Geld zu verschenken?

von Lothar Saßen - 14.01.2010
Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel möchte Hertha BSC vor dem drohenden Abstieg retten. Oder besser retten lassen. Laut seinem Master-Plan ließen sich über 20 Millionen Euro für Spielertransfers zusammenbringen. Steffel verlegt den 1. April in den eisigen Januar.

Die Vorschläge sind super. Mein Favorit: Die 18.000 Vereinsmitglieder könnten jeweils 100 Euro spenden. Warum auch nicht, manche können sich die Dauerkarte kaum leisten, aber was sind schon 100 Euro? Geschenkt.

Oder die Installation einer Spenden-Hotline bzw. eines SMS-Service. Pro Anruf/ SMS sollen fünf Euro reinkommen. Steffel rechnet einfach mal mit einer Million Anrufe/ SMS. Klar, Hertha bekommt nicht mal das Stadion voll, aber eine Million sollte doch kein Problem darstellen. Schließlich geht es um die Hauptstadt.

Steffel, Mitglied im Finanz- und Sportausschuss, liefert nicht nur geniale Rettungskonzepte für abstiegsbedrohte Fußballvereine. Nein, er möchte wohl nebenbei noch die Transferperiode um einige Monate verlängern. Zumindest schreibt er davon, dass die neuen Spieler in den Monaten Februar bis Juni verpflichtet werden sollen. Nur schade, dass der Transfermarkt bereits am 1. Februar geschlossen wird und der letzte Spieltag bereits am 8. Mai stattfindet.

Steffel scheint nicht nur Teams aus dem Tabellenkeller zu unterstützen. Auch seine im Bundestag verrichteten Arbeiten sind auf einem Niveau weit unterhalb des Erdgeschosses. Aber immerhin amüsant, das muss man ihm lassen.

 

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