Was nützt den Menschen eine Bahn, die sich auf teure Premium-Produkte auf einigen Magistralen beschränkt, die Fläche ignoriert und zudem nicht gerade günstig ist? Wenig. Und doch ist dies genau das, was neben Hartmut Mehdorn auch viele Politiker von der Deutschen Bahn erwarten. Nicht nur Hartmut Mehdorn hängt nämlich dem recht populären Irrtum an, die Bahn habe strikt betriebswirtschaftlich und profitorientiert zu arbeiten. Obwohl es viel sinnvoller wäre, das Unternehmen mehr nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten auszurichten.
Dabei gibt es klare Beispiele für die Ausrichtung der Bahn als "Bahn für alle". Schauen wir in die Schweiz, wo eine ebenfalls als Aktiengesellschaft in Staatsbesitz organisierte SBB erfolgreich und effektiv einen attraktiven Personen- und Güterverkehr organisiert. Und das sogar mit wirtschaftlichem Erfolg. Oder betrachten wir als Negativbeispiel Großbritannien, wo die Privatisierung der Bahn zu großen Schwierigkeiten und finanziellen Verlusten geführt hat.
Das Scheitern des Börsengangs und der Rückzug von Hartmut Mehdorn bietet viele Chancen. Es muss jetzt gelingen, bei der Bahn erfolgreich umzusteuern. Einfach den bisherigen Kurs fortzusetzen wäre die ganz falsche Entscheidung. Stattdessen muss endlich eine Bürgerbahn angestrebt werden. Und das ist ganz allein eine Frage des politischen Willens.



Auf beta.vorwaerts.de können Sie sich schon mal die neue Seite von vorwaerts.de anschauen.