Was man bei der Hartz-IV-Debatte beachten sollte...

von Kurt Nickel - 23.02.2010
Angesichts der wohl bevorstehenden Generaldebatte zu Hatz IV. umspült mich Sorge. Sorge vor unbedachtem Einbeziehen von Positionen, die letztendlich unserer Partei Nachteile bringen könnten.

Machen wir uns nichts vor: So ganz Unrecht hat Westerwelle natürlich nicht mit seinen Äußerungen und deshalb wird er auch möglicherweise mehr Fürsprecher haben, als man vielleicht denkt. Und wenn der Mann sein Programm konsequent durchzieht, könnte er in der Gesellschaft durchaus punkten.

Nicht umsonst hat Merkel sich zu den Inhalten bisher zurückgehalten. Es mag die Angst vor den Abstieg sein, die Westerwelle jetzt so richtig "auf die Kacke" hauen lässt und seine FDP mit allen verfügbaren Mitteln in den Vordergrund rückt. Wenn es bei ihm zu Taten nicht reichte, so sollen es nun große Töne tun.

War früher der Gang zum Sozialamt mit Scham erfüllt, so ist man heute schon ein nichtorientierter Aussenseiter und wird für dumm gehalten, wenn man seine Anprüche nicht bis zur letzten gerichtlichen Instanz durchsetzt. Nehmen ist seliger denn Geben und wird schon den Kleinsten ankonditioniert. Doch leider wird Gleiches auch von der FDP vorgelebt. Hier sollte sich Westerwelle an die eigene Nase fassen (Hotelgewerbe schon vergessen?), deshalb wirkt das Ganze unglaubwürdig.

Bevor ein Mitglied unserer Partei voreilig eine Position bezieht oder eine Situation kommentiert sollte er nach Rücksprache folgende Punkte beachten:
 1. Was will die Mehrzahl des Volkes
 2. Moralischer Aspekt (Ist es mit dem Empfinden der Wähler im Einklang)
 3. Gesunder Menschenverstand (Wie sieht das der Wähler, was ist einfach nur dumm)
 4. Rechtsempfinden (Vermeidung von unsinnigen Positionen)
 5. Machbarkeit
 6. Elemente, die unbedingt zu vermeiden sind (Offensichtlicher Eigennutz, Hochmut, Arroganz)

 

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Ich habe nie verstehen

Bild von Ohm Haag

Ich habe nie verstehen können,wie jemand mit in Wahlkampf -
zeiten gern plakatierter Armutserfahrung dann zum Bundes -
kanzler gewählt Hartz - " Reformen " durchpaukt.
Dramen u.Fiasko schlechthin hat die Agenda 2010 gebracht.
Steigende Arb,losigkeit u.Armut,ist die Bilanz von Agenda 2010 massive Einschnitte beim ALgeld u.Abschaffung der am
ehemaligen Lohn orientierten Arb,losenhilfe,steigenden Druck
auf die Arbeitenden,sinken der Reallöhne u.der volkswirt -
schaftlichen Lohnquote,längere Arbeitszeiten,Zwangsarbeit in
Form von Ein-Euro-Jobs,Leistungsverschlechterungen u.Zuzahl-
ungen im Gesundheitssystem,sinkende Realrenten,massive Steuerentlastungen für Unternehmen,Unternehmer,Reiche u.Er -
ben,die das zusätzliche Geld primär auf die internationalen
Finanzmärkte transferierten u.damit zur größten Finanzmarkt-
u.Wirtschaftskrise seit 70 Jahren beitrugen. PISA - Debakel,
Studiengebühren u.Bachelorverblödung im Bildungssystem - u.
schließlich eine nahezu zur Splitterpartei marginalisierte,
ehemals sozialdemokratische Partei ohne Ideen,ohne Prinzip -
ien,ohne Sinn u.Zweck.
Saubere Arbeit,von Zerstörer Schröder!!! Katastrophaler kann
man kaum scheitern.
Das führte zu dramatischen Wahlverlusten u.Mitglieder Ver -
lust für die SPD.
Ein Großteil der Menschen in D.fühlen sich von der großen
Koalition des Sozialabbaus aus SPD,Grünen,Unionsparteien u.
FDP betrogen.
Die Menschen in D.wollen keine Agenda 2010,sondern soziale
Gerechtigkeit,Sicherheit u.Teilhabe am wirtschaftlichen
Fortschritt.
Hunderttausende Erwerbstätige verdienen so wenig,dass sie
ergänzende Sozialhilfe benötigen,um über die Runden zu kom -
mem. Ausbeuterische Arbeitgeber,die sich bei " Pseudogewerk-
schaften Billig - Tarifverträge " kaufen ", ( alles mit Er -
laubnis der Regierenden ) sind inzwischen kein Einzelfall
mehr. Leiharbeit,Mini - Jobs u.Ein - Euro - Jobs boomen ohne
Ende.
Wer HartzIV Empfänger mit Schmarotzern vergleicht,bezeichnet
auch Nicht - Vegetarier als Mörder.
Es wird Zeit für die komplette Abschaffung von HartzIV u.der
politischen Fehler,wo Millionen Menschen ins soziale Abseits
entrechtet u.enteignet fallen gelassen werden,nachdem diese
dieses Land mit aufgebaut haben u.nun bettelnd durch die
Kaufhäuser u.Straßen kriechen, mit der Frage: Hast du mal
nen Euro ?

