Gleichstellungspolitik Verzagtheit ist fehl am Platz

von Monika Dittmer - 01.03.2010
„Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen will Motor des gleichstellungspolitischen Fortschrittes sein“. Das ist gut und richtig so. Doch wohin soll die Fahrt gehen?

Die Anfänge der sogenannten „Frauenpolitik“ sind von sozialdemokratischen Frauen geprägt worden. Das ist unumstritten. Die Frauenbewegung hat viel erreicht für Frauen, so viel, dass mancherorts formuliert wird: „Die Gleichstellung ist weitgehend erreicht“. So viel, dass junge Frauen mit den „typischen“ Frauenthemen nichts mehr anzufangen wissen. So viel, dass frau schon dabei ist wieder zu käuen. So viel, dass es vielleicht sogar über das Ziel hinaus gegangen ist. Statt das Patriarchat zu überwinden, haben wir gleich den ganzen Mann mitgenommen. Hat sich hier eine subtile Männerverachtung breit gemacht?

 „Viele Frauen haben sich von der SPD abgewandt“, fragt mal jemand warum?  Mein Durchhaltevermögen ist groß, aber nicht unendlich. Was hat die Partei uns Frauen zu bieten? Warum lohnt es sich Mitglied zu werden, zu sein, zu bleiben.

Mir erscheint es wichtig die bisherige Gleichstellungspolitik einmal auf den Prüfstand zu stellen. Die Gesellschaft ist in ständigem Wandel und wir müssen uns fragen, ob unsere Arbeits- und Denkansätze da  mit gehalten haben. Was ist noch aktuell und was muss  anders sein, oder werden. Wie möchten die Frauen und Männer im 21. Jahrhundert miteinander umgehen? Welche Strategie bringt unsere Gesellschaft im sozialdemokratischen Sinne voran?

Meine Vision eines nächsten Kapitels von Gleichstellungspolitik möchte Männer mit am Tisch sitzen sehen. Ein sozialdemokratischer Dialog auf Augenhöhe, ohne Schuldzuweisungen. Wir müssen zwischen uns Einiges aufarbeiten und mit größerer Wertschätzung miteinander umgehen. Das wäre eine sozialdemokratische Gleichstellungspolitik, die mir gefällt. Wie ist es mit euch?

 

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Danke

Bild von Nur_ein_Mann

Liebe Frau Dittmer,

danke - solche Frauen wie Sie machen Mut weiter in die einzig richtige Richtung in diesen Irrsinnszeiten zu gehen: Die des Miteinanders und über das Verständnis gegen jeglichen Dogmatismus schreibenden und handelnden Menschens.

Für eine gemeinsame Gleichberechtigung, -verpflichtung und -verantwortung ohne Diskriminierung. Egal auf welcher Seite und mit Blick über den eigenen Tellerrand. Bleiben Sie sich treu und lassen sie sich auch bitte nicht von einer Doris Juranek bei "Die Grünen" und ihrer Mobbing-/Hetzkampagne (http://www.mannifest.eu/images/Anfrage_Gleichstellung.pdf) gegen Sie beeindrucken. Diese Dame hat als scheinbar ewig gestrige nicht begriffen, worum es aktuell in diesem Land geht und vor welchen Abgründen der Polarisierung wir alle als Menschen stehen. Leider sehen es Teile der SPD wohl auch so, wenn ich mir manche Kommentare oder das übernommene Motiv eines Epplers so anschaue ...

Mit herzlichen Grüßen und etwas mehr Hoffnung als Mann, der an Geschlechtergerechtigkeit aus innerem Herzen hofft - wenn auch nicht mehr daran so recht glauben mag ob des Zeitgeistes hierzulande.

Meine Unterstützung haben Sie und ich hoffe, wir können eines nicht zu fernen Tages wieder sagen: D-Land, Land der Menschen!

Herzlich

Ein Mann!

Nur_eine_Frau

Bild von Monika Dittmer

Lieber Nur_ein_Mann,

vielen Dank für Ihre Anerkennung und Ihre Unterstützung.

Ich war 3 mal,mit vorzüglicher Hilfe eines netten Mannes, "guter Hoffnung" und es ist jedesmal ein wundervolles Stück Zukunft dabei herausgekommen.

Auch in Sachen Gleichstellung von Mann und Frau bin ich guter Hoffnung,und zuversichtlich. Dies auch dank der Unterstützung von Männern. Wir werden es schaffen den Art. 3 des GG für Männer u n d Frauen zu verwirklichen, ohne dabei das jeweils andere Geschlecht zu diskriminieren. Das geht, glauben Sie mir.

Übrigens gibt es auch zahlreiche Frauen, die so denken wie ich.

Die eine Hälfte der Welt ist männlich, darin gibt es wohl einige sog. Feministen. Die andere Hälfte der Welt ist weiblich. Es ist anzunehmen dort gibt ein paar mehr sog. Feministinnen. Wenn ich mich nicht täusche, kann es die Mehrheit nicht sein, oder?

