigen Umgang mit der Vergangenheit der Deutschen Demokratischen Republik. Er gehörte zu den Gründern der Ostdeutschen SPD (SDP) im Herbst 1989.

Zu Beginn der Feierstunde begrüßte Uta Thofern, Direktorin der Point Alpha Stiftung, die Gäste. „Freiheit zu gestalten und zu ertragen, ist manchmal schwierig. Noch schwieriger ist es, für sie einzutreten. Aber ohne die Freiheit ist alles nichts,“ konstatierte sie.

Vor dem Festakt hatten Vertreter der thüringischen und hessischen Landesregierungen am Gedenkkreuz am ehemaligen Todesstreifen Kränze zum Gedenken an die Opfer der deutschen Teilung niedergelegt. Unter großem Beifall stellte Christoph Matschie in der ehemaligen Fahrzeughalle des US-Camps eindeutig klar: „Die DDR war ein Unrechtsstaat – wer könnte daran zweifeln, gerade an diesem Ort, wo Menschen auf der Flucht vor dem Regime ihr Leben lassen mussten.“

Diese Wahrheiten müsse man aussprechen, mahnte er weiter. „Unrecht muss Unrecht genannt werden.“ Allerdings dürfe dies nicht dazu führen, dass DDR- Bürger ihre Herkunft verleugnen müssten. Die Losung, dass das Leben in der DDR vor 1989 nichts wert gewesen sei, ist falsch. „Es ist etwas faul in der Erinnerungskultur, wenn nur das Negative gesehen wird“, stellte Christoph Matschie klar.

In seinen persönlichen Erinnerungen an die Wendezeit ging der studierte Theologe auf die Ereignisse in Jena im Jahr der friedlichen Revolution ein. Er erinnerte an die Probleme, Flugblätter zu drucken und die Menschen auf die Straße zu bringen. Aber auch an die Ängste, Hoffungen und Utopien jener Zeit rief er ins Gedächtnis zurück. Was ihm heute noch vor Augen stehe, seien der Enthusiasmus und der Aufbruch in den Gesichtern seiner Landsleute:
„Aus der grauen Masse der Gedemütigten und Geduckten wurde ein Volk, das den aufrechten Gang probte.“

Eine Lehre aus 1989 sei für ihn die Erkenntnis, dass „Veränderungen möglich sind, selbst wenn sie völlig unmöglich erscheinen“, lautete Matschies Fazit.

Der stellvertretende Vorsitzende des Siftungsrats der Point- Alpha- Stiftung, Berthold Dücker, lobte Matschie für sein mutiges Handeln im Herbst 1989.

(Pressemitteilung SPD-Wartburgkreis)

Weitere Informationen:

http://spdnet.sozi.info/thueringen/wartburgkreis/index.php?nr=7045&menu=...
 

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Bundesland: Thüringen  
AutorIn: Thomas Köcher  

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