Die Anfänge der sogenannten „Frauenpolitik“ sind von sozialdemokratischen Frauen geprägt worden. Das ist unumstritten. Die Frauenbewegung hat viel erreicht für Frauen, so viel, dass mancherorts formuliert wird: „Die Gleichstellung ist weitgehend erreicht“. So viel, dass junge Frauen mit den „typischen“ Frauenthemen nichts mehr anzufangen wissen. So viel, dass frau schon dabei ist wieder zu käuen. So viel, dass es vielleicht sogar über das Ziel hinaus gegangen ist. Statt das Patriarchat zu überwinden, haben wir gleich den ganzen Mann mitgenommen. Hat sich hier eine subtile Männerverachtung breit gemacht?
„Viele Frauen haben sich von der SPD abgewandt“, fragt mal jemand warum? Mein Durchhaltevermögen ist groß, aber nicht unendlich. Was hat die Partei uns Frauen zu bieten? Warum lohnt es sich Mitglied zu werden, zu sein, zu bleiben.
Mir erscheint es wichtig die bisherige Gleichstellungspolitik einmal auf den Prüfstand zu stellen. Die Gesellschaft ist in ständigem Wandel und wir müssen uns fragen, ob unsere Arbeits- und Denkansätze da mit gehalten haben. Was ist noch aktuell und was muss anders sein, oder werden. Wie möchten die Frauen und Männer im 21. Jahrhundert miteinander umgehen? Welche Strategie bringt unsere Gesellschaft im sozialdemokratischen Sinne voran?
Meine Vision eines nächsten Kapitels von Gleichstellungspolitik möchte Männer mit am Tisch sitzen sehen. Ein sozialdemokratischer Dialog auf Augenhöhe, ohne Schuldzuweisungen. Wir müssen zwischen uns Einiges aufarbeiten und mit größerer Wertschätzung miteinander umgehen. Das wäre eine sozialdemokratische Gleichstellungspolitik, die mir gefällt. Wie ist es mit euch?



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