Neulich sagte ein Mann: "Wenn es wirklich einen Geschlechterkampf gäbe, dann hätten wir den schon verloren, weil wir die Frauen zu sehr lieben". Vielleicht versteckt sich in diesem Satz die Antwort auf die Frage, warum der Feminismus so stark werden konnte?

Erwachsene, mündige Männer und Frauen sollte es schaffen, im Miteinander fair zu bleiben, sich zu zuhören, Argumente abzuwägen und im besten demokratischen Sinn nach Kompromißen zu suchen.

Wir sollten die Spielregeln zwischen den Geschlechtern überprüfen und neu definieren in einem Spiel ohne Verlierer.
Ist das nicht eine tolle Aufgabe und Herausforderung, und dabei noch so nachhaltig.

Packen wir`s an! :)

kein Betreff

Bild von Stadtmensch

Insbesondere zu Wildcrazy habe ich ein paar kurze Anmerkungen. Die Geschichte gibt es nicht her, dass Frauen zu allen Zeiten unterdrückt worden sind. Es hätte sonst keine Elisabeth I bzw. II gegeben, keine kriegführende Katharina die Große, keine Maggie Thatcher (ebenfalls eine damals kriegführende Staatenlenkerin), keine Frau Milosevisc, die Todesschwadronen befehligte, kein Aufruf einer Ministerin in Uganda zum Massenmord (sowie -vergewaltigungen!) an anderen Volksstämmen und, und, und. Sofern Frauen in Entscheiderpositionen gelangen, sind sie um keinen Deut besser als ihre männlichen Pendants. Dass sie zahlenmäßig (als Entscheiderinnen) nicht so ins Gewicht fallen, sagt alles über ihre Fähigkeit, Verantwortung zu delegieren, aber nichts über ein konstruiertes, weibliches Besser-Sein aus, so wie es in einer gleichgeschalteten Presse kolportiert wird: »Nur ein toter Mann ist ein guter Mann« (Bestseller) oder »Eine Krankheit namens Mann« (Spiegel-Titel). Nicht mal die Bildungsdefizite von Jungs werden in der Politik in Angriff genommen; Sonntagsreden mal außen vor. Dabei merken auch immer mehr Mütter, was mit ihren Söhnen in den Schulen passiert.

Außerdem kann es nicht sein, dass heutige Männer mit angeblichen - nicht mal wissenschaftlich belegten - massenweisen Unterdrückern vergangener Jahrhunderte in Zusammenhang gebracht werden. Der Tatbestand der Sippenhaft ist mit dem Ende des zwölfjährigen Reiches hierzulande obsolet geworden - zu Recht. Auch wenn Nazi-Vergleiche immer bemüht klingen, hier trifft es den Kern der dahinter stehenden Denkweise, wenn vom einfachen Käseblatt bis zum selbstverliebten politischen Magazin auf alles, was einen Penis trägt, eingedroschen wird. Das sind dieselben Mechanismen, wie sie in Südafrika zu Zeiten der Apartheid und eben leider auch dereinst in unserem eigenen Land praktiziert wurden. Es ist diese Entmenschlichung, die kollektive Diskreditierung, die Reduktion auf Triebhaftes und Animalisches, die man Männer seit Jahrzehnten vor die Füße kotzt (ich bediene mich bewusst dieses Wortes). Niemand behaupte, es wäre nicht so schlimm wie anno dunnemal! Wer sich heute dem Zeitgeist entgegen stellt, muss damit rechnen, dass auch Existenzen bedroht werden. Esther Villar (eine Autorin) wurde von Feministinnen derart bedroht, dass sie sich und ihre Familie im Ausland in Sicherheit bringen musste. Eva Hermann verlor ihren Job, weil sie sich gestattete, eigene Gedanken zu haben - und ich bin gewiss kein Freund von ihren Büchern; sie sind mir suspekt. Aber es geht um Gleichschaltung, Denkverbote, letztlich um Demokratiefeindlichkeit, die sich hier wie Krebsgeschwüre immer weiter ausbreiten.

Nein, Frau Dittmer, Ihren Optimismus teile ich - wie viele andere, die sich mit der Thematik auseinandersetzen - nicht. Und die SPD hat gleich jede Nachsicht dauerhaft verspielt. Solange ein solcher Affront wie »Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden« im Parteiprogramm der einst so stolzen Partei steht, ist diese Partei schlichtweg nicht wählbar, nicht mal als »kleineres Übel«. Die SPD, die Grünen und die Linken, aber auch weite Teile der übrigen Parteien sowie der gesamte Rattenschwanz der Helfer- und Betroffenheitsindustrie haben zum Geschlechterverhältnis eine extrem bigotte, verlogene Haltung. Solange hier keine Karthasis stattfindet, solange nicht mit der gebotenen Fairness gegenüber Männern gesprochen und noch viel mehr gehandelt wird, ist eine Diskussionsgrundlage schlichtweg nicht vorhanden. Nur als Beispiel: Männerarbeit im Frauenministerium beschränkt sich allein darauf, dass Jungs sich wie Mädchen zu verhalten haben. Dieser Schuss geht nach hinten los. Er wird dazu führen, dass es irgendwann keine Männer mehr gibt, die (auch) für Frauen Straßen bauen, die Mülltonnen leeren, die LKW mit Kosmetik durch die Gegenden schaukeln - oder im Notfall Land und Leute gegen äußere Feinde verteidigen. Schauen Sie fern? Bestimmt. Wieviele Frauen sehen Sie bei Katastropheneinsätzen? Wieviele Frauen holten zerfetzte Leiber aus Unfallsituationen heraus? Wieviele Frauen sterben in Afghanistan bei unseren »Soldaten und Soldatinnen«? Dagegen stehen ein paar Kaffeemaschinen-verwöhnte GleichstellungsbeauftragtInnen, die mir als Mann/Alleinerziehender/Wähler/Bürger etwas über Geschlechtergerechtigkeit erzählen wollen? Nö.

