Essay zu Demokratie im Netz Wie kann eine politische Bewegung noch effektiver und demokratischer werden?

von Igor Eidman - 01.02.2010

 In den nächsten Tagen Wochen werden wir im unregelmäßigen Abstand auf vorwärts.de Meinungsbeiträge, Interviews und Hintergrundberichte zum Thema Netzpolitikveröffentlichen, um die Debatte in- und außerhalb der Sozialdemokratie voranzubringen. Wer Interesse hat, selber einen Beitrag zu veröffentlichen, meldet sich bitte bei der Redaktion.

Wie kann eine Partei mit Hilfe des Internets noch erfolgreicher werden? Auf welche Weise können Sympathien großer Auditorien in einem sozialen Netz gewonnen werden? Antworten auf diese Fragen versuchen derzeit nicht nur deutsche Sozialdemokraten, sondern auch die meisten Parteien anderer Länder der Welt zu finden.

Eines der ersten Ergebnisse der Zusammenarbeit vieler Menschen im Internet war die Wikipedia. Das Vorhaben die Welt zu verändern  ist aber ein noch sehr viel stärkeres Ziel für eine Zusammenarbeit, als der Wunsch, die Welt nur in einer Enzyklopädie zu beschreiben.

Die Internet-Weltgemeinschaft wird als eine „zweite Supermacht“ bezeichnet. Bereits heute kann sie die Weltordnung beeinflussen. Politische Zusammenarbeit, Selbstverwaltung, Konsolidierung der Gleichgesinnten im Netz – sind Prozesse, die in der nahen Zukunft die politische Weltlandschaft verändern können.

Parteien, die es schaffen, sich in diesen Prozess zu integrieren, werden eine noch mehr höhere Arbeitsqualität erreichen und eine Unterstützung bei den jungen Wählern finden, denen die Zukunft gehört.

Noch erleben die Experimente mit der Parteidemokratie im Internet ihren Anfang. Diese werde von verschiedenen jungen und extravaganten Parteien (wie der europäischen „Piraten-Partei“ oder der australischen „Senator On-Line“ Partei) durchgeführt.

Ein Durchdringen der Netztechnologien in die Politik ist jedoch nicht zu stoppen. Mit der Zeit werden deshalb auch einflussreiche politische Parteien die Netzdemokratie und die Verwaltung mit Hilfe des Internets annehmen. Gewinnen werden die, die unter der ersten Pionieren sind.

Die Ideologie der direkten e-Demokratie, basierend auf Gleichheit, dem Antielitarismus und der Bekämpfung der sozialen Privilegien, ähnelt sich sehr dem linken ideologischen Paradigma.

Die SPD ist eine der ältesten Parteien in Europa mit hoher Autorität. Als ehemals führende Partei der sozial-demokratischen Bewegung, wäre es selbstverständlich, sich in der neuen Phase der sozialen Entwicklung zu etablieren und zu den ersten unter den e-Demokratie-Pionieren zu gehören. 

Gewähr des Erfolges - Demokratie

Es gibt zwei Hauptkriterien, mit deren Hilfe die Arbeitsorganisation einer beliebigen modernen Partei bewertet werden kann.

Channel: Internet  

Herrn Eidman...

Bild von Jürgen E. Gesang

Ja,sorry, schöne Sprüche. Kaum eine Zeile zu bemerken, an der so etwas wie innengesteuérte Leidenschaft festzustellen ist. Leider. Las sich wieder mal, wie sonst zu viele Beiträge aus anderen Parteien auch, viel zu theorielastig, zu viel substantiviert, ein echtes Interesse am Dialog kam für mich hier nicht rüber.

Also nichts, was man/ ich nicht schon längst kenne. Ja und zuletzt wäre noch anzumerken, und das scheint mir die in 62 langen Jahren tradierte Berufskrankheit aller Mitglieder aller Parteien zu sein: Nichts und niemand ist in jedweder Sicht der Parteiobrigkeit so derart lästig wie der so gen, "mündige Bürger", den letztlich ja ernsthaft niemand wirklich herbeisehnt, auch in der SPD nicht.
Zu tief ist in fast allen Köpfen - nicht nur - der SPD verankert, dass die Herrschaft und ihre Ausübung tagtäglich nur der HErrschaft zusteht, ja nur ihr allein ziemt !