Zorn ist ein schlechter Ratgeber

Bild von Kurt Nickel

Lieber Ohm Haag,
mich umspült geradezu deine Verbitterung, wenn ich deine Worte lese. Mag sein, dass du eigene, schlimme Erfahrungen machtest. Achte darauf, dass Zorn und Wut nicht in Hass umschlagen, er verstellt das reale Augenmaß.

Der Gedanke zu Hartz IV. war bestimmt mit bester Absicht geboren worden, ich denke nicht, dass Schröder bösartigen Vorsatz hatte. Nur, er wurde nicht zu Ende gedacht und an die Folgen, die man anrichtete, traut sich nun niemand heran, sondern man betreibt Flickwerk.

Mittlerweile ist es zu einem Forum geworden, dass ohne Rücksicht auf die Gefühlswelt der Betroffenen für eigene politische Vorteile genutzt wir (Westerwelle). Doch auch hier geht die Rechnung nicht immer auf. Jetzt, wo es für ihn von allen Richtungen her Breitseiten hagelte, hörst du darüber überhaupt nicht mehr von ihm.

Möglicherweise wird es sogar der bessere Weg sein, Hartz IV. abzuschaffen. Doch dann müsste etwas anderes angeschafft werden, denn Bedürftige wird es immer Geben.

Deine konkreten und umsetzbaren Vorschläge...?

Mit kollegialen Grüßen

Kurt Nickel

gesunder Menschenverstand

Bild von Peter Kordts

„“Machen wir uns nichts vor: So ganz Unrecht hat Westerwelle natürlich nicht mit seinen Äußerungen““

Tatsächlich?
Vielleicht geht es ja mal etwas genauer, würde mich schon interessieren, wo dieser Herr Recht hat.
Du, lieber Kurt Nickel, wirst uns da sicher aufklären.
Etwas anderes:
Ich habe mal versucht, mich in den VW-Manager Peter Hartz, inzwischen erheblich vorbestraft, hineinzudenken.
VW lebt vom Export.
Es ist also naheliegend, dass wenn ein Peter Hartz vom Kanzler berufen wird, eine neue Form des Sozialstaates zu kreieren, dieser zu erst an sein Unternehmen denkt.
Nun braucht aber eine exportorientierte Wirtschaft weder einen starken Staat, noch ordentliche Sozialsysteme, und Bildung kauft man auf dem internationalen Markt billiger ein, als wenn man gross ins eigene Bildungssystem investiert.
Was eine Exportnation braucht, ist möglichst billiges Humankapital.
Jetzt sind wir schon bei Hartz 4.
Hartz 4 hat aus den Sozialleistungen eine (scheinbar) berechenbare betriebswirtschaftliche Grösse gemacht.
Man hat nur vergessen, dass es auch Weltwirtschaftskrisen geben kann.
Der Binnenmarkt wurde total vernachlässigt, so dass wir im Vergleich mit anderen Volkswirtschaften, die gute Sozialsysteme bzw eine hohe Staatsquote haben, die Mindestlöhne und einen starken Binnenmarkt haben, ganz alt aussehen.

