Ja, ich gehöre zu der seltenen Spezies, die in Krisenzeiten nicht aus- sondern eintritt. Ich bin 27 und wohne selten länger als ein paar Jahre am selben Ort (zurzeit in der Schweiz). Seit meinem Eintritt in die SPD Anfang des Jahres suche ich Anschluss an die Partei.
Wie mir geht es glaube ich vielen. Gerade die jüngere Generation ist mobiler geworden. Ich sehe mich als Bundesbürgerin, vielleicht auch als Europäerin; mein zu Hause ist da, wo mein Kleiderschrank steht. Und da ich in die SPD eingetreten bin, als ich schon in der Schweiz gewohnt habe, ist mein Ortsverein offiziell Bonn. Ergo bin ich nie da gewesen. Also tue ich das, was für meine Generation so charakteristisch ist: Ich nutze das Internet.
Ich würde mich gern einbringen, mitdiskutieren, mitbestimmen. Doch momentan habe ich das Gefühl, dass dafür in der SPD kein Platz ist. Die Seite 'meine SPD' ist fürchterlich strukturiert, und ansonsten schneit einfach nur hin und wieder ein Newsletter rein. Das war's.
Dabei glaube ich nicht, dass ich so allein dastehe. Immerhin wird doch von allen Seiten mehr Mobilität gefordert, nicht nur innerhalb Deutschland, sondern am besten auch ins Ausland. Praktika, Referendariate, Wahlstationen, alles am Besten an verschiedenen Orten. Auch der klassiche Ausbildungsweg (Lehrstelle, vom Betrieb übernommen werden,) ist die Ausnahme.
In der Partei scheint dies allerdings noch nicht angekommen zu sein. Dadurch wird nicht einfach nur Potential verschwendet. Es ist auch frustrierend. Wie soll ich mich mit einer Volkspartei identifizieren, sie wählen, Mitglied sein und Mitglied bleiben, die meine Generation ignoriert? Dabei sind wir die Zukunft der SPD!
PS. Wer es gern etwas konkreter mag, möge sich bitte bei mir melden!



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