Hurt people hurt people – verletzte Menschen verletzen Menschen. Die Abgründe der menschlichen Seele spiegelte sich in zwei Filmen wieder, die am Montag auf dem Programm standen.
Der Wettbewerbsbeitrag Greenberg von Noah Baumbach zeigt in 107 Minuten, wie schwierig es ist, die Einsamkeit in sich aufzulösen und neue Verbindungen zu knüpfen. Der 41jährige Roger Greenberg, gespielt von Ben Stiller, will nach Jahren in der psychiatrischen Klinik wieder neu anfangen.

Regisseur Noah Baumbach | Photo: Wilson Webb © 2010 Focus Features
Er kehrt aus New York nach L.A. zurück und findet sich nur schwer zurecht, ist geleitet von Zwangsneurosen und will da wieder anfangen, wo er vor 13 Jahren aufgehört hat.
Dass sich auf einmal eine junge Frau für ihn interessiert, versteht er nicht (und nebenbei gesagt auch nicht der Zuschauer), er kann damit nicht umgehen und verbaut sich vermeintlich jede Aussicht darauf, aus seiner Höhle auszubrechen.

Ben Stiller | Photo: Wilson Webb © 2010 Focus Features
Sympathisch ist die Hauptfigur auf keinen Fall, zu in sich gekehrt und „verrückt“ wirkt David Greenberg, vielleicht auch "nur" bedingt durch die Medikamente, und trotzdem verspürt man so etwas wie Mitgefühl und Sorge und hofft, dass Besserung eintritt.
Drogen scheinen die Hülle kurzfristig zerbrechen und die Verbindung zur Jugend wieder auferstehen zu lassen, doch danach wirkt alles noch viel kaputter.



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