Zukunft der SPD Kürzere Arbeitszeiten und Reichtum umverteilen

von Felix Röhlich - 04.03.2010
Schon 58 Jahre bin ich Mitglied der SPD und habe viele Höhen und Tiefen miterlebt. Die Stärke der SPD, die sie immer wieder aus einem Tief zu neuen Höhen geführt hat, ist ihre Weitsichtigkeit und die Fähigkeit auf neue Entwicklungen mit Programmen und Reformen zu reagieren, die den Menschen Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft gibt.

Die Chance dazu bietet sich auch jetzt wieder, nachdem das Vertrauen in diese Fähigkeiten in den letzen 10 Jahren aus verschiedenen Gründen etwas verloren gegangen ist. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise und der Absturz der Wachstumsgesellschaft, hat die Abhängigkeit unseres Sozialstaates,- als auch die Sicherheit von Arbeitsplätzen und den Wohlstand-, vom stetigen Wachstum offenbart.

 

Alles schreit jetzt wieder nach Wirtschaftswachstum als Allheilmittel. Stetiges Wirtschaftswachstum mit mehr Rohstoffverbrauch wird es aber in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Zudem bleibt der technische Fortschritt nicht stehen, auch weiterhin wird menschliche Arbeitskraft durch immer bessere und schnellere elektromechanische Automaten ersetzt.

 

Die logische Folge ist also, ein System zu planen welches auch bei stagnierendem Wachstum und geringer werdendem Bedarf an menschlicher Arbeitskraft, den Sozialstaat und den Wohlstand sichert. Um die Basis des Wohlstandes, also gute Arbeit mit gerechten Löhnen und Vollbeschäftigung, zu gewährleisten, ist eine Umverteilung der Arbeit in kürzere Regelarbeitszeiten notwendig. Der Massenhafte Einsatz der „Kurzarbeit“ in den letzten Monaten hat dazu bereits einen Nachweis erbracht. Eine Reform unserer Arbeitszeitordnung ist dringend geboten.

 

Der tiefere Sinn des menschlichen Erfindergeistes ist das Streben nach einem leichteren und angenehmeren Leben mit geringerer körperlicher Anstrengung. Dies sollte aber für alle gelten und nicht, wie es in unserer Zeit läuft, dass immer weniger Menschen immer mehr arbeiten und immer mehr Menschen keine Arbeit haben.

 

Zwingend notwendig in diesem Zusammenhang ist aber auch eine Reform unseres Finanz- und Steuersystems. Wir müssen weg vom ständigen Anhäufen privaten Reichtums auf relativ wenige Superreiche und hin zu mehr gemeinschaftlichen Reichtum. Von der vorhandenen Geldmenge wandert immer mehr zu einem kleinen Teil unserer Bevölkerung, während die Geldmenge für die Masse der Bevölkerung immer kleiner wird und damit auch die Kaufkraft schwindet, eine Spirale die in den Abgrund führt.

 

Selbst der Chef der Deutschen Bank, Ackermann, hat dies erkannt, seine neueste Aussage: „Die hohen Gewinne müssen den Menschen dienen“, also auch hier ist eine Umverteilung notwendig, schon allein aus dem Grund, einen finanzielle Ausgleich bei kürzeren Regelarbeitszeiten zu gewährleisten. Wenn die SPD diese Thesen offensiv und programmatisch vertritt, werden die Bürger wieder Vertrauen schöpfen und mit der SPD ihre Zukunft planen.

Verlinken Sie auf diesen Beitrag:

http://www.vorwaerts.de/trackback/9963
Channel: Wirtschaft  

Ihr Vorschlag zur

Bild von Henry Hazlitt

Ihr Vorschlag zur "Umverteilung" der Arbeit ist doch gerade die Ursache der hohen Arbeitslosigkeit in diesem Lande.Denn Arbeit ist kein begrenztes Gut, welches nur in geringen Mengen vorhanden ist und somit möglichst vielen Menschen zu Gute kommen sollte.Arbeit resultiert aus Arbeit, dh. man sollte den Menschen endlich die Möglichkeit eröffnen, ohne wahnwitzige Steuerschranken nach ihrem Befinden und ihrer Leistungsfähigkeit ihre Arbeitszeit und damit auch ihre Produktivität zu erhöhen.DAS würde mehr Arbeitsplätze schaffen und nicht zuletzt "den Generationenvertrag", wenn es ihn jemals gegeben hat, nicht mehr völlig ad absurdum führen.Desweiteren ist das Argument, die Mechanisierung würde menschliche Arbeit überflüssig machen und Arbeitsplätze vernichten, sehr oft profunde und empirisch widerlegt worden, was ich jetzt allerdings nicht weiter ausführen möchte, denn die Ergebnisse können sie in einschlägigen Medien nachlesen...
Mit freundlichen Grüßen

Mit Kachingle und Flattr können Sie den Online-Journalismus auf vorwaerts.de unterstützen (wie das funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel).

Das Aktuellste aus der Sozialdemokratie - der vorwaerts-Newsletter

Advertising