Ich weiß schon: Ich möchte »das Rad zurückdrehen«, die patriarchalischen Zustände von anno tobak wiederherstellen, bin wahrscheinlich ein Rechter und außerdem ungeübt im Gebrauch von Körperpflegemitteln. Wahrscheinlich kriege ich keine ab, bin genital eher minderbestückt usw. usf. - Ich kenne diese Tiraden in jeder erdenklichen Variation. Man möchte all diesen Herrenmenschinnen zurufen »werdet endlich erwachsen« und behandelt diese andersgeschlechtlichen Aliens so, wie ihr selber behandelt werden möchtet.

Nur das noch: 1918 haben sich Männer u.a. auch für das Wahlrecht der Frauen erschießen lassen. In den 1970ern wurden die ersten Frauenhäuser geschaffen - mit breiter Unterstützung des männlich dominierten Staatsapparates. Männer erwirtschaften überwiegend die Steuern, die Frauen überwiegend ausgeben. Die Liste ist schier endlos: Weitere Informationen unter www.manndat.de.

Ich persönlich bin es einfach satt zu diskutieren. Es muss gehandelt werden, im Familienrecht, bei Scheidungen, beim Kindsumgang, bei der Wehrpflicht, bei schmutzigen Jobs, bei gesundheitsgefährdenden Arbeiten (zu 99 % von Männern besetzt). Und ich kleiner Bürger warte nicht, bis sich die Tante SPD endlich bewegt. Es gibt nämlich ein Kriterium, das in sehr langfristiger Hinsicht entscheidend ist für die Wählbarkeit einer Partei (muss nicht mal nur die SPD sein): Integrität und Glaubwürdigkeit. Von all dem sehe ich bei führenden Frauenbewegten (Männer wie Frauen) oder bei den Parteien schlichtweg gar nichts.

Bitte nicht persönlich nehmen, ich weiß Ihr Engagement durchaus zu schätzen, aber es kommt sicher 20 Jahre zu spät.

Stadtmensch

20 Jahre zu spät?

Bild von Monika Dittmer

Lieber Stadtmensch,

nehmen Sie stellvertretend meine Entschuldigung an?

Sie haben Recht und es ist gut, wenn Sie in einem großen Schwall ihre Argumente hier ausbreiten. Es ist an der Zeit die Denkblokaden aufzuheben und die Meinungsfreiheit auch in Sachen Gleichstellung wieder einzuführen. Die Scheuklappen müssen weg und der Tunnelblick muss sich weiten. Männer und Frauen sollten auf Augenhöhe ins Gespräch kommen können, das ist doch nicht zu viel erwartet, oder?

Sie schreiben ich käme 20 Jahre zu spät, es täte mir mehr als leid, wenn Sie damit ebenfalls Recht hätten. Nicht um meinetwillen, sondern wegen meiner Kinder und Enkelkinder.

Zu dieser Zeit hatte ich kleine Kinder, war verheiratet, las hin und wieder die Emma und habe noch vergnüglich mit Freunden und Freundinnen über die Geschlechterfrage diskutiert, eher harmlos, weil wir im Grunde unsere Männer liebten und mit ihnen alte werden wollten.

Dann kam die Scheidungshysterie, die bis heute anhält und ich bin stutzig geworden.

Heute plädiere ich für eine neue Gleichstellungspolitik, in der es selbstverständlich nicht um die Überwindung des Männlichen gehen soll. Warum auch?
In jede Frau hat auch männliche Anteile, in jeder steckt zu 50 % ein Vater und, wenn Sie eine Mutter werden möchte, dann besitzt sie nur die Hälfte von dem, was sie dazu benötigt. Das Gleiche gilt natürlich umgekehrt auch für einen Mann.

Warum sollte ich das alles verunglimpfen und abwerten? Wir brauchen uns doch gegenseitig, sind aufeinander angewiesen. Es könnte doch ein gesellschaftliches Ziel sein, dies mit größtmöglicher Wertschätzung und wenn möglich sogar noch mit geschwisterlicher Zuneigung zu tun.

Und warum? Für unsere Kinder und Enkelkinder. Ich sehe schwarz für die Zukunft, wenn wir das nicht bald hinkriegen.

