Dort verbringt Hermine Hofmann heute ihre Tage im Seniorenheim Rosengarten in der Friedrich-Ebert-Straße. Sie selbst fällte aus freien Stücken die Entscheidung zum Umzug, da es ihr trotz Hilfen schlicht zu viel wurde, ihren Haushalt in Edingens Hauptstraße 139 zu führen.
Friedrich Ebert war bekanntermaßen Sozialdemokrat, wie es die beiden Bürgermeister ebenfalls sind. Das passt zu Hermine Hofmann, die der SPD seit 63 Jahren angehört und von 1948 bis 1951 sowie von 1962 bis 1968 Mitglied des Edinger Gemeinderats war. 2006 erhielt sie die Willy-Brandt-Medaille, die höchste Ehrung, die die Partei zu vergeben hat. Politisches Interesse und Engagement wurden ihr sozusagen in die Wiege gelegt, denn ihr Vater Julius
Helmstädter war 1907 der Mitbegründer des damaligen SPD-Ortsvereins Edingen, langjähriger Vorsitzender und Gemeinderat, der 1945 im Konzentrationslager Dachau seinen Widerstand gegen die Nationalsozialisten mit dem Leben bezahlte.
Viele weitere gemeinsame Jahre
Ein Gratulationsschreiben kam auch aus Berlin, vom neuen SPD-Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel. Eine Formulierung darin erregte Heiterkeit: "Wir danken dir und freuen uns auf viele weitere gemeinsame Jahre." Aber wer die Jubilarin erlebt, hält das nicht für unmöglich. "Es steht nicht in unserer Macht", meinte Hermine Hofmann dazu schlicht.
Neben den Bürgermeistern war auch SPD-Prominenz aus Edingen-Neckarhausen erschienen: Ortsvereinschef Michael Bangert, Kreisrat und Fraktionsvorsitzender Thomas Zachler, Altgemeinderat Georg Mildenberger und Georg Kohler, ebenfalls langjähriger Gemeinderat und der zweite Träger der Willy-Brandt-Medaille im Ort. Roland Marsch überreichte der Jubilarin ein von Mildenberger gemaltes Aquarell, eine Ansicht der Edinger Hauptstraße um
Wenn das Bild in ihrem Zimmer hänge, könne sie immer auf die alte Heimat schauen. Ladenburgs Bürgermeister Rainer Ziegler überbrachte die Glückwünsche der Stadt in Reimform, die des Ministerpräsidenten (ungereimt) sowie einen "gesunden Korb" mit Obst und anderen feinen Sachen. Und das Stadtoberhaupt freute sich schon auf ein Wiedersehen: "Ab dem Hundertsten komme ich nämlich jetzt jedes Jahr zu Ihrem Geburtstag."
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