Als Nebeneffekt von Hartz 4 wurde ein unglaublicher Niedriglohnsektor geschaffen, alles gut für den Export.
Und gerade diese Lohn und Lohnnebenkostensenkungsorgie hat uns gegenüber anderen EU Ländern Wettbewerbsvorteile gebracht, mit denen wir unsere EU-Freunde zwingen, auch die Sozialsysteme zu verstümmeln, oder wirtschaftlich abgehängt zu werden.
Nicht besonders fein, aber gut für VW und den Export.
So teilt das statistische Bundesamt uns mit, das die Löhne und Gehälter seit Anfang 2000 real um 4 % gesunken, die Unternehmens- und Vermögenseinkommen dagegen um 31 % gestiegen sind . Dabei sind innerhalb der Gehälter noch viele gutbezahlte Angestellte bis hinauf zu Ackermann, so daß der Rest noch mehr abgesackt ist.
Wenn wir über Hartz oder Agenda diskutieren, wäre es sinnvoll, sich zu erst mal mit den harten Zahlen und Fakten auszukennen.
Es wird meiner Meinung nach viel zu viel medienwirksamer Unsinn abgesondert, der einer wissenschaftlichen Prüfung in der Regel nicht stand hält.
So ist es mir bis heute nicht gelungen, mit Hartz und oder Agenda Befürwortern in eine sachliche Debatte zu kommen.
Immer nur Plattitüden, nichts handfestes.

„“
War früher der Gang zum Sozialamt mit Scham erfüllt, so ist man heute schon ein nicht orientierter Aussenseiter und wird für dumm gehalten, wenn man seine Anprüche nicht bis zur letzten gerichtlichen Instanz durchsetzt. Nehmen ist seliger denn Geben und wird schon den Kleinsten ankonditioniert.““

Na gut, ich verzeihe dir diesen Ausrutscher, war wohl nicht so ernst gemeint, oder?
Schon mal auf Hartz gewesen?
Ich schon.
Drei Monate.
Wegen schwerer Erkrankung, war noch nie arbeitslos.
Hartz 4 ist eine Schande für die Sozialdemokratie, und hat der SPD ungeheuer geschadet, und die Partei in der Wählergunst faktisch halbiert, schon vergessen?

Im übrigen beherzige ich gerne deine Ratschläge 1 bis 6.
Wenn ich Stellung beziehe, habe ich vorher stundenlang recherchiert.
Das statistische Bundesamt, die Statistikbehörde Süd der BA in Frankfurt und die Statistikbude der EU liefern auch dem normalen Parteibasismitglied die nötigen Zahlen und Fakten, um in der Sache auf Demagogie verzichten zu können.
Und gerade das macht mir Sorgen.
Der typische SPD Wähler lässt sich nicht mit Sprüchen abspeisen.
Wir sind nicht so obrigkeitshörig und linientreu wie typische CDU Wähler.
Wir messen die Leistung unserer Führung an dem, was hinten raus kommt.
Ich komme für den Moment mal zum Schluss.
Wir haben die grosse Chance vertan, uns von der fatalen Agenda und Hartz Politik loszusagen.
Wir hätten uns nach der niederschmetternden Niederlage bei der Bundestagswahl zurückbesinnen müssen, und mit neuem Personal wieder sozialdemokratische Politik machen müssen.
Eine Entschuldigung an das Volk wäre fällig gewesen.
Wir wären heute bei 40% in den Umfragen, und Guido, der „nicht ganz unrecht“ hat und unser Bundeshosenanzug wären schneller fertig, als du glaubst.
Die derzeitige Führung, so sehr ich Gabriels Arbeitspensum hochschätze, wird uns nicht aus der Krise bringen.

Westerwelle/Hartz IV.

Bild von Anonymous

Lieber Peter Kordts,
ich hoffe, meine Antwort ist etwas verständlicher:

Bevor man überhaupt über das Problem und die Menschen wertet, sollte man sie im Vorab in entsprechende Gruppen einteilen.

