NRW-Landtagswahl Warum die SPD nun Rüttgers attackieren muss

von Andreas Griess - 12.01.2010
Die SPD muss taktisch gesehen, nun verstärkt Jürgen Rüttgers attackieren. Warum grade jetzt, wo doch die Kanzlerin angreifbar wie nie wirkt? Garde jetzt, weil die Kanzlerin angreifbar wie nie wirkt!

Sind die Strategen in der Union klug, machen sie das Beste aus der Situation, dem Gewitter, das sich derzeit über Angela Merkel zusammengebraut hat. Ihre Führungsschwäche ist eigentlich nicht neu, aber wird nun sogar von Parteifreunden öffentlich beklagt und in den Medien flächendeckend kommentiert. Nun kann sie das tun, was man in der PC-Spiel-Sprache „damage ziehen“ nennt: Den Schaden auf sich ziehen, weil sie stärkeren Schaden standhalten kann. Immerhin gibt es in der CDU weiterhin keine ernstzunehmenden Herausforderer, der CSU-Aufstreber zu Guttenberg arbeitet grade eher als Selbstverteidigungsminister und die nächsten Bundestagswahlen liegen in weiter Ferne.

Für Jürgen Rüttgers geht es aber schon sehr bald ums Ganze. Und sollten die Umfragewerte nicht stimmen, könnte er sagen: „Die schlechten Werte durch die Bundesregierung belasten auch mich!“ Aber in NRW ginge es schließlich um NRW und er sei ja das „soziale Gewissen“… Ein Teil des „Gesamtschadens“ könnte die NRW-CDU damit ableiten, zumal die vermutlich unschönen Überraschungen auf Bundesebene wohl erst nach der Landtagswahl veröffentlicht werden.

Geriete Rüttgers jedoch schon jetzt verstärkt in die Kritik - immerhin war er auch maßgeblich am Koalitionsvertrag beteiligt - sähe die Sache anders aus. Ansätze gibt es eigentlich genug. Im Internet stellt man sich mancherorts beispielsweise die Frage, wie es Rüttgers mit dem freiem Journalismus hält oder - mit Hinblick auf das Lex e.on - dem Klimaschutz. In der Bildungspolitik ist überdies ein Schulterschluss mit den Bildungsstreikenden möglich.

Gelänge es der SPD Rüttgers mit in die Debatte um Führungsstil, Sozialabbau und Richtungslosigkeit von CDU und Schwarz-Gelb zu bringen, könnte er sich nicht mehr einfach von der Bundespolitik distanzieren. Oder aber er müsste selbst die Kanzlerin, seine Parteichefin, kritisieren. Das wiederrum würde sicher auch nicht ohne Begleiterscheinungen bleiben. Dafür jedoch, müsste die Verbindung bereits vor der heißen Phase des Wahlkampfes gemacht werden.

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Rüttgers attacktieren

Bild von Hartmud Scholz

Andreas Du hast Recht, Frau Merkel wird nicht gewählt,das weiß
auch der Wähler in NRW. Aber nicht nur Rüttgers sondern auch Pinkwart muss hart angepackt werden!
Gruß Willingen (leider schon Hessen)Hartmud Scholz

Schöner Artikel! Seh es

Bild von Benedikt Schmitz

Schöner Artikel! Seh es genauso, wenn wir es diesmal schaffen wollen auch jetzt schon Rüttgers attakieren.

Lg aus der Berliner Sbahn,
BENE

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