Doch keiner hat bisher schlüssig erklärt, wie er das bewerkstelligen will. Die SPD ruft – mit Rechte - nach flächendeckenden Mindestlöhnen und wird von Regierungsseite mit dem Vorwurf gekontert,selbst die Niedriglöhne erst verursacht zu haben und eben jetzt mit Mindestlöhnen Arbeitsstellen zu vernichten. Schwarz-Gelb würde am liebsten die Hartz-IV-Sätze absenken, um so eine größere Differenz zu Einkommen aus Vollzeitarbeit herzustellen. Ganz quer sind dann noch die Rufe die Zuverdienstgrenze zu erhöhen, wo doch jeder weiß, dass dadurch nur noch mehr Minijobs geschaffen werden und der Anreiz zur Vollzeitarbeit sinkt.
Was sollen also die ständigen Wiederholungen "Wer arbeitet muss mehr verdienen als jemand der nicht arbeitet", wenn keine Vorschläge unterbreitet werden, wie man das erreichen will. In der jetzigen, von Guido Westerwelle hysterisch geführten, Kampagne wird auch nicht differenziert zwischen Arbeitslosen die in Hartz IV „gelandet“ sind und den ehemaligen Sozialhilfeempfängern, die sich teilweise schon Generationen in diesem Status halten und zum Teil auch eingerichtet haben. Gerade das macht die Ernsthaftigkeit von Westerwelles Argumentation zunichte und offenbart, dass es hier lediglich darum geht, Stammtischwähler zu gewinnen.
Vergessen in der ganzen Auseinandersetzung wird, dass diese enorme Differenz zwischen Gutverdienern und Niedriglöhnern oftmals das Ergebnis langjähriger Fehler der Gewerkschaften ist.
Diese sind es doch, die durch ihre prozentualen Steigerungsforderungen erst die Schere zwischen Gutverdienern und Niedriglöhnen schaffen!
Warum müssen immer diese Prozentpunkte her, wenn dadurch der Gutverdiener eine wesentlich größere reale Steigerung erhält und die unteren Lohngruppen mit „Peanuts“ abgespeist werden. Warum also Oben immer noch was drauflegen, was Unten benötigt wird?
Wenn man weiß, dass 18 % der vollzeitarbeitenden Aufstocker im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, so wäre es doch eine vordringliche Aufgabe von „verdi“ hier in der Richtung zu verhandeln, dass die unteren Lohngruppen aufgebessert werden. Anstatt hier flächendeckend die Öffentliche Hand mit hohen %-Forderungen zu pressen und damit einen weiteren Stellenabbau zu provozieren, sollte Herr Bsirske mal von alten Gewohnheiten und Ritualen Abstand nehmen. Die Metaller haben gerade vorgemacht, dass mit Realismus mehr zu erreichen ist, als mit hohem Pokern! Es kann natürlich auch sein, dass Herr Bsirske die Besserverdienenden braucht, weil diese ja den Großteil der Beiträge beisteuern.
Peinlich ist, dass wir eine Regierung haben, die nur predigt „mehr Netto vom Brutto“ oder „wer arbeitet ..usw.“ und uns immer noch einen Lösungsvorschlag schuldig ist! Die Öffentliche Hand ist auch aufgefordert, das ihre zu tun, um diese Missstände abzubauen!



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