1. Die Personen, die belastbar sind und sich bemühen, Arbeit zu finden.
2. Die Personen, die relativ belastbar sind und arbeiten könnten, Hartz IV. für sie jedoch nicht unzweckmäßig ist.
3. Die Personen die zwar Arbeit haben, jedoch durch Hungerlöhne weitere Unterstützung benötigen. (Mindestlohnrelevante Gruppe)
4. Die Personen, die im Grunde arbeiten wollten, durch sozialen Abstieg, ankonditioniertem Suchtverhalten, Schicksalsschlägen oder Krankheit jedoch nicht mehr können und nur gering belastbar sind. (Kraft-Gruppe)
5. Die Personen, die einfach nur faul sind, nicht arbeiten wollen und die Sozialsysteme ausnutzen. (Westerwelle-Gruppe)

Zu Punkt 1:
Sie versuchen wirklich alles, um einen Job zu finden. Oftmals sind sie hochqualifiziert und motiviert, scheitern jedoch oft an ihrem relativ fortgeschrittenen Alter oder anderen für sie ungünstigen Faktoren. Frustration und Verbitterung wächst im Laufe der Zeit. Kommt dann noch so eine Gestalt wie Westerwelle, die ihnen Faulheit und Trägheit unterstellt und sie einzig für Wählerstimmen benutzt wie Werkzeuge, dann ist Empörung hierüber völlig berechtigt.

Zu Punkt 2:
Der gesamte Lebensablauf und die familiäre Ordnung ist auf Hartz IV. ausgerichtet. Zwar ist ein Leben auf hohem Niveau nicht möglich, aber das Auskommen mit der „Stütze“ garantiert das Überleben. Hier und da eine kleine oftmals unangemeldete Nebentätigkeit erlaubt dann noch ein zusätzliches Sahnestückchen. Angebotene Arbeit würde schlichtweg Unordnung in den gewohnten Ablauf bringen.

Zu Punkt 3:
Oftmals wenig qualifizierte Personen, die „niedere, ungeliebte und anstrengende“ Arbeiten verrichten und dabei ausgenutzt werden. Häufig wird aus Gewinnstreben von der Arbeitgeberseite her die Stütze bei der Lohngestaltung im Vorab miteinbezogen. Ein sozialkrimineller Akt im Grunde, dem einzig durch vorgegebene Mindestlöhne entgegenzuwirken ist. Es kann nicht angehen, dass jemand, der Vollzeit arbeitet nicht so viel dafür bekommt, dass er seine Familie damit nicht ernähren kann.

Zu Punkt 4:
Hier ist im Laufe der Jahre eine Eigendynamik gewachsen, aus der nur noch schwer zu entkommen ist. Viele halten sich für wertlos, fallen in depressiven Stimmungen und haben oftmals den Alkohol als Trostspender gefunden. Sie wollten, wenn sie könnten und man sie ließe, jedoch Belastbarkeit und mangelnde Ausdauer lassen das nicht mehr zu. Die Idee von Hannelore Kraft, jenen Personen durch einfache Arbeiten wieder das Gefühl der Zugehörigkeit in der Gesellschaft zu ermöglichen, finde ich sehr gut.
Diesen Personenkreis wieder in den ersten Arbeitsmarkt integrieren zu wollen, wäre schlicht nicht finanzierbar. Abgesehen davon, dass es derart viele psychologische Betreuungs,- und Suchttherapieplätze überhaupt nicht gibt. Natürlich haben aus dieser Gruppe nicht alle Personen gleich ein Suchtproblem, aber bei sehr vielen hat die Frustration einen Hang hierhin wachsen lassen, was sie dann in der Gesellschaft in Verruf bringt.

Zu Punkt 5:
Dies ist die Gruppe, die in der Gesellschaft Anstößigkeit erregt und der Mehrzahl von Hartz- IV. -Empfängern Unrecht widerfahren lässt. Insofern wäre hier ein Vorgehen mit Druck und angedrohten Sanktionen angebracht, zumal in dieser Gruppe oftmals mit dem sozialbetrügerischen Vorgehen geprahlt und dem Ehrlichen der Vogel gezeigt wird.
Wenn dann auch noch Politiker wie Westerwelle, der aufgrund rückläufiger Umfragewerte, diese eine Gruppe als Wertmaßstab für seine politischen Zwecke benutzt, alle über einen Kamm schert um zu Punkten, dann ist dieses Vorgehen für mich einfach nur verwerflich. Im Kern des Problems hatte der Mann mit seinen Äußerungen zwar völlig Recht, sein Vorgehen jedoch war einzig von politischem Eigennutz geprägt.

