Eins vorweg, natürlich bleibt es spannend bis zur letzten Sekunde, trotzdem sind an diesem drittletzten Spieltag bereits einige Entscheidungen getroffen worden.
Bayern München und Schalke 04 stehen als fixe Teilnehmer der Champions League in der nächsten Saison fest. Die sieben Punkte Vorsprung der beiden Teams kann an den abschließenden zwei Spieltagen keiner mehr aufholen. Mit dieser Sicherheit im Hinterkopf können sich beide Mannschaften nun voll um den Titelkampf kümmern. Punktgleich kommen beide Teams nach dem 32. Spieltag daher, allerdings haben die Münchener das um 13 Treffer bessere Torverhältnis. Obwohl die Gelsenkirchener nach dem Last-Minute-Sieg gegen Hertha BSC Berlin das Momentum auf ihrer Seite haben, glaube ich, dass die Bayern es am Ende der Saison wieder machen werden. Doch der Reihe nach.
Wie Schalke in Berlin gespielt hat war eigentlich meisterlich. Im Prinzip waren die Blau-Weißen während der gesamten Partie die optisch schwächere Mannschaft, während der designierte Absteiger aus der Hauptstadt einige hochkarätige Chancen ausließ, genügte den Schalkern am Ende ein echter Angriff um quasi mit dem Schlusspfiff doch noch zu gewinnen. Ein äußerst fieser Auswärtssieg, vor allem weil er völlig deprimierte Herthaner zurückgelassen hat, die nun wohl endgültig in die 2. Liga taumeln. Wären die Bayern bei diesem Spielverlauf auf dem Feld gewesen, hätte man wohl vom berüchtigten Bayern-Dusel gesprochen, in Gelsenkirchen nennt man das dann Arbeitssieg. Ein immens wichtiger Arbeitssieg allerdings, schließlich konnten die Schalker durch das gleichzeitige 1:1 der Bayern in Mönchengladbach nach Punkten gleichziehen. In Gladbach standen müde Münchener einer hochmotivierten Fohlentruppe gegenüber, am Ende musste schon ein taktisches Glanzstück von Trainer van Gaal herhalten, um zumindest das Remis zu erreichen. Der Bayern-Coach wechselte nämlich ziemlich überraschend Miro Klose und nicht den eigentlich derzeit besser spielenden Mario Gomez als zusätzlichen Stürmer ein. Klose war es schließlich auch vorbehalten den Ausgleich mit einem wunderbaren Kopfballtreffer zu erzielen.
Bayern wird deswegen Meister, weil sie im Heimspiel gegen den VfL Bochum ohne großen Aufwand gewinnen werden, zum Abschluss der Saison treffen sie dann auf Hertha BSC Berlin, die zu diesem Zeitpunkt bereits abgestiegen sein werden und spielen unentschieden. Das wird jedoch genügen, denn die Knappen, handeln sich eine Heimniederlage gegen Werder Bremen am nächsten Spieltag ein, selbst der Auswärtssieg beim Karnevalsklub aus Mainz am letzten Spieltag wird dann nicht mehr reichen.
Europa League wir kommen
Ein ähnliches Szenario wie im Meisterrennen zeichnet sich im Kampf um den dritten Platz ab. Bremen, Dortmund und Leverkusen haben auf jeden Fall die Teilnahme an der EL in der nächsten Spielzeit sicher. Darüber hinaus trennt die drei Teams nur ein Punkt, dem Sieger des Trios winkt die Qualifikation zur Champions League. Wer den dritten Rang am Ende ergattern kann ist schwer vorherzusagen, gerade Leverkusen ist eigentlich zu doof dazu, schließlich versagt das Team regelmäßig wenn es darauf ankommt. So wird Bayer zwar in de nächsten Woche Berlin abschießen, dann wird jedoch Mönchengladbach im Niederrhein-Duell zum Stolperstein. Dortmund hat es immerhin schon in die EL geschafft, dass muss eigentlich reichen. Hier befürchte ich, dass der BVB zwar gegen Wolfsburg zu Hause gewinnen wird, dafür aber eine bittere Niederlage gegen den SC Freiburg am Finaltag hinnehmen muss. Während sich die Breisgauer so retten werden, verspielt Dortmund die Champions League.
