Wer arbeitet muss mehr verdienen als........ ich kann es nicht mehr hören!

von Michael Schmidt - 03.03.2010
Wer arbeitet muss mehr haben als……… …..das kann man schon nicht mehr hören, fehlt es doch in keinem Statement der Politiker egal welcher Couleur!

Doch  keiner hat bisher schlüssig erklärt, wie er das bewerkstelligen will. Die SPD ruft – mit Rechte - nach flächendeckenden Mindestlöhnen und wird von Regierungsseite mit dem Vorwurf gekontert,selbst die Niedriglöhne erst verursacht zu haben und eben jetzt mit Mindestlöhnen Arbeitsstellen zu vernichten. Schwarz-Gelb würde am liebsten die Hartz-IV-Sätze absenken, um so eine größere Differenz zu Einkommen aus Vollzeitarbeit herzustellen. Ganz quer sind dann noch die Rufe die Zuverdienstgrenze zu erhöhen, wo doch jeder weiß, dass dadurch nur noch mehr Minijobs geschaffen werden und der Anreiz zur Vollzeitarbeit sinkt.

 

Was sollen also die ständigen Wiederholungen "Wer arbeitet muss mehr verdienen als jemand der nicht arbeitet", wenn keine Vorschläge unterbreitet werden, wie man das erreichen will. In der jetzigen, von Guido Westerwelle hysterisch geführten, Kampagne wird auch nicht differenziert zwischen Arbeitslosen die in Hartz IV „gelandet“ sind und den ehemaligen Sozialhilfeempfängern, die sich teilweise schon Generationen in diesem Status halten und zum Teil auch eingerichtet haben. Gerade das macht die Ernsthaftigkeit von Westerwelles Argumentation zunichte und offenbart, dass es hier lediglich darum geht, Stammtischwähler zu gewinnen.

 

Vergessen in der ganzen Auseinandersetzung wird, dass diese enorme Differenz zwischen Gutverdienern und Niedriglöhnern oftmals das Ergebnis langjähriger Fehler der Gewerkschaften ist.

 

Diese sind es doch, die durch ihre prozentualen Steigerungsforderungen erst die Schere zwischen Gutverdienern und Niedriglöhnen schaffen!

 

 Warum müssen immer diese Prozentpunkte her, wenn dadurch der Gutverdiener eine wesentlich größere reale Steigerung erhält und die unteren Lohngruppen mit „Peanuts“ abgespeist werden.  Warum also Oben immer noch was drauflegen, was Unten benötigt wird?

 

Wenn man weiß, dass 18 % der vollzeitarbeitenden Aufstocker im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, so wäre es doch eine vordringliche Aufgabe von „verdi“ hier in der Richtung zu verhandeln, dass die unteren Lohngruppen aufgebessert werden. Anstatt hier flächendeckend die Öffentliche Hand mit hohen %-Forderungen zu pressen und damit einen weiteren Stellenabbau zu provozieren, sollte Herr Bsirske mal von alten Gewohnheiten und Ritualen Abstand nehmen.  Die Metaller haben gerade vorgemacht, dass mit Realismus mehr zu erreichen ist, als mit hohem Pokern! Es kann natürlich auch sein, dass Herr Bsirske die Besserverdienenden braucht, weil diese ja den Großteil der Beiträge beisteuern.

 

Peinlich ist,  dass wir eine Regierung haben, die nur predigt „mehr Netto vom Brutto“ oder „wer arbeitet ..usw.“  und uns immer noch einen Lösungsvorschlag schuldig ist! Die Öffentliche Hand ist auch aufgefordert, das ihre zu tun, um diese Missstände abzubauen!

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Tags: Mindestlohn  Hartz IV  Arbeit  

Denke ich auch: Wer arbeitet muss mehr verdienen als..

Bild von Anonymous

Einfach die Niedriglöhne erhöhen, wohlgemerkt nur die Niedriglöhne. Dadurch wird die Arbeit wieder honoriert. Man muss die Löhne und Gehälter in der Privatwirtschaft mit denen vom Staat gezahlten Löhne und Gehälter vergleichen. Es darf mehr sein aber nicht weniger. Solange dies nicht erreicht ist, macht es moralisch keinen Sinn zu arbeiten. Wieso soll ich als Steuerzahler die Löhne im öffentlicher Dienst mitfinanzieren und dabei weniger verdienen für die gleiche Arbeit? Dabei müssen auch die Sachleistungen, Prämien, Kindergeld etc. etc. berücksichtigt werden. Solange das nicht so ist, werde ich mich vom Arbeiten drücken. Mein Ehrengefühl will es so. Lieber das Pokerturnier überfallen.

Wer arbeitet muss mehr verdienen als........ ich kann es nicht m

Bild von AnonymousW.Fischer

Ein sehr überzeugend verfasster Artikel, er spiegelt aber nur die halbe Wahrheit. Wenn man in großen Tageszeitungen als arbeitender Mensch lesen kann, daß eine Arbeiterin / Arbeiter die Hälfte des Jahres für den Staat arbeiten muß, und erst danach etwas für sich hat, finde ich es gelinde gesagt eine sauerei. Bei der SPD wie bei allen Parteien hat sich eins fest etabliert, wie kann ich den Arbeitenden Menschen immer mehr Lohn, Freiheit und Lebensfreude wegnehmen, bis die Menschen rebellieren. Alle sogenannten Volksvertreter, haben schon vergessen wie die DDR zu Fall kam???
Soviel zu diesem Artikel.
Danke
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Fischer

Ein halbes Jahr für den Staat arbeiten

Bild von Michael Schmidt

Diese Halbjahresgrenze ist ein Allgemeingut, gleiches finden wir auch in der Wirtschaft, dass erst nach einem halben Jahr - wenn es gut läuft - Erträge erwirtschaftet werden.

Eines darf man aber bitte nicht tun: Der Staat ist nicht der Gegner, wir sind der Staat! Das bedeutet, wir arbeiten im ersten Halbjahr für das Gemeinwohl und damit für uns alle und ermöglichen somit die Durchführung hoheitlicher Aufgaben ebenso, wie soziale Verpflichtungen.

Ob die Ausgabenverteilung immer sinnvoll ist, das ist eine andere diskussionswürdige Frage, doch für den Staat , d.h. für uns zu arbeiten sehe ich nicht als verurteilungswürdig!"

PS.: Einen zZusammenhang mit dem Fall der DDR kann ich in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehen.
Mit besten Grüßen
Michael Schmidt

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