Die WM in Südafrika Lutz, mein Held!

von Björn Rosigkeit - 23.06.2010
Es ist immer wichtig mehrere heiße Eisen im Feuer zu haben denn gerade bei dieser WM zeigt sich, ein richtiger Favorit hat sich noch nicht herauskristallisiert. Stattdessen scheint mehr denn je alles möglich zu sein.

Nicht mehr lang, dann spielt unsere Nationalmannschaft um den Gruppensieg oder die sportliche Totalkatastrophe. Ich bin ehrlich schon ziemlich nervös, eigentlich undenkbar nach diesem Auftaktspiel. Jetzt stehen die Kicker von Trainer Yogi Löw am Scheideweg, entweder spielen die Jungs begeisternden Fußball und fahren den selbstverständlichen Gruppensieg ein oder sie werden die Deppen der Nation.

Dabei ist es wie immer in Deutschland. Nach dem Auftaktspiel waren wir gefühlt bereits Weltmeister, es war nur noch die Frage, wen wir im Endspiel demontieren dürfen. Nach dem Spiel gegen Serbien zittern wir um unsere Existenz und sehen uns quasi schon mit der Tatsache des ersten Ausscheidens in einer Gruppenphase seit Menschengedenken konfrontiert. Die Wahrheit liegt wohl irgendwie dazwischen. Die Mannschaft hat Talent und kann begeisternden Fußball spielen, das können die anderen Teams aber auch. Ich bin für heute aber zuversichtlich, ich hatte Ghana als schwächsten Gegner in der Gruppe ausgemacht, das trifft sicher nicht ganz zu. Die Ghanaer sind ein unbequemer Gegner, verfügen aber meiner Meinung nach nicht über genug Weltklassefußballer (es fehlt zum Beispiel Chelseas Michael Essien), um ein Spiel über 90 Minuten bestimmen zu können. Trotzdem, der künstlich erzeugte Druck in Deutschland ist wieder immens hoch, nun muss die Mannschaft um Özil, Schweinsteiger und Lahm zeigen, ob sie damit zurecht kommt. Mit einer normalen Leistung und elf Feldspieler gewinnen wir das Ding jedenfalls.

Was ich aber mal gar nicht mehr hören kann, sind diese erzwungenen Glückszahlen und -statistiken. Um ein Beispiel zu nennen: 1974+1990 ergeben 3964, in diesen Jahren ist Deutschland bekanntermaßen Weltmeister geworden, für Brasilianische Weltmeisterschaften gilt: 1970+1194=3964. Und auch bei Argentinien geht diese Rechnung auf, denn die sind 1986 und 1978 Weltmeister geworden. Nun ja und jetzt rechne ich also 3964-2010 und komme auf 1954 - wer war da Weltmeister? Genau wir, also müssten wir es laut diesem schönen mathematischen Gesetz jetzt auch wieder werden. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass wir bereits im Jahr 2006 viele solche Rechenbeispiele hatten und es diese bösen Italiener trotzdem gewagt haben uns zu besiegen. Hoffen wir mal, dass Ghanaer besser in Mathe sind als Südeuropäer.

Die heißen Eisen

Während Freitag WM-mäßig nicht so toll war, saß ich am späten Samstag vor dem TV in unserer Bungalowanlage und habe mich sehr gefreut. Da haben meine lieben Freunde aus Dänemark nämlich ihren ersten Sieg gefeiert, jetzt ist wirklich alles drin für die Nordeuropäer, ein Sieg gegen Japan und schon gehts ab ins Achtelfinale. Den Schritt ins Achtelfinale bereits geschafft haben auch die sympathischen Mexikaner. Vor allem der 37-jährige "Ailton-Verschnitt" Cuauhtemoc Blanco (das schreibt man wirklich so) hat es mir angetan. Ich glaube sogar, dass ich mir von dem nach der WM ein Trikot kaufe, das dürfte proportionsmäßig passen...

Das heißeste Eisen und damit schließt sich auch der Bogen zur Überschrift, hat das ZDF derzeit aber im Studio sitzen. Lutz Pfannenstiel, für mich als begeisterter Amateurtorhüter ein absolutes Idol, steht dort als TV-Experte bereit. Als aktiver Kicker stand er in Südafrika unter Vertrag, außerdem coacht er derzeit eine Mannschaft in Namibia und ist dort auch Torwarttrainer der Nationalmannschaft. Ein unfassbar sympathischer Mensch mit einer wirklich spannenden Geschichte. Sollte also die WM bald vorbei sein kann ich jedem Fußballfan (für Torhüter wie gesagt ein absolutes Muss) zur Trauerbewältigung und Überbrückung bis zum Bundesligabeginn nur die Lektüre seines Fußballlebens ans Herz legen. Heißt so, wie jedes Tor ist: "Unhaltbar".

   

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