SPD für ein erneutes NPD-Verbot

von Klaus Hagemann - 25.02.2010
Die Mitglieder der SPD haben im Petitionsausschuss für ein erneutes Verbotsverfahren der rechtsextremen Partei votiert. Wer die NPD für verfassungswidrig hält, muss sie auch verbieten.

Für die SPD bestehen keine Zweifel daran, dass die NPD das Kriterium der Verfassungswidrigkeit erfüllt. Der Rechtsextremismus ist in Deutschland die gefährlichste Art von Extremismus. Er muss mit allen rechtmäßigen Mitteln bekämpft werden. Dazu gehört auch ein Verbot der NPD. Wenn diese Partei verboten werden kann, dann sind wir eindeutig dafür, weil sie eine Partei ist, die den Nationalsozialismus offen verherrlicht und eine aggressiv-kämpferische Grundhaltung gegenüber unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung
aufweist. Dafür gibt es auch genügend belastendes Material.

Es muss Schluss sein - mit der braunen Propaganda und mit der staatlichen Finanzierung der braunen Propaganda. Die NPD ist bei der letzten Bundestagswahl zwar nur auf 1,5 Prozent der Stimmen gekommen. Trotzdem kann sie mit mehr als einer Million Euro Wahlkampfkostenerstattung pro Jahr aus Steuergeldern rechnen. Diese Strukturen der Finanzierung für rechtsextreme Gesinnung müssen zerschlagen werden. Das NPD-Verbot ist überfällig.

Das haben wir im Petitionsausschuss mit dem Votum, die Petition der Bundesregierung zur Berücksichtigung zu überweisen, deutlich gemacht. Die CDU und die FDP haben das Anliegen der Petition nicht unterstützt, obwohl es auch bei der CDU in Bayern und Rheinland-Pfalz Stimmen der Ministerpräsidenten für das Verbot gibt.

Dass über das Verbots-Verfahren hinaus eine politische Auseinandersetzung - wie kürzlich in Dresden - notwendig ist, ist für die SPD selbstverständlich.
 

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Wer ständig andere

Bild von Kurt Hager

Wer ständig andere verbieten will gehört selbst verboten!

Für mich ebenfalls nicht

Bild von Benedikt Schmitz

Für mich ebenfalls nicht wirklich zutreffend. Wenn wir die verbieten, lassen die sich nichtmehr kontrollieren und dann haben die Neonazis in hunderten kleinen Gruppierungen ihr neues zu Hause.

Lieber Überwachen und nicht verbieten, als verbieten aber nicht zu überwachen!

Was nicht anders kann, das muß

Bild von Richard Detzer

Tut mir leid, von mir aus keine Zustimmung. Dieser Schuß geht ins eigene Bein. "Wer die NPD für verfassungswidrig hält, muss sie auch verbieten."
Was ist das für ein Angebot. Allein weil man jemand anders für verfassungswidrig hält, hat man schon das Recht diesen jemand zu verbieten. Das ist mir neu. Ist die SPD damit auf dem Weg zu einem göttlichen Über-Recht.
Wer sich blind in einer einseitig ideologischen Auseinandersetzung gibt, sollte an anderer Stelle sehr vorsichtig sein mit seinen Verbotsanträgen. Einzig bekannt mildernder Umstand, er kann nicht anders.
Schwere ideologische Fehler tun der Partei nicht gut. Sie sind genau der Grund, warum sie in der Vergessenheit zu versinken droht. Das größere Problem ist dann wohl mangelnde Sicht, geringer Blick für die Wirklichkeit. Hier haben wir nicht andere und anderes zu verbieten, wir haben bei uns selbst genügend gerade zu stellen.
Ich halte es für ratsam, demnächst keine weitere politische Irrfahrt im ideologischen Traditionalismus der Partei zu tätigen, und von jeder politischen Feindfahrt tunlichst abzusehen.

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