Und Sie haben wieder Recht: Genug geredet, jetzt ist Handeln angesagt. Wir sollten herausfinden, was das für jeden von uns bedeutet und dann mutiger werden.

Besser die Männer alleine

Bild von Peter

Mit Gleichstellung war und ist nur eines gemeint : Die Vertretung der Interessen von Frauen, oft masslos in ihren Ansprüchen. Selbst die Diskriminierung von Männern wird befürwortet und zynisch "positive Diskriminierung" oder "positive Aktionen" genannt. Zu guter Letzt findet sich im Parteiprogramm der SPD der dumme Spruch: "Wer die menschliche Gesellschaft will, der muss die männliche überwinden".

Der Feminismus, institutionalisiert durch Gleichstellungsbeauftragte, hat sich schon lange vollständig als Gesprächspartner diskreditiert. So wie eine FDP mit ihrem Programm für die Interessen der Arbeitgeber steht, so steht die SPD für die Vertretung der Interessen von Frauen.

Berechtigte Anliegen von Männern wurden nicht nur nicht gehört, sondern in aller Regel verspottet, verhöhnt, die Männer als "Frauenfeinde" oder rechtsextreme Ewiggestrige, wenn nicht gar "Nazis" diffamiert.

Männer sollten vom Feminismus lernen, sich organisieren und ihre Interessen unter Ausschluss der Frauen formulieren und wahren. Es wird nicht mit feministischen Gleichstellungsbeauftragten gehen, sondern nur gegen sie. Wer etwas anderes glaubt, der ist ein Träumer.

I have a dream!

Bild von Monika Dittmer

Hallo Peter,

da gibt es nichts zu beschönigen, deshalb möchte ich auch garnicht nach seichten Argumenten suchen.

Dein Frust ist berechtigt, allerdings hilft eine Explosion der Gefühle genauso wenig, wie sich in Männernetzwerken zu isolieren. Das haben Frauen ja bereits gemacht mit genau dem Erfolg den du beschreibst.
Wollt ihr Männer da wirklich ebenfalls landen?

Ich denke es wird Zeit, dass Frauen ein ehrlches Resumee ziehen und sich selbst dabei nicht schonen. Sie müssen es aushalten den Männern zuzuhören, auch wenn diese "harte" Wahrheiten aussprechen.

Mit meinem Menschenbild ist das, was du beschreibst nicht mehr vereinbar, deshalb halte ich eine veränderte Sicht und Handhabung einer Gleichstellungspolitik und -arbeit für dringend erforderlich. Wenn die SPD schnell handelt, könnte sie Vorreiter sein und mit einem Alleinstellunsmerkmal punkten.

Bin ich zu radikal, wenn ich träume:
Ab sofort werden die Gleichstellungsstellen paritätisch mit einem Mann und einer Frau besetzt und eine Männerquote in die bestehenden Frauennetzwerke eingeführt. Warum? Weil damit die Perspektive beider Geschlechter in die Gleichstellungsarbeit und - politik schnellstmöglich Einzug nimmt und die vorhandenen Ressourcen ebenfalls paritätisch verteilt werden.

Ich jedenfalls möchte meinem Sohn die gleichen Möglichkeiten bieten wie meiner Tochter, ist daran etwas falsch?

"Ich jedenfalls möchte

Bild von Peter

"Ich jedenfalls möchte meinem Sohn die gleichen Möglichkeiten bieten wie meiner Tochter, ist daran etwas falsch?"

Daran ist gar nichts falsch. Ich vermute aber, dass Sie mit Ihren Ansichten sowohl in der SPD, ebenso bei den Grünen als potentieller Koalitionspartner und unter Gleichstellungsbeauftragten - leider - ziemlich alleine dastehen. Es würde mich auch nicht erstaunen, wenn Sie sich aufgrund Ihrer Äusserungen hier schon bald einer Menge Anfeindungen ausgesetzt sähen.

Anfeindungen

Bild von Monika Dittmer

Hallo Peter,

wo stand das bloß noch? "Viel Feind, viel Ehr" ?

Wenn es im Kontext der Geschlechterfrage zu Feindschaften kommt, dann könnte das ein Hinweis darauf sein, daß diese Personen sich im Geschlechterkampf befinden.

Ich bin keine Geschlechtersoldatin und weder im Kampf noch habe ich Lust zu kämpfen. Das ist mir als Frau auch garnicht erlaubt, wenn ich recht informiert bin. Außerdem bin ich aus dem Tauglichkeitsalter längst heraus und wahrscheinlich nicht mal mehr für die Reserve geeignet.

Aber, mein Verstand funktioniert noch. Wenn überhaupt, dann sollten wir es mal mit Argumenten und Mehrheiten versuchen. Sind meine schlecht und es finden sich keine Mehrheiten, dann läuft sich das Thema sowieso tot. Es gibt für keine Seite etwas zu befürchten.

Die Welt ist im Wandel, gehen wir mit?

Wer stehen bleibt, ist jetzt in diesem Moment bereits überholt.