Fazit:
- Bei der Wertung von Hartz IV.- Empfängern sollte man nicht vergessen, dass es sich bei jedem Einzelnen um ein individuelles Schicksal handelt.
- Politik sollte nicht, wie mit der Gießkanne, über alle diese Gruppen betrieben werden, sondern für jede der angesprochenen Gruppen sollten individuelle Lösungsmöglichkeiten geschaffen werden.
- Die Wertung, die für die eine Gruppe angebracht wäre, ist möglicherweise für die andere Gruppe verletzend und abwertend.
- Die Vielfalt des Problems ist politisch eine sehr dünne Eisfläche. Egal, welche Position man einnimmt, man tut immer anderen Gruppen Unrecht und bietet Angriffsfläche für den politischen Gegner.
- Lösungen sind nur möglich, wenn politischer Eigennutz nicht mehr die dominante Motivation ist. So lange jeder nur dafür ist, dass er dagegen ist, wird ein Ergebnis des Problems immer unbefriedigend bleiben…

Kurt Nickel

Gute Ansätze nach wie vor gefragt

Bild von Richard Detzer

Man darf trotz offensichtlich persönlicher Mängel bei Herrn Westerwelle nicht vergessen. Der Mann funktioniert, er manipuliert und hantiert. Im Augenblick schlägt er der SPD deren ureigenes Thema gerade um die Ohren. Das ist nicht produktiv, es ist rein betriebsschädigend gedacht.
Derart kurzfristige Vorhaben entsprechen der politischen Plattform seiner Partei. Wie nun im Beitrag gezeigt, auf Moral, Menschenverstand und Machbarkeitswillen unter Wählern zu setzen, grenzt angesichts von Orientierungslosigkeit und Spaltungstendenz in den Wählerschichten an Hochmut.
SPD muß hier auf die Matte, muß Unterlassungssünden ausgleichen. Die Partei tut gut daran, sich schnell auf einen neuen, langfristigen Weg einzulassen (dafür gibt es Vorschläge). Dann bekommen wir das, was der Wähler von der Partei will, und die Partei vom Wähler will.
Da keiner eine Zukunftsidee und künftigen guten Willen hat, ist jetzt die Zeit, muß jetzt das Feld bestellt und gegossen werden. Leider laboriert die Partei mit falschen Leuten an falschen Ideen herum, sie stümpert. Deshalb bitte, alle schnell Position beziehen und neue Themen besetzen. Wenn SPD endlich auf Linie kommt, gebe ich persönlich jedem Mitglied ein Bier aus.

Über Westerwelles FDP und uns

Bild von Kurt Nickel

Lieber Richard Detzer,
ich bin sehr wohl der Meinung, dass die SPD zwar langsam, aber stetig ihre Linie findet. Einzig eine Anbiederung an die Linken würde ich als gefährlich werten, da Viele niemals akzeptieren werden (auch ich nicht), wenn wir mit einer Interessengemeinschaft konform gehen würden, unter deren Vorgängern ein ganzes Volk weggelaufen ist, die an der Grenze Menschen erschossen, gefoltert und überwacht hat. So lange ehrliche Sozialdemokratie betrieben und vorgelebt wird, werden sich die Menschen wieder auf die Partei besinnen und die Sympathiewerte steigen dann automatisch. Die SPD wird gebraucht und die Menschen wissen, dass dieser Ausgleich nötig ist.
Aber da ist noch ein sehr hilfreiches Element: Westerwelle wird nun feststellen, dass Regierungsverantwortung etwas anderes ist als Opposition. Ohne, dass die SPD etwas tun müsste, spielt er der Partei durch seinen Profilierungsdrang in die Karten. Andernfalls hätte sich Merkel doch längst vor ihn gestellt, würde sie nicht selbst von Besorgnis umspült. Punktgewinne wird er schneller verspielen, als er sie bekommen hat. Das Volk ist doch nicht dumm! Spätestens bei der angekündigten Steuerentlastungsdebatte wird es merken, dass auch Westerwelle nicht zaubern kann. Und es wird sich an die ehrlichen Aussprüche der SPD erinnern, die sie vor der Wahl diesbezüglich gemacht hat und die ihr schließlich Abstriche einbrachte.
Zum Schluss noch dies: Dass derart falsche Leute an falschen Ideen herumlaborieren…, finde ich eigentlich nicht…

Kurt Nickel

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