Nach Norwegen, Island und Dänemark standen noch weitere Vorentscheidungen am vergangenen Wochenende an: Zypern und die Niederlande wählten ihren Beitrag zum Eurovision Song Contest in Oslo:
Während in Deutschland der Eurovision Song Contest zur nationalen Aufgabe ausgerufen wurde, hatte die Niederlande Vader Abraham gebeten, ein Lied zu komponieren, das in seiner Einfältigkeit mehr als bescheiden war. Ein Abend lang konnte das niederländische Publikum am 7. Februar das Lied in fünf Versionen hören. Die vier Mitglieder der Jury und das Publikum hatten je einen Punkt zu vergeben. Die 17jährige Sieneke erhielt zwei Punkte, ebenso wie die Girl-Band Loekz. Der einzige männliche Sänger Vinzzent erhielt den Publikumspunkt. Da es nun unentschieden stand, entschied sich Vader Abraham für die 17jährige Sieneke und uns verschlägt es die Sprache ob des erklärten Willens der Niederlande auf keinen Fall das Finale des ESC erreichen zu wollen:
Auch Zypern nutzte den Sonntag für seine Entscheidung, welcher Titel nach Oslo geschickt werden soll. Von 9 vorgestellten Beiträgen gewann eindeutig der 22 jährige Jon Lilygreen und die Insulaner (& the Islanders). Der Titel: Life looks better in spring. Eine nette schöne Ballade, die man gerne als Hintergrundmusik hört, hat sie doch auch im Text einen melancholischen Beigeschmack (Ein Paar hat sich getrennt und jetzt hofft der eine, dass sie ihn eines Tages wieder wahrnehmen wird, man über Gefühle reden kann und vielleicht gibt es dann nach dem kalten Winter auch einen Kuss). Zwar ist das Lied vom zypriotischen Team Nasos Lambrianides und Melis Konstantinou komponiert, gesungen wird es aber von einem Jon Lilygreen aus Newport, Wales. Natürlich wollten wir mehr erfahren über diesen jungen Mann und wieder einmal zeigt sich, dass man nicht allen Müll im Kopf im Internet abladen sollte. Was auf seiner privaten MySpace-Seite vermeintlich cool klingen soll, ist mehr als peinlich und eigentlich kaum zitierbar
„I likes musics soooooooooooo much that I studies 'em in college, innit? Fuckin' knows it, blad! Seriously though, I do. Lots. I play acoustic. With my hands. Crazy, isn't it! But if you happen to know anybody who knows somebody who could be someone I know who puts on acts and such, then chuck them this way. Pretty please... Dig my mates. Got my back and shit. However, they are all gay and enjoy a good buggering from time to time. Except me, of course. Total dictator, power freak, terrible with relationships, short attention span and bad in bed. Any female Hitler enthusiasts most welcome.“
Mal sehen, wann dieser Eintrag verschwindet und das zugehörige Profil gelöscht wird?!
Und so bekennen wir freimütig: Das Lied ist nett, das Finale dürfte für Zypern leicht erreichbar sein - aber angesichts dieyser spätpubertären Entgleisungen wünscht mann sich da schon fast jemanden wie den zweitplatzierten Constantinos Christoforou mit seinem schlechten Englisch und der traditionell zypriotische Eurovisions-Musik und südländische Männer in weißen Gewänden zu Klängen der Hirtenflöte.
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