Das mag sich nun unbequem lesen, sicher auch bereits oft gehört, gar ein wenig altmodisch klingen mags auch, aber die Tatsache bleibt dennoch bestehen, denn dieser Text des Herrn Eidman machts trotz aller guten ABsichten wieder deutlich: Die streng rational aufzuarbeitenden
emotionalen, persönlich bedingten " Charakterdefizite", kumuliert in 62 Jahren, durchtränkt bis in die sozialdemokratischen Familienzellen hinein, festsitzend in den Hirnen der Beamten- und ihnen sehr ähnlichen Ständen; all diese Phänomene scheinen allen (???) Mitgliedern im Bund und in den Ländern ein Buch mit 700 Siegeln zu sein. Wir leben in Zeiten der sensiblen PSYCHOLOGISIERUNGEN ( individuell !! ) , nur wills oder kanns bis zum heutigen Tage so recht keiner begreifen.

Sorry, Herr Eidman oder auch liebe Parteispitze, so wird das nichts. ABer selbst wenn die SPD ein ähnliches MARKETING GETÖSE inszeniert, oder etwaige AUftritte garniert mit zuckersüßen, schnuckeligen fastnackten Teenies einzustimmen versucht, wie seinerzeit - fast - " DAS GUIDO" ( zitiert nach Urban Priol:) ),
ja dann kehrt eben nach der Wahl der Schock der eiskalten Duschen ein, der Ernüchterungen und des kindischen wilden Rumflatterns, und das umso erschütternder und man landet dann wieder voll aufm Arsch...
Und kommt aus dieser kauernden Haltung der allzu lieb gewonnen SICHT VON OBEN nicht mehr raus.

Bis hierhin ja immerhin alles selbst verursacht. Selber Schuld, möchte ich beinahe sagen.

Das soll doch wohl hoffentlich nicht DER WEG der Erleuchteten sein, oder doch ? :):):)

Schöne Grüße, Jürgen E. Gesang, Hamburg

SPD ist zu schwerfällig

Bild von Anonymwillerbleiben

Die SPD ist wie eine Spanische Galere und die Piraten eine englische Fregatte. Schöner Artikel voller Hoffnung. Aber wenn man sich die Mitgliederstruktur der SPD anguckt, und solche demokratischen Systeme wie im Artikel jetzt haben möchte, dem bleibt nur der Übertritt zu den Piraten.

kleine Richtigstellung

Bild von SteffenO

Sehr Interessanter Artikel aber mindestens ein Fehler hat sich eingeschlichen:

Eine Piratenpartei gibt es jeweils in Österreich, Deutschland und der Schweiz:
http://www.piratenpartei.at/
http://www.piratenpartei.de/
http://piratenpartei.ch/

und Piratenparteien gibt es in vielen Ländern aber es gibt noch keine Europäische Piratenpartei, denn supranationale Parteien gibt es noch nicht (vgl. Ipsen http://www.ipsen-staatsrecht.uos.de/pd_fx_05.pdf ganz am Ende).

Der hier verwendete Link zeigt aber zu Pirate Parties International, der weltweiten Dachorganisation der Piratenparteien, die aber selber keine Partei sondern eine NGO ist.

MfG
Ein Vorstandsmitglied der PPI

Vielen Dank für die

Bild von eidman

Vielen Dank für die Richtungstellung. Ich weiß das alles. Der Feller - das Ergebnis des Missverständnisses mit der Übersetzung. Ich meinte die Piratenparteien verschidener Länder Europas. Entschuldigung.

Innerparteiliche Demokratie

Bild von Friedrich

Der Artikel ist eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Möglichkeiten digitaler Parteiarbeit. Er fällt explizit nicht mehr der Versuchung anheim, das Web als ein weiteres Werbemedium zu missachten. Das Internet wird bald einer der Arbeitsorte jeder Partei sein. Aber nur wer versteht wie man die Arbeitsweise von Wikipedia & co. für die eigene Partei nutzt, wird auf Dauer von denen Ernst genommen werden, die mit dem Netz aufwachsen.

Ich möchte den Autor gerne auf den Verein Liquid Democracy e.V. (http://liqd.net) verweisen. In diesem überparteilichen Kind der Piraten versuchen wir technisch wie sozial Werkzeuge zu entwickeln, die eine digitale, demokratischere Parteiarbeit ermöglichen sollen. Diese Diskussion muss auch die SPD führen, wir würden uns dabei gerne als Gesprächspartner anbieten!

eine schöne Analyse dessen,

Bild von Siegfried Schlosser

eine schöne Analyse dessen, was (nicht nur) in der SPD seit Jahren falsch läuft, und ein schöner Hinweis auf das, was die (hier nicht explizit genannte) Piratenpartei Deutschland anders (und offensichtlich besser) macht.

Tja.
Bürokraten verstehen es, den Wahlprozess zu manipulieren und den für sie geeigneten Führungsbestand auszuwählen.

Daran wird es scheitern. Mit dem derzeitigen "Führungs"-Personal wird das nix. Als ehemaliger SPD-Stammwähler sag ich da "leider", als aktiver und hochzufriedener Pirat sag ich "gut so"...

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