Kommunalwahlen in Recklinghausen Cerny sieht Mannschaft gut aufgestellt

von Red. - 29.08.2009
Noch wenige Stunden vor der Entscheidung kämpft Frank Cerny um jede Stimme. Morgen sind Kommunalwahlen in NRW. Dann will er Bürgermeister der Ruhrgebietsstadt Recklinghausen sein.

vorwärts.de: Herr Cerny, Sie treten in Recklinghausen gegen den Amtsinhaber an und wollen der nächste Bürgermeister von Recklinghausen werden. Was hat ihr Vorgänger falsch gemacht?
Frank Cerny: Erforderliche Sanierungsmaßnahmen in den einzelnen Stadtteilen werden derzeit nicht nach Notwendigkeit und Dringlichkeit durchgeführt, sondern nach
Gutsherrenart. Auch will sich der derzeitige Amtsinhaber mit der
kostenintensiven Wiederherstellung des Recklinghäuser Saalbaus ein Denkmal
setzen, welches niemand benötigt. Wir brauchen wieder eine Politik für die Gesamtstadt. Deshalb sind für mich alle Stadtteile gleich wichtig, egal wie weit entfernt sie vom Recklinghäuser Rathaus liegen. Deshalb werde ich nach der Wahl gemeinsam mit den Mitgliedern der SPD-Ratsfraktion Projekte auf den Weg bringen, die schnell und nachhaltig wirken. Unsere Ansätze reichen von der Wohnumfeldverbesserung bis zu
durchdachten Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen, um die Lebensqualität in den
Stadtteilen zu verbessern.
Was glauben Sie, ist für die Bürgerinnen und Bürger bei der Kommunalwahl in Reklinghausen entscheident - sind es kommunalpolitische Themen über oder läuft es auf einen Parteien- oder Personenwahlkampf hinaus?
Beides trifft zu. Die Bürger wünschen sich klare Aussagen in den Bereichen
Bildung, Arbeit und Stadtentwicklung. Deshalb setze ich mich zum Beispiel für
die Einführung eines beitragsfreien Kindergatenjahres in Recklinghausen ein.
Wir wollen damit die Familien, aber auch die Alleinerziehenden in
unserer Stadt spürbar entlasten. Neben den Zielen sind aber auch Personen erforderlich, die diese Politik an der Spitze der Stadt und im Rat kompetent vertreten können. Deshab trete ich mit einer Mannschaft an, die diese Aufgaben erfolgreich
anpacken wird.

Wo sehen Sie das größte Entwicklungspotentiial für die Stadt Recklinghausen, wo sehen Sie Ihre Stadt im Ruhrgebiet in zehn Jahren?
Erstens ist Recklinghausen DIE Einkaufsstadt im nördlichen Ruhrgebiet.
Allerdings müssen wir aufpassen, dass durch die geplante Ausweitung der
Einzelhandelsfläche (Stichwort: "Recklinghausen Arcaden") nicht verschiedene
Quartiere unserer schönen Altstadt abgehängt werden und schließlich verloren
gehen. Deshalb brauchen wir zukünftig ein Bündel von Maßnahmen, mit denen
wir auf unsere Attraktivität in allen Bereichen der Stadt hinweisen.
Zweitens ist die Gesundheitswirtschaft schon jetzt die beschäftigungsstärkste
Dienstleistungsbranche unserer Stadt. Momentan werden aber die vorhandenen
Chancen nicht konsequent genutzt, denn es nehmen mehr Leute
Gesundheitsleistungen außerhalb von Recklinghausen in Anspruch, als Patienten
in unsere Stadt einpendeln. Das muss sich zukünftig ändern durch eine
besssere Vernetzung unserer drei ansässigen Krankenhäuser, ergänzt um
Medizinische Versorgungszentren in Innenstadtnähe. Experten gehen davon aus,
dass dadurch bis zu 700 neue sozialversicherungsplichtige Arbeitsplätze neu
entstehen können. Drittens haben wir eine mittelständische Wirtschaftsstruktur, die auch heute noch viele Aufträge aus dem Bergbau erhält. Deshalb stehe ich klar zu einer Fortführung des Steinkohlenbergbaus über 2018 hinaus, damit uns dieser wichtige Wirtschaftszweig erhalten bleibt und wir uns außerdem ein Stück energiepolitische Unabhängigkeit bewahren können. Kurzum: Handeln wir klug und vorausschauend, dann wird Recklinghausen auch in 10 Jahren ein bedeutendes Mittelzentrum mit Oberzentren-Charakter im nördlichen Ruhrgebiet sein.

Das Interview führte Michelle Schumann

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Bundesland: Nordrhein-Westfalen  
AutorIn: Red.  

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