Bildungspolitik und Integration Sarrazin widerlegt sich selbst

von Karsten Karad - 03.09.2010
Was Herr Sarrazin sagt und schreibt, kann ich doch - ab einem gewissen Alkoholspiegel - an jedem Stammtisch hören. Dabei widerlegt er sich doch selber!

Wenn wir stolz auf unser deutsches Kulturerbe sind - die Bayern mögen verzeihen -, verstehen wir darunter doch vor allem unsere „preußischen Tugenden“. Die Einführung der allgemeinen Schulpflicht unter Friedrich Wilhelm I war es, die Bildung für alle ermöglichte, und damit eine Epoche der Dichter und Denker.

Erinnert sei auch daran, dass Friedrich der Große gut ausgebildete „Ausländer“ nach Brandenburg-Preußen angeworben und angesiedelt hat. Darauf begründete sich sein Erfolg weit mehr als auf irgendwelche gewonnenen Schlachten. Heute erreichen 10% der Schüler noch nicht einmal den Hauptschulabschluss, bei den Kindern mit Migrationshintergrund sind es sogar 20%. Was für eine Verschwendung von ungenutzten Ressourcen!

Und sie erreichen den Schulabschluss nicht,weil sie „Türken“ sind -wie Herr Sarrazin meint - , sondern weil in unserem Lande der Schulabschluss vom Geld, vom Reichtum, abhängt. Nirgendwo in Europa sind die sozialen Verwerfungen so groß wie in Deutschland! Bei der Bildung fängt die Integration an.

Wir sollten von den Siegern der PISA-Studie lernen: Eine integrative Gemeinschaftsschule bis zum 10 Schuljahr und eine anschließende variable zwei- bis vierjährige Oberstufe wäre die Antwort. Ich bin sicher, Friedrich II hätte mir zugestimmt.

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Genosse Thilo

Bild von Anonymous

Die parteiintern kumulierenden Publikationen zum "Fall Sarrazin" erscheinen mir doch eher wie vorausgeschickte Rechtfertigungen zu einem beabsichtigten unerhörten Vorgang. Zu einem skandalösen Vorgang, um es präzise zu sagen. Und ich bekomme langsam das Gefühl, dass die Verfasser dies auch wissen. Mit dem beginnenden Ausschlussverfahren ist die Volkspartei SPD drauf und dran, einen Teil der für diese Debatte notwendigen Meinungsbildung zu tabuisieren. Das ist nicht klug. Ich halte es eher mit dem Statement vom Neuköllner Bezirksbürgermeister, der weiß, wovon er spricht.
Sarrazin polemisiert, er argumentiert mit Pointen, nicht mit staubtrockenen Political-Correctness-Phrasen.
Sarrazin seziert. Er verzichtet auf die Applikation politischer Sedativa. Er bohrt - ohne Rücksicht auf das Schmerzempfinden seines Publikums und erst recht der politischen Klasse. Ausgewogenheit ist seine Sache nicht. In seinen mündlichen Statements vergreift er sich häufig im Ton. Die Empfehlung, "das Maul zu halten", sollte er sich insofern tatsächlich zu Herzen nehmen - aber nur im wörtlichen Sinne. Sei es drum. Niemand wäre auf die Idee gekommen, einen Herbert Wehner wegen verbaler Entgleisungen aus der Partei zu werfen. Oder doch? Wie dem auch sei: Der Skandal geht nicht von Thilo Sarrazin aus. Der Skandal geht von den in politischer Verantwortung handelnden Akteuren aus, die uns weismachen wollen, das uns allen bekannte Problem ließe sich unter Ausklammerung bestimmter Thesen diskutieren oder gar lösen. Ob diese Thesen wahr sind, steht dabei gar nicht zur Debatte. Mir kommt es langsam so vor, als stritten Mathematiker über die Zahlenlehre unter der Annahme, dass die Zahl Null nicht existiert. Derzeit traktieren uns die Medien mit den rührseligen (und nervenden) Geschichten erfolgreicher und integrationsfreudiger Migranten. Was für ein Blödsinn! Wer nicht völlig bind ist, muss doch sehen, dass zwischen dem Anteil der unter den Einwanderern bzw. ihren Angehörigen am stärksten vertretenen Ethnien an der Gesamtbevölkerung und ihrer Repräsentanz in Fach- oder gar Führungspositionen mit hohem Qualifikationserfordernis eine enorme Diskrepanz besteht. Wie verhält es sich eigentlich mit der ethnischen Verteilung in den Putzkolonnen der SPD Parteizentrale?
Zurück zu Sarrazin, noch darf man ihn ja Genosse Thilo nennen. Dessen hugenottische Vorfahren waren als Einwanderer willkommen. Hätten diese Vorfahren 30 Jahre gebraucht, um die Sprache ihres Gastlandes zu lernen, wäre uns Sarrazins politische Karriere wohl erspart geblieben, Preußens Prosperität allerdings auch.
Und was die "vererbbare Dummheit" (einer dieser unsäglichen Fehltritte mit Unterhaltungswert) betrifft: Ortega y Gasset, der nach heutigen Maßstäben wahrscheinlich keinen Anspruch auf ein Mitgliedsbuch der Volkspartei SPD hätte, formulierte in seinem Klassiker "Aufstand der Massen" nach kalter Analyse: Dummheit ist schlimmer als Bosheit. Bosheit setzt manchmal aus, Dummheit nie.
Sorry, ein Ausschluss wäre dumm. Und ich bin ganz zuversichtlich, dass sich auch in dieser Frage am Ende die Altersweisheit der über hundertjährigen Tante SPD durchsetzen wird.

