„Das Sozialticket ist ein wichtiges Mittel, um einkommensschwächeren Leipzigerinnen und Leipzigern Chancen und Teilhabe in unserer Stadt zu gewährleisten“, sagt die Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD Leipzig, Daniela Kolbe. Die Leipziger Sozialdemokraten sind sich sicher: Das Sozialticket ist ein Erfolgsmodell. Beinahe jeder zweite Anspruchsberechtigte nutzt die Möglichkeit, kostengünstig und umweltfreundlich zum Arbeitsplatz, zur Kindertagesstätte oder zur Schule zu kommen. Denn „gerade für Leipzigerinnen und Leipziger, die Vollzeit arbeiten und trotzdem auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, ist das Ticket unverzichtbar“, so Kolbe.
Seit dem 1. August 2009 können Menschen mit geringem Einkommen zum Preis von 26 Euro im Monat vergünstigt innerhalb Leipzigs öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Die Initiative für ein Sozialticket geht zurück auf einen Antrag der Kreistagsfraktionen von SPD, Grünen und Linkspartei. Unter dem Motto „Wer an der Gesellschaft teilhaben will, muss auch hinkommen können“ unterstützte die SPD Leipzig dieses Ansinnen.
„Der 1. August ist ein Meilenstein der kommunalen Sozialpolitik in Leipzig. Und zugleich Ansporn dafür, in einem nächsten Schritt nach der Landtagswahl auf Landesebene ein Mobilitätsticket in Sachsen einzuführen,“ kommentierte vor einem Jahr der SPD-Stadtvorsitzende Gernot Borriss die Einführung des Tickets.
Kritik an einer Streichung des Tickets
Dennoch: Es gibt auch Kritik am Leipziger Sozialticket. Angesichts klammer kommunaler Kassen ist eine weitere Finanzierung mehr als fraglich. So plante die Leipziger Stadtkämmerin Bettina Kudla (CDU) nur einen knappen Monat nach Einführung des Sozialtickets wieder dessen Streichung aus dem städtischen Etat. Dagegen erhob sich erbitterter Widerstand in den Reihen der SPD: „Beim Sozialticket hat sich der Stadtrat für eine zweijährige Erprobungsphase entschieden, die – zumindest – muss nun auch gelten. So kann man nicht mit den vielen Bürgerinnen und Bürgern umgehen, die sich mit ihrer Unterschrift für die Einführung des Sozialtickets ausgesprochen haben“, so der Leipziger SPD-Chef Boriss.
Eine Streichung des Sozialtickets kommt für die Sozialdemokraten nicht in Frage, vielmehr fordern sie sogar eine Ausweitung eines Tickets für ganz Sachsen. Die Städte Dresden, Chemnitz sowie der Landkreis Nordsachsen prüfen bereits die Einführung eines ähnlichen Fahrausweises. Unterstützung für dieses Ansinnen kommt dabei vom SPD-Landesverband Sachsen: „Mit der Ausweitung dieser Idee auf ganz Sachsen wollen wir sicherstellen, dass insbesondere Geringverdienende, Rentner, Familien mit Kindern, Alleinerziehende und sozial Schwache am sozialen und kulturellen Leben teilhaben können. Mobilität ist ein entscheidender Faktor, um sozialer Isolation und Ausgrenzung entgegenzuwirken“, betont der ehemalige SPD-Landesvorsitzende Thomas Jurk.
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