Sortieren Sie folgende vier Länder nach ihrer geographischen Lage von Norden nach Süden: Bulgarien, Georgien, Lettland und die Slowakei.
Diese vier Länder haben an diesem Wochenende entschieden, wer sie in Oslo beim Eurovision Song Contest vertritt, bis zum nächsten Wochenende kommen 14 Länder(!) hinzu, die letzten sechs Länder lassen sich dann noch eine Woche Zeit, aber dann wird es auch eng – am 22. März ist Meldeschluss.
Doch nun zu den vier Ländern – von Nord nach Süd:
Lettland
In Lettland wird auf der Bühne Wäsche gewaschen und ein Akkordeon, das sich langsam zum Musikinstrument 2010 entwickelt, gespielt. Dazu singt Aisha hoch erhoben (auf Stelzen? auf einer Leiter? auf einer Kiste?) What for? (Only Mr. God knows why) Und stellt Fragen über Fragen: Warum ist der Himmel blau, sind die Berge so hoch, für was leben und sterben wir. Onkel Joe kann diese Frage nicht beantworten, denn der kann nicht sprechen. Nur Mr. Gott weiß warum. Der Auftritt der lettischen Gospel-Björk ist originell und das Geschrei so herzzerreißend grell, dass wir den Frauen ihre Verzweiflung gerne abkaufen - doch soll der Text ernst gemeint sein?!
Die 1986 geborene Aisha, eigentlich Aija Andrejeva, steht seit 1991 auf der Bühne und ist zudem gelernte Flötistin. Hinweise zu einem besonders religiösen Hintergrund sind nicht bekannt.
Slowakei
In der Slowakei werden wir mit schnellen Trommelklängen in eine Fantasywelt geschickt und man hat den Eindruck, dass Komponist und Bühnenbildner ein wenig zu viel Avatar gesehen hat.
Horehronie heißt sowohl eine karste Region der Slowakei, die als besonders malerisch und kulturreich gilt, als auch der von der 22jährigen Kristina Peláková vorgetragene Titel für Oslo. Mangels Kenntnis der Region drängen sich dem Zuhörer und der Zuhörerin leicht Bilder von einem Rundtanz auf, getanzt zu den Klängen einer Trommel am Lagerfeuer, vorher gut versorgt mit berauschenden Natur-Extrakten des Dorf-Schamanen. - Und in der Tat geht es um die Natur und die Bäume und die Sonne und wie schön es ist, träumend auf der Wiese zu liegen. Für die einen wird dieses Lied hochwertiger Eurotrash sein, der sich sehr schnell in die Ohrmuschel bohrt, für die anderen ein nicht vollständig geglückter Versuch, alle Töne zu treffen.
Bulgarien und Georgien machten es wie beispielsweise Griechenland im letzten Jahr: Wir (die Fernsehanstalt) wählen für Euch die Künstlerin bzw. den Künstler aus und ihr (das Publikum) dürft das Lied bestimmen.
Bulgarien
In Bulgarien sang der 1976 geborene Miro 5 Lieder und mit über 48 % wählten die Zuschauerinnen und Zuschauer das Lied Angel si ti nach Oslo. Ein Handstand auf dem weißen Flügel vom Tänzer zu Beginn – wie soll man da ruhig Klavier spielen?! Die Windmaschine weht das Oberhemd nach hinten und ein gewinnendes Lächeln mit Augenaufschlag wird Punkte bringen. Der Song ist eingängig und wer hört nicht gerne: "Du bist ein Engel."
Georgien
In Georgien standen fünf Lieder zur Auswahl, vorgetragen von Sopho Nizharadze. Es gewann Shine, übrigens mitkomponiert von Hanne Sørvaag, der auch den norwegischen Beitrag dieses Jahr geschrieben hat. Die 1986 geborene Sopho Nizharadze ist in ihrem Land eine Berühmtheit, spielt in Musicals beispielsweise auch mal die Julia. Die Botschaft ihres Liedes ist auch nach mehrmaligen kritischen Prüfungen nicht als russlandfeindlich einzustufen und so steht diesmal nicht zu befürchten, dass ein Ausschluss erfolgt. Zurück geht es nicht mehr, aber morgen kann so viel mehr bringen, scheine wie die Sterne am Himmel und denke daran – du bist nicht allein. 5 Männer umgarnen Sopho auf der Bühne, da fällt das Scheinen leicht.
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