Freie Meinung in einer Demokratie?

Bild von Monika Dittmer

Hallo Peter,

als ich in der Schule im Englischunterricht mal eine "Lesson" zum Hyde Park und der "speakers corner" las, fand ich die Idee toll, einfach mal sagen zu können, was man denkt. Später gefiel mir das alte Lied, "Die Gedanken sind frei" sehr gut.

Meinst du wir leben in einer Demokratie, in der jeder und jede eine freie Meinung haben kann? Ich habe darauf immer vertraut. Befördert das nicht auch den politischen Diskurs? Es wäre doch fatal, wenn man diskutiert und das Ergebnis stünde bereits fest. Oder, wenn man trotz unterschiedlicher Argumente stets zum gleichen Ergebnis kommen muss?

Wenn ich nicht sagen kann, was ich denke, fühle und für richtig erachte, dann kann ich ja gleich in den Iran auswandern und mir eine Burka überhängen.

Entscheidend ist letztlich nicht meine Meinung, sondern welche gesellschaftlichen Strömungen sich am Ende durchsetzen.

Ich vertraue auf die jungen Frauen und Männer und deren Energie für eine geschlechter-demokratische Zukunft.
Motivieren lasse ich mich im übrigen von meinen Kindern und Enkelkindern. Die singen die Zukunftsmusik!

Männer-Frauen

Bild von wildcrazy

Hallo Frau Dittmer,

mit Ihrer Arbeit stehen Sie Politisch vielleicht momentan hoch im Kurs.
Aber es gibt doch sehr starken Gegenwind,besonders von Frauen.
Wie kommen Sie damit klar?

Und dann sagen Sie auch ganz klar und offen Ihre Meinung.
Da ich eine Frau bin,müsste ich da nicht langsam Angst davor bekommen,das Männern wieder mehr Rechte eingeräumt werden,obwohl die uns doch in unserer ganzen Gesamtheit Jahrhunderte lang keine Rechte eingeräumt haben?

Nach vorne schauen!

Bild von Monika Dittmer

Hallo Wildcrazy,

wenn Sie nach hinten schauen wollen, dann tun Sie das. Hat der Mensch je aus der Geschichte gelernt?

Ich pflege eher die Haltung im Hier und Jetzt zu sein und mich auf das zu konzentrieren, was morgen/Zukunft ausmacht.

Kinder sind z.B. unsere Zukunft und auch, wie sie ihr Miteinander pflegen werden. Da sehe ich Handlungsbedarf, da sie uns, Mann und Frau, als Vorbilder haben. Wir müssen uns hinterfragen und keine Scheu davor haben ein ehrliches Resumee zu ziehen. Eine starke, emanzipierte Frau sollte dazu erst Recht in der Lage sein.

Männer sterben deutlich früher als Frauen. Wenn möglich, möchte ich, daß mein Sohn gesundheitlich ebenso profitiert wie meine Tochter, jedes gute Lebensjahr für ihn würde mein Herz erfreuen. "Wie kann man seine Chancen hier steigern?" Ist das keine berechtigte Frage.

Jungen sollen in die sozialen und pflegerischen Berufe, konsequenterweise müßten Mädchen dann nicht nur in die Ingenieurberufe und auf die Manageretagen, sondern ebenso auch in die gefährlichen und dreckigen Berufe.

Was sollte uns hindern, ehrlich auf beide Geschlechter zu schauen? Mich hindert jedenfalls nichts, Mensch ist Mensch. Es gibt mehr Unterschiede innerhalb eines Geschlechtes, als es zwischen Mann und Frau gibt.

Wenn ich nur Mädchen hätte würde es mir wahrscheinlich gefallen mir die Rosinen rauszupicken. "Du bist stark, dir steht die Welt offen, du kannst alles schaffen", darf ich das auch meinem Sohn sagen?
Ich habe einen Sohn und einen Enkelsohn und Schwiegersöhne, die ich wirklich lieb habe. Die sollen ebenso wenig über den Tisch gezogen werden, wie meine Töchter, Enkeltöchter und Schwiegertöchter. Gleiches Recht, nicht einseitiges Recht, wie sollte sonst meine Erziehung funktionieren?

Kinder sind meine Motivation und Richtung für meine Arbeit als Gleichstellungbeauftragte.

Ich vertraue im Übrigen auch auf deren Kraft! Die Jugend wird sich von überzogenen feministischen Forderungen nicht beeindrucken lassen, weil es ihrer Lebenswirklichkeit nicht mehr entspricht.
Junge Politikerinnen zeigen dies bereits deutlich mit ihren neuen Gedanken. Ich sprach mit Miriam Gruß (FDP), sie hat sich z.B. für die eigenständige Jungen- und Männerarbeit im Koaltionsvertrag eingesetzt, oder Christina Köhler/Schneider (CDU), die in ihrer Rede zum internationalen Frauentag äusserte die Frauenquote wirke wie Kortison. Von den Grünen und der SPD fällt mir spontan keine Politkerin/Politiker ein, dennoch wird es auch hier Frauen und Männer geben, die anders, vielleicht neu denken. Frauen, Männer, nur raus mit der Sprache!

