Mehr als 400 Gegendemonstranten zeigten ihren gewaltfreien und bunten Protest rund 250 Neonazis der „Jungen Nationaldemokraten“, der Jugendorganisation der NPD, die unter dem Motto „20 Jahre Wende – Wir sind das Volk“ am vergangenen Samstag nach Halle (Saale) mobilisiert hatten.
Die Zahl der Teilnehmer an der JN-Demonstration blieben weit hinter den Erwartungen der Neonazis zurück. Trotzdem kann nicht uneingeschränkt von einem guten Tag für ein demokratisches Zusammenleben in Halle gesprochen werden, da die angewendete Polizeistrategie nicht frei von Kritik bleiben kann. Außerdem waren 400 Gegendemonstranten für eine Großstadt wie Halle entschieden zu wenig.
Aus Sicht der Jusos Halle (Saale) muss es möglich sein, dass die zivilgesellschaftlichen Demonstranten den Neonazis – getreu dem Motto ‚Gesicht zeigen’ – direkt und gewaltfrei gegenüber treten können. Für zukünftige Demonstrationen gegen Aufmärsche von Rechtsextremen würden wir uns deshalb wünschen, dass eine enge und auf gegenseitigem Vertrauen basierende Kooperation zwischen Polizei und Demonstranten dazu führt, dass die Neonazis auch mit eigenen Augen sehen, dass niemand mehr in Deutschland sie und ihr Gedankengut haben will.
Innenminister Holger Hövelmann (SPD) beleuchtete die Möglichkeiten, rechtsradikalen Geschichtsmissbrauch zu verhindern, noch von einer weiteren Seite: „Wir werden dafür sorgen, dass an bestimmten historischen Tagen und bestimmten historischen Orten in Sachsen-Anhalt Versuche einer Geschichtsumschreibung durch wie auch immer geartete Neonazidemonstrationen nicht zugelassen werden.“
(Pressemitteilung Jusos Halle/Saale)
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