BayernSPD auf Reformkurs Florian Pronold packt es an

von Martina Plötz - 02.09.2009
Die Wahlergebnisse in Bayern der letzten Jahre waren für die SPD nicht unbedingt berauschend. Einzig die Bürgermeister- und Oberbürgermeisterwahlen waren von zahlreichem Erfolg gekrönt. Und einzelnen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger, die sich auf ihre ganz besondere Weise im Wahlkampf, in ihrer Region eingesetzt haben, gelang ein Überraschungserfolg. Ludwig Stiegler, Renate Schmidt, Otto Schily und Walter Kolbow treten bei der Bundestagswahl Ende des Monats nicht mehr an. Die BayernSPD steht nun vor einem Generationenwechsel, den sie dringend gebraucht hat. Und alle Hoffnungen ruhen nun auf Florian Pronold, dem neuen Landesvorsitzenden.

 

Man kann nicht sagen, dass es die Presse schlecht mit der SPD in Bayern meint. Gut, abgesehen vom Bayerischen Fernsehen, das bei aller Objektivität, noch einiges in Sachen unabhängige Berichterstattung von Medien dazulernen kann, sind die Journalisten den Sozialdemokraten in Bayern wohlgesonnen. Und das liegt nicht nur daran, dass die Medienvertreter für eine spannende Berichterstattung auch einen starken Widerpart zur Regierung benötigen.
 

Das beste Konzept in der Bildungspolitik

 
Gerade im Landtagswahlkampf 2008 konnte die SPD im Bereich der Bildungspolitik auf ganzer Linie punkten. Hatte über die Parteigrenzen hinweg alle Experten auf ihrer Seite. Auch die Medien unterstützten durchaus die Vorstellungen der Sozialdemokraten. Dennoch reichte dieses einzelne Fachgebiet nicht, das Stimmergebnis zu verbessern. Es wird die Aufgabe der neuen, jungen Mannschaft sein, sich auf allen politischen Feldern zu profilieren. Dafür braucht Florian Ponold, die Unterstützung der jüngeren Sozialdemokraten, vor allem aber die Bereitschaft der Älteren, Nachwuchs zu fördern, ja sogar, Nachwuchs auszubilden.
 

Kampagnenfähigkeit verbessern

 
Mit einer Lösung des Nachwuchsproblems wird dann auch eine Veränderung bei der Darstellung von politischen Inhalten einhergehen. Denn niemand mag bezweifeln, dass heute die Kampagnenfähigkeit einer Partei mitentscheidend für ihren Erfolg ist. Wer in der Öffentlichkeit nicht gesehen wird, wessen Themen nicht in die Lebenswirklichkeit der Menschen übersetzt werden oder übersetzt werden können, hat kaum Chancen Wähler hinzuzugewinnen.
 
Für die Bundestagswahl müssen alle Reserven nochmals mobilisiert werden. Aber sie eignet sich nicht zur Bewertung der Arbeit des Landesvorsitzenden. Die nächsten, wahlkampffreien Jahre wird die BayernSPD nützen, um die parteiinterne Reform voranzutreiben. Und dann dürfen sich Horst Seehofer und die CSU warm anziehen.
 
 

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