Bleibt nur noch Bremen. Die Werderaner haben am Samstag bewiesen, dass sie auch in grottenschlechten Spielen als Sieger vom Platz gehen können. Das 1:0 durch einen Elfmeter von Thorsten Frings in der 90. Minute war der schmeichelhafte Höhepunkt eines Spieltags, an dem die Schaaf-Truppe fast ihre gute Ausgangssituation verspielt hätte. Aber eben nur fast - und da ich nach wie vor meine, dass am Ende immer der belohnt wird, der auch solche Spiele gewinnt, müsste es Werder machen. Dass Bremen in Schalke gewinnt steht ja bereits fest, allerdings macht mir der letzte Spieltag Sorgen, da empfängt der SVW nämlich den HSV. Die Hamburger dürften hochmotiviert sein, den Bremern noch in die Suppe zu spucken, ich hoffe jedoch, dass zur Not einfach jemand ein paar Papierkugeln aufs Feld wirft, dann kann eigentlich nichts schief gehen.
Wen man bei diesen ganzen Gedankenspielen nicht vergessen darf, ist der VfB Stuttgart. Die Schwaben sind auch nur noch einen Punkt von der EL entfernt und liegen drei Punkte hinter dem angesprochenen Trio. und wie heißt es doch so schön, wenn drei sich streiten freut sich immer der Vierte.
Im Abstiegsk(r)ampf immer noch alles offen
Was unterscheidet den SC Freiburg von allen anderen Teams ab Tabellenplatz 13? Ganz einfach, die Mannschaft hat nicht verloren. Ganz im Gegenteil, durch den überraschenden Sieg gegen den noch amtierenden Deutschen Meister Wolfsburg hat der Sportclub einen Riesenschritt in Richtung Rettung gemacht. Ich hatte die Breisgauer zwar nicht mehr auf dem Zettel, denke jetzt aber, dass sie es tatsächlich schaffen werden. Der Dreier im letzten Spiel gegen den BVB reicht zum Klassenerhalt.
Etwas absurd ist die Situation um Hertha BSC Berlin. Die Mannschaft hat nun den Heim-Negativ-Rekord von Tasmania Berlin eingestellt, ist aber immer noch nicht sicher abgestiegen. Mit den "Hätte, Wenns und Abers" die einem beim Gedanken an die Spielzeit der Berliner durch den Kopf gehen, könnte man wahrscheinlich ein mehrbändiges Epos füllen, am Ende stehen aber auch hier die nackten Zahlen, und die besagen, dass Berlin absteigen wird. Obwohl die Hertha am letzten Spieltag noch einen Achtungserfolg gegen den Rekordmeister landen kann, wird ausgerechnet die Losertruppe aus Leverkusen am 33. Spieltag den letzten Nagel in den Berliner Sarg einschlagen.
Auch Hannover wird sich meiner Meinung nach nicht retten können. Nach dem 4:2 gegen Schalke keimte zwar noch einmal Hoffnung auf, spätestens seit dem 0:7 gegen München und dem 0:3 vom Wochenende gegen Leverkusen ist diese jedoch erloschen. Das torlose Unentschieden am nächsten Spieltag gegen Gladbach wird nicht reichen, da die 96er auch am letzten Spieltag gegen Bochum keinen Treffer erzielen werden. Der VfL zwar auch nicht, dennoch reicht es für die Bochumer, um in sich in die Relegation zu retten.
Wenn Bochum also Relegation spielt, dann wird sich neben Freiburg auch Nürnberg retten. Und das beste daran, die Clubberer müssen dafür noch nicht einmal viel leisten. Der ungefährdete Heimsieg am 34. Spieltag gegen Köln reicht für den Ligaverbleib, auch wenn es in der nächsten Wochen beim HSV eine "Reise" geben wird.
In diesem Sinne
Björn "Nostradamus" Rosigkeit



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