Machen wir uns nichts vor: So ganz Unrecht hat Westerwelle natürlich nicht mit seinen Äußerungen und deshalb wird er auch möglicherweise mehr Fürsprecher haben, als man vielleicht denkt. Und wenn der Mann sein Programm konsequent durchzieht, könnte er in der Gesellschaft durchaus punkten.
Nicht umsonst hat Merkel sich zu den Inhalten bisher zurückgehalten. Es mag die Angst vor den Abstieg sein, die Westerwelle jetzt so richtig "auf die Kacke" hauen lässt und seine FDP mit allen verfügbaren Mitteln in den Vordergrund rückt. Wenn es bei ihm zu Taten nicht reichte, so sollen es nun große Töne tun.
War früher der Gang zum Sozialamt mit Scham erfüllt, so ist man heute schon ein nichtorientierter Aussenseiter und wird für dumm gehalten, wenn man seine Anprüche nicht bis zur letzten gerichtlichen Instanz durchsetzt. Nehmen ist seliger denn Geben und wird schon den Kleinsten ankonditioniert. Doch leider wird Gleiches auch von der FDP vorgelebt. Hier sollte sich Westerwelle an die eigene Nase fassen (Hotelgewerbe schon vergessen?), deshalb wirkt das Ganze unglaubwürdig.
Bevor ein Mitglied unserer Partei voreilig eine Position bezieht oder eine Situation kommentiert sollte er nach Rücksprache folgende Punkte beachten:
1. Was will die Mehrzahl des Volkes
2. Moralischer Aspekt (Ist es mit dem Empfinden der Wähler im Einklang)
3. Gesunder Menschenverstand (Wie sieht das der Wähler, was ist einfach nur dumm)
4. Rechtsempfinden (Vermeidung von unsinnigen Positionen)
5. Machbarkeit
6. Elemente, die unbedingt zu vermeiden sind (Offensichtlicher Eigennutz, Hochmut, Arroganz)



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