Eine Gesellschaft besteht aus Männern und Frauen, einige davon sind emanzipiert, manche feministisch. Durchsetzen wird sich, wozu wir Mehrheiten finden.

Angst vor Männern? Ja, diese starken, mordenden, blutrünstigen mit Macht und Geld gesegneten Kerle sind wirklich furchterregend.

Wenn Sie, Wildcrazy, sich die Mühe machen und offen sind, dann wird sich ihr Bild vom Mann ändern. Lassen Sie Fakten aus der Wissenschaft auf sich wirken, wie sie etwa beim Männerkongress in Düsseldorf vorgelegt wurden. Männer sind nicht weniger Opfer des Lebens und der Gesellschaft, als wir Frauen es sind. Stärken Sie Ihre Empathie ins menschliche Wesen, in Frau u n d Mann.(Für Frauen scheint ihre Empathie ja vorhanden)

Wenn ein Mann Ihnen so vertraut, dass sie auch seine (schmerzhaften) Geheimnisse erfahren und seine Tränen sehen dürfen, dann ist da zwischen Ihnen etwas wirklich Schönes, menschlich Wertvolles passiert. Es wäre mehr als verwerflich, gar unmoralisch, das z.B. nach Ende einer Beziehung gegen ihn zu verwenden. Ich hörte es soll Frauen geben, die das tun.

Rache? Ist das einer "friedfertigen Frau" (Mitscherlich) würdig. Gleiches mit Gleichem vergelten zu wollen, hört sich für mich so alttestamentarisch an.
Ja, wo leben wir denn? Ich glaube Männer und Frauen im 21. Jahrhundert können würdigere und angemessener Umgangsweisen miteinander finden. Simone de Beauvoir spricht z.B. davon, wir müßten uns wie Brüder und Schwestern sehen, das wird gern mal überlesen ;)

Es besteht neuer Handlungsbedarf zwischen Mann und Frau, finden Sie nicht, liebe Wildcrazy?

Frauenrechte

Bild von Wildcrazy

Hallo Frau Dittmer,

anscheinend sind Sie felsenfest davon überzeugt,das egal was die Männer Frauen bisher angetan haben,vergeben und vergessen soll.
Auch ich habe Kinder und Enkelkinder,die in einer normalen Welt zurecht kommen müssen.Zu der es sowohl Männer als auch Frauen gehört.Und das finde ich auch akzeptabel.

Männer galten sonst als das starke Geschlecht,bis wir Frauen endlich auch mal was zu sagen haben wollten.
Nun hat sich das Blatt gewendet und es heißt plötzlich,das wir Frauen das starke Geschlecht wären.
MIR gefällt diese Rolle recht gut,weil sie mir zeigt,das wir auch alles in die Tat umsetzen können wie die Männer.

Warum sollten wir Frauen also daran etwas ändern wollen,Frau Dittmer?
Können sich die Männer jetzt auf einmal nicht mehr alleine wehren oder was ist mit denen los?

Brauchen die Männer tatsächlich uns Frauen als Fürsprecher für ihre Freiheiten?
Denn wir wurden doch von den Männern unterdrückt,durften fast überhaupt nichts.Und nur weil den Männern das nicht gefällt,das wir uns befreit haben,müssen wir denen doch nicht gleich dabei helfen sich von uns zu befreien.

Wie sehen Sie das Frau Dittmer?

Warum Geschlechterk(rampf)?

Bild von Monika Dittmer

Liebe Wildcrazy,

wie weit zurück und wie tief möchten Sie in diese Diskussion einsteigen?
Ich kann keine Jahrtausende/Jahrmillionen Menschheitsgeschichte überblicken oder gar "bewerten",ich kann auch nicht in die Zukunft schauen, aber ich habe eine Meinung.

Wir müssen nicht gleicher Meinung sein und Sie brauchen Menschen mit männlichen Geschlechtsmerkmalen auch nicht helfen, wenn Sie das nicht wollen.

Ich sehe nicht, daß wir Frauen Jahrmillionen in Sack und Asche gelaufen sind, oder gar noch laufen. Ich sehe auch nicht, daß Männer immer und stets Vorrang und das Sagen hatten, oder gar noch haben.

Jeder hat das Recht auf ein eigenes Weltbild, auch im Hinblick auf die sog. Geschlechterfrage.

Wir sind hier auf einem sozialdemokratischen Blog. Ist das Grund genug die Demokratisierung zwischen den Geschlechtern zu fordern? Ist das Grund genug, Solidarität nicht von Geschlechtsmerkmalen abhängig zu machen?

Ich meine: Ja! Wir brauchen einander!

Männer sind Machos!

Bild von Wildcrazy

Liebe Frau Dittmer!

Sie haben vielleicht Recht in dem Punkt,das wir uns alle einander brauchen.