Die SPD sollte Schröder,

Bild von Kreuzberg/Neukölln

Die SPD sollte Schröder, Steinmeier und Kolat rauswerfen.

Kolat leugnet den Völkermord an den Armeniern und verlangte, dass dieser nicht im Unterricht behandelt wird.

Steinmeier sang mit einem Anhänger der Grauen Wölfe. Die Wölfe sind die türkischen Nazis.

Schröder nannte den Massenmörder Erdogan einen europäischen Aufklärer und sagte 2006 auf dem Jihad-Wirtschaftstreffen in Saudi-Arabien, dass der Westen gefälligst seine Provokationen sein lassen soll. Mit Provokationen meinte er die schönen Bilder aus Dänemark.

Und solche Leute, Schröder, Kolat und Steini, tummeln sich in der SPD. Eklig, einfach nur abstoßend.

Artikel

Bild von Anonymous

Ein ganz toller Artikel, er sagt alles aus
Günther Gruchala

Sarrazin

Bild von Franz

Lieber Kartsen,

Du bist das eigentliche Problem. Der Gutmensch, der sich reflexhaft um die armen Opfer kümmert und gerade dadurch deren fehlenden Integrationswillen verstärkt.

Als Kind von Vertriebenen konnte ich in den 70ern studieren, weil die SPD damals die Hochschulen für alle geöffnet hat. In meinem Leben entstand Integration aus Zielsetzung, Chancengleichheit und Anstrengung. Dafür ist die SPD damals eingetreten. Deshalb habe ich sie immer gewählt und bin aktiv für sie eingetreten.

Heute stehen allen Migranten die Hochschulen offen, wenn sie sich integrieren und anstrengen wollen. Ich sehe in meinem Umfeld jedoch nur wenige türkische Jugendliche, die sich anstrengen, um in unserem Gemeinwesen mitzumachen und zu seinem Erfolg beizutragen. Dafür kenne ich mehrere islamische Großfamilien, die ohne Anstrengung in ihrem importierten anatolischen Dorf leben können, weil die Sozialhilfe pünktlich bezahlt wird. Das ist der Kern des Problems. Es gibt eine klar definierbare und für jeden sichtbare türkisch-moslemische Minderheit, die Anstrengung und Integration ablehnt, dabei aber gut von der Sozialhilfe und vom Kindergeld lebt.

Meine eigene Lebenserfahrung sagt mir, dass so Integration aktiv verhindert wird. Wer Kinder hat und diese durch Erziehung in die Gesellschaft integriert, muss Regeln setzen und Eigenleistung fordern. Sarrazin sagt genau das und fügt die Konsequenz hinzu, dass für fehlende Integrationsanstrengung kein soziales Netz finanziert werden sollte.

Falls die SPD, wie leider zu erwarten, Sarrazin ausschließt und die Realität weiter leugnet, werde ich mir eine andere Partei suchen, die der heutigen Wirklichkeit gerecht wird.

Frager

sarrazin

Bild von daniel

meine unpolitische meinung zum thema sarrazin ist, das ich es erschreckend finde, wie schnell eine person seiner positionen beraubt werden kann. immerhin ist er doch eine gestandene person, vorstand einer bank wird man denk ich nicht einfach so. das sein buch politisch nicht korrekt schein ist dahingestellt, dachte wir haben eine freie meinungsäusserung in diesem land. das alles erinnert mich sehr an die zustände der ehemaligen ddr.

Bevor du deine Tastatur

Bild von Links ist mein Herz

Bevor du deine Tastatur anfäßt und dummes Zeug weiterschreibst,solltest du ersteinmal richtig schreiben lernen!
2.Du hast wirklich NULL Ahnung von Sarrazin,noch von der ehem. DDR.Bilde dich ert einmal,bevor nochmehr dummes Zeug von dir hier kommt!

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