„Ein Zeichen setzen“, nannte Jan Stöß das Ziel der Mahnwache, die von der SPD Friedrichshain-Kreuzberg unterstützt wurde. In der Vergangenheit ist es im Bezirk immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen auf Schwule, Lesben und Transsexuelle gekommen. „Friedrichshain und Kreuzberg sind leider nicht die Insel der Seeligen, für die manche unseren Bezirk in Sachen Toleranz halten. Wir müssen Solidarität mit den Gewaltopfern zeigen“, forderte daher der SPD-Kreisvorsitzende.
Neben der SPD und den Landesvereinigung der Schwulen und Leben in der SPD („Schwusos“) riefen auch Bündnisse und Vereine wie „Maneo“ und der Berliner Lesben- und Schwulenverband (LSVD) auf, zu zeigen, dass Gewalt gegen Homosexuelle weder gebilligt, noch schweigend hingenommen wird. So trafen sich die Teilnehmer der Mahnwache am vergangenen Freitag um 19 Uhr am Spanienkämpferdenkmal im Volkspark Friedrichshain.
Ein runder Tisch für den Bezirk
Der Ort war mit Bedacht gewählt: Erst eine gute Woche zuvor, in der Nacht des 26. Juni, war es in dem Park zu mehren schwulenfeindlichen, willkürlichen Übergriffen gekommen. In Berlin nimmt die Gewalt gegen Homosexuelle zu. „Maneo“ hat ein Überfalltelefon eingerichtet, bei dem Betroffene Angriffe melden können. Der Verein unterstützt die Opfer schnell und unbürokratisch. Diese Möglichkeit wurde 2008 von 186 Menschen genutzt, 2009 meldeten sich 225 Opfer.
Für die Opfer ist die Solidarität ihrer Mitmenschen wichtig. „Durch die Mahnwache symbolisierten die Demonstrantinnen und Demonstranten: Homophobe Gewalt in unserem Bezirk? Das darf nicht sein“ sagt Björn Eggert, Mitglied der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenvertretung Friedrichshain-Kreuzberg. Diese unterstützt das Ansinnen des Bezirksamts einen „runden Tisch“ einzurichten, der sich mit dem größer werdenden Problem homophober Gewalt befasst.
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