In den anderen Punkten muss ich Ihnen widersprechen.
Die meisten Männer sind davon überzeugt,das wir ohne sie nichts könnten.Trauten uns Jahrhunderte nichts zu.
Wir mussten ihnen erst beweisen,das wir all das können,was bisher eine Männerdomäne war.
Nun merken die Männer langsam,das wir ohne sie auch ganz gut leben können.DAVOR haben die doch bloß Angst!

Und Sie Frau Dittmer,möchten dieses Machogehabe tatsächlich wieder zurückholen?
Möchten Sie denn etwa wieder zurück in die Vergangenheit ?
Möchten Sie wirklich das die Männer wieder mehr Macht über uns ausüben?

Die Männer haben doch wohl eher Angst davor,das wir eines Tages sagen :Wir brauchen die Männer doch nicht!
Wir haben uns endlich befreit von allem und leben doch recht gut damit.Dürfen endlich mal tun,was wir wollen und Sie Frau Dittmer wollen DAS ändern?

Das möchte ich meinen Töchtern und Enkelkindern nicht antun!
Die sollen in einer Welt leben,in der sie über sich selbst bestimmen können.Das der Mann mit im Haushalt mithilft und auch mal eine Auszeit nimmt,sodass die Frau auch die Möglichkeit hat,in ihrem früher erlernten und ausgeübten Beruf wieder eine Chance erhält.

Wie sehen Sie das Frau Dittmer?

Sagen sie mal, sind Sie

Bild von Anonymous

Sagen sie mal, sind Sie blind, taub oder einfach nur ignorant??

Ich habe selbst genug Erfahrung mit dem Thema "Gleichstellung" und ich kann nur sagen, daß für Frauen mehr getan wird als für Männer! Daß Männer natürlich auch vor Gewalt und Diskriminierung geschützt werden müssen ist gesetzlich verankert. Wer hier Angst vor Veränderung hat, daß sind Sie ganz alleine! Also lassen Sie ihre Hetzparolen stecken und lesen Sie erstmal richtig und sehen Sie genau hin, bevor Sie solchen Unsinn verbreiten!

DANKE!

Männer sind Machos, Frauen sind Tussis?

Bild von Weibsteufel

Liebes Wildcrazy,

Ihr Weltbild erschreckend lustig geblieben. Es hat sich in den letzten Jahren wirklich einiges getan.

bitte öffnen Sie Ihre geschminkten Äuglein. Die Gleichstellung ist längst angekommen. Warum nicht bei Ihnen ? Fragen Sie doch einfach mal Ihre Töchter, oder besser Ihre Enkel. Dann werden Sie wissend.

Bitte öffnen Sie auch die Schatulle Ihrer Lesebrille. Dann lesen Sie, daß Frau Dittmer die femininen Errungenschaften der Frauenbewegung nicht schmälern will. Warum können Sie das nicht erlesen?

Bitte versuchen sie einfach auch Ihr Herz zu öffnen. Vielleicht können Sie dann erfühlen, das Gleichstellung der Geschlechter so weit vorankam, das der Mann nicht mehr die gleichen Chancen und Möglichkeiten hat, die der Frau offen stehen.

Frau Dittmer scheint das erkannt zu haben. Meine Unterstützung hat sie bei Ihrem Bemühen.

Mutig-Mutig!

Bild von Eine Frau,die mitdenkt

Liebe Frau Dittmer!

Mit begeisterung sehe ich,was Sie bisher in Ihrer Schaffensphase schon bewirkt haben.

Lassen Sie sich bitte nicht davon abhalten,auch weiterhin genau das zu tun!

Sie scheinen eine mutige Frau zu sein,die genau weiß,was sie tut.

Gehen Sie weiter mutig voran,Frau Dittmer.

Sie sind auf dem richtigen Weg-weiter so!

Eine Frau,die mitdenkt

Endlich mal eine

Bild von Horst

Endlich mal eine Gleichstellungsbeauftragte, die ihren Namen auch verdient!
Respekt Frau Dittmer! Machen Sie weiter mit ihrer Arbeit, die BEIDE Geschlechter angemessen berücksichtigt.

Wenn ich das nicht schon oft genug gehört hätte.

Bild von Goofos

Liebe Frau Dittmer, ich möchte sie fragen was gemeinsam am Tisch dann beredet werden soll? Die Idee habe ich nun schon öfters gehört, auch Männer für einen Dialog ganz ohne Schuldzuweisung mit an den Tisch zu holen. Warum daraus nichts wurde ist eigentlich ganz einfach. Es entpuppte sich als, dass die Schuld der Männer eine eindeutige Sache darstellt und die Männer nur dazu eingeladen werden um zu bereden wie Männer dazu beitragen und helfen könnten die einzigen Benachteiligten, die Frauen, auch das wird als eindeutig angesehen, zu stärken. Sie sollten verstehen, dass ich bei dem Wort "Gleichstellungspolitik" inzwischen nur noch an zahlreiche Schuldzuweisungen von Frauen an die Männer in jeglicher Form von Männerfeindlichkeit, Männerbashing bis hin zu Pauschalverurteilungen von Männern denke. Die Erkenntnis hierbei weit über das Ziel hinaus geschossen zu sein kommt leider reichlich spät. Für mich ist das ein Kuhhandel nun vorsorglich auf Schuldzuweisungen zu verzichten wenn man die Männer mit an den Tisch holen möchte. Was ich nicht einsehen werde wenn die Gleichstellungspolitik als erstes die Männer zum Sündenbock für alles macht und dann auf einmal wieder auf Friede, Freude, Eierkuchen setzen möchte als sei nichts geschehen. Zudem gerade von den Männern verlangt das gleiche zu tun.

