Verdrehtes Demokratieverständnis!

von Martina Wilczynski - 21.01.2010
In Berlin und Dresden wurden die Büros des Bündnisses, das die Antinazidemo für den 13.02.2010 organisiert, durchsucht. Und in Sachsen wurde ein neues Versammlungsrecht von der CDU und FDP beschlossen, das der NPD in die Tasche spielt. Der Ductus eines solchen Tuns, in einem an sich demokratischem Land, ist schon mehr als ungeheuerlich...

Gestern war wieder so ein Tag, wo man an den Grundwerten der Demokratie in unserem Land so seine Zweifel hat.  Zum einem wurden fast zeitgleich die Büros der Organisatoren der Anti-Nazi-Demo am 13.02.2010 in Dresden und Berlin durchsucht - als wenn man dort Schussmunition oder andere gewaltfördernde Instrumente finden würde. Dabei waren es die normalen, völlig legitimen Mobilisierungsplakate. Da tun junge Leute ihre normale Bürgerpflicht und sagen den rechten Tendenzen in unserem Land den Kampf an -  und dann werden sie Dank des Vorgehens der Staatsanwaltschaft und der Polizei am Ende wie Kriminelle vorgeführt.

 

Schon dieser Vorgang allein ist ein Ding aus dem Sondertollhaus, weil die Staatsmacht keine gesunde Differenzierung vornimmt. Denn zum zweiten beschliesst das Kabinett Tillich in Sachsen ein Versammlungsgesetz, welches in gleiche Kerbe haut. Bunte Meinungsbildung und Kundgebunden werden dem braunen Spuk untergestellt. Dort in Sachsen dürfen Rechte, Linke oder der normale Bürger sich irgendwo im Dunkeln fern von Stadtzentren treffen, um gegen was auch immer Wort zuergreifen oder einen Demonstrationsmarsch  durchzuführen.

 

Die Polizei unterscheidet nicht, wer hier demokratisch gesunde Standpunkte im öffentlichen Raum vertritt oder wer im Menschenverachtenden Ductus dumpfe Parolen absondert.  Hier sollte man doch mal unterscheiden, wer unserer Gesellschaft mehr nutzen bringt oder wer wirklich die jenigen sind, die sich schlimmster Mittel bedienen, um die Demokratie damit massiv  schwächen.

Nun gut, wir sind ein freies offenes Land. Und jeder hat ein Recht auf Meinungbildung und Meinungsabgabe. Aber: es ist eine echte Herausforderung für junge und alte Hasen aus Politik und Gesellschaft, ein echtes Kraut gegen diese Form von Demokratiemissbrauch zufinden. Das wäre mehr als angebracht.

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Antwort

Hallo Peter,

ja da sammelt sich so einiges zusammen - wenn man gerade das was in der letzten Zeit passiert ins Augenmerk nimmt. Manchmal drückt sich mir dier Gedanke auf, hier soll ein Anfang genommen werden um die Demonstrationskultur in unserem Land zuschwächen. Das Volk soll sein Maul halten und am besten mit dem selbständigen denken aufhören.

Bleiben wir wachsam und sehen wir zu, das wir uns dabei Regeln geben.Die von rechtlicher Seite nicht anzuzweifeln sind!

Freundliche Grüße zurück

MpW

verdrehtes Demokratieverständnis

Liebe Martina,

es ist natürlich ein Skandal, was hier gerade in Sachsen passiert.
Nur, mich erstaunt das nicht.
Es gibt gute, freundschaftliche Verbindungen zwischen NPD, CDU und FDP.
Zu nennen ist hier an erster Stelle der Verband „deutsche Burschenschaft“.
In holder Eintracht sitzen hier zusammen:
Peter Ramsauer von der CSU, z.Z. Verkehrsminister
Peter Roehlinger, FDP, (Friedrich-Naumann-Stiftung)
Patrick Kurth, FDP auswärtiger Ausschuss
Jürgen Gansel und Arne Schimmer von der NPD, beide im Landtag.
Der Kracher schlechthin ist aber:
Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU-CSU Fraktion und, man könnte fast lachen:
Zu Uhls Aufgaben gehört die:“ Gesetzgebung über die Beobachtung der extremen Rechten“.
Uhl ist Autor bei den „burschenschaftlichen Blättern“, in denen auch über angebliche Erfolge und historische Verdienste Hitlers und Hess schwadroniert wird.
Das ist aber nur eine von etlichen wohlwollenden Verbindungen von CDU CSU und FPD
mit dem rechtsradikalen Pack.
Ob nun NPD DVU pro Hannover oder pro Köln, es gibt inzwischen so viele rechtsextreme Gruppierungen, und die entsprechend guten Verbindungen zur bürgerlichen „Mitte“, da kann man schon eine Doktorarbeit drüber schreiben.
Ich habe mir mal den Spass gemacht, die Verbindungen des Herrn Wulfs CDU Niedersachsen
mit der rechtsextremen Szene zu recherchieren, viel Arbeit, aber, es gibt sie, die Seilschaften zu den Rechtsextremen.
Die Familienministerin Köhler hatte noch bis vor kurzem eine Verlinkung zu einer rechtsextremen anti Islam Hetzseite auf ihrer home page.
Wenn ich mich richtig erinnere, ist sie auch Fan der „jungen Freiheit“.
Rechtsradikales und antidemokratisches Denken reicht inzwischen bis weit in die sogenannten bürgerlichen Parteien hinein.
Die Grundwerte unser Demokratie werden tatsächlich inzwischen sehr strapaziert.
Da muss man gegendrücken.
Und man muss die Dinge öffentlich machen.

Freundliche Grüsse, Peter

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