Die Schuldfrage entfällt!

Bild von Monika Dittmer

Hallo Goofoos,

Sie beschreiben mit Recht desillusioniert davon, wie es bisher war/ist und gerade dagegen möchte ich mich auflehnen.
Es muss Schluss sein damit zu glauben, frauenfreundlich zu sein hieße männerfeindlich sein zu müssen. Es ist scheinheilig und unehrlich und einseitig, wenn so verfahren wird, wie sie beschreiben.

Diese Art Gleichstellungspolitik hat meines Erachtens nach ihren Namen nicht verdient, denn es ist einseitige Förderpolitik für Frauen, die heute längst nicht mehr nötig ist.

Diskriminierung kennt kein Geschlecht. Aufgabe der Gleichstellungsarbeit muss es sein j e d e Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes zu benennen. Ich jedenfalls kann nicht wegschauen, nur weil der Mensch andere Geschlechtsmerkmale hat als die meinen. Mir ist schleierhaft, wie das heute noch vielen Frauen und manchen Männern und insbesondere den bezahlten Gleichstellungsbeauftragten und - politikerInnen gelingt, mit diesen Scheuklappen durch die Welt zu laufen.

Als starke, emanzipierte Frau kann ich es aushalten auch einmal einem Mann zuzuhören, wenn er davon spricht, wie es ihm aufgrund seines Geschlechtes schwer gemacht wird. Als Sozialdemokratin meine ich dann auch politisch handeln zu müssen.

Wäre das vielleicht eine "reife" Gleichstellungspolitik? Mann und Frau sitzen an einem Tisch, tauschen Argumente aus, suchen Kompromisse und helfen mal ihm mal ihr weiter voranzukommen.

Im 21. Jahrhundert sollten wir dem Wandel in unserer Gesellschaft nachkommen und hier Änderungen vornehmen. Die SPD sollte sich für dieses neue Kapitel Gleichstellungspolitik öffnen und die männliche Gesellschaft ebenso wert schätzen wie das weibliche Pendant.

Das Wohl unserer Söhne und Töchter hängt davon ab!

Mehr Solidarität Schwestern!

Bild von KreuzbergSozi

Als junge Frau bin ich stolz auf die Erfolge, die die Frauenbewegung für meine Generation erreicht hat. Heute sind viele Frauen auch politisch aktiv und mischen sich ein. Es ist fast schon selbstverständlich, dass Frauen auch all das erreichen können, was bislang nur den Männern offen stand. Doch je höher Frauen aufsteigen umso geringer wird die Solidarität untereinander. Dadurch verbauen wir uns selbst den Weg nach ganz oben. Also mehr Solidarität Schwestern!

Frauen können alles erreichen

Bild von Monika Dittmer

Hallo KreuzbergSozi,

die Frauenbewegung hat viel erreicht und darauf können wir mit Recht auch stolz sein. Frauen profitieren heute so sehr davon, daß es wie du schreibst "selbstverständlich" geworden ist. Und gerade da sehe ich eine gewisse Gefahr. Unreflektiert werden von Frauen Vorteile übernommen und damit möglicherweise auch eine Diskriminierung des anderen Geschlechtes in Kauf genommen.
Ich möchte Gleichstellung von Mann und Frau konstequent weiterdenken: Geht es "dem Mann" auch gut? Worin besteht sein "Profit"? Ich glaube emanzipierte und starke Frauen können sich heute dieser Frage stellen und haben kein Problem damit sich unabhängig vom Geschlecht für einen Mann ebenso einzusetzen, wie für eine Frau.

Ich glaube nicht, daß ein Aufstieg in die höchsten Posten unserer Gesellschaft durch mehr Solidarität der Schwestern erreicht werden kann. Könnte es vielleicht sein, daß Frauen da garnicht in dem Maße hin wollen? Akademikerinnen entscheiden sich immer mehr gegen ein Kind. Wenn das der Preis für Macht und viel Geld ist, dann mag diesen vielleicht nicht jede zahlen.
Wer da ganz oben mitmischen will braucht möglicherweise einen Menschen an seiner Seite, der die Rückendeckung übernimmt. Wenn ein Mann bereit ist dies für eine Frau zu tun und sie hat auch noch den Mumm und die Fachkompetenz und kann dann auch noch gut ohne Kinder leben, kann das ja auch klappen.
Dennoch bleibt der Preis hoch und die weiblichen Vorbilder sind nicht mimmer wirklich nachahmenswert, oder?

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