Gut gebrüllt, Loewe FDP: Freunde der Putschisten (Teil2)

von Werner Loewe - 25.07.2009
Der Staatsstreich in Honduras ist weltweit auf Empörung gestoßen. UNO, EU, die Organisation Amerikanischer Staaten waren sich einig in der Verurteilung des Putsches. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung aber sieht das völlig anders. Deren Leiter in Honduras, Christian Lüth, bezeichnet den Militärputsch als „Legende“, vielmehr sei jetzt eine „Rückkehr zu Rechtsstaat und Verfassung“ gewährleistet. Nachdem verschiedene Medien wie auch der vorwärts dieses eigenwillige Verständnis vom Rechtsstaat aufgespießt hatten, geht die Stiftung zum Gegenangriff über.

Harald Klein von der Friedrich-Naumann-Stiftung in Potsdam verreißt in einem Leserbrief an die „Süddeutsche Zeitung“ deren Berichterstattung  über die dubiose Rolle der Stiftung beim Putsch und erklärt: „Die Stiftung hat sich bei der Einordnung der Geschehnisse in Honduras stets um Sachlichkeit und Differenziertheit bemüht.“

Eine tollkühne Behauptung. Denn der gewählten Präsidenten Manuel Zelaya hatte gegen den erbitterten Widerstand der Unternehmer und der von ihr beherrschten Presse die Mindestlöhne drastisch angehoben. Im August 2008 unterzeichnete er den Beitritt Nicaraguas zur „Alianza Bolvariana de las Américas“ (ALBA) mit Venezuela, Nicaragua, Ecuador und Kuba. Spätestens da sah die Stiftung Zelaya offensichtlich auf dem Marsch in den Sozialismus.

Schon zum ALBA-Beitritt las man im „Bericht aus aktuellem Anlass 54/08 von Lüth Erstaunliches: „In der Nacht zum 25. August, dem Tag des Beitritts, brannten sogar einige Autos in der Hauptstadt. Alles vergebens,(…)“. Vergebens? In Berlin sind in diesem Jahr schon Dutzende Autos aus vorgeblich politischen Motiven abgefackelt worden? Müssen wir jetzt auch hier mit einem bedauernden „alles vergebens“ der Stiftung rechnen

Armut  schaffen wir allein

Was die Stiftung in Lateinamerika umtreibt, wird an einem Seminar deutlich, das die Stiftung 2008 vor den Kommunalwahlen in Nicaragua organisierte: „Sozialismus und Populismus: Verursacher von Armut“. Honduras wird seit mehr als hundert Jahren von einem rechtskonservativen Zwei-Parteien-System bestimmt. Liberale und Nationale Partei wechselten sich in der Regierung ab. Das Land ist eines der ärmsten des Kontinents geblieben, mehr als sechzig Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Was soll also die Drohung mit dem Sozialismus, der Armut hervorbringt?  Das kriegen die Liberalen doch ganz allein hin.

Massive Verletzung der Menschenrechte

Und während die Naumann Stiftung den Militärputsch als „Legende“ abtut, beklagen Menschenrechtsorganisationen massive Menschenrechtsverletzungen durch die Putschisten. Die Organisation FIAN (FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk) war mit einer internationalen Menschenrechtsdelegation von 15 Experten aus elf Ländern vor Ort und berichtet von brutalen Übergriffen gegen die Zivilbevölkerung nach der Aufhebung von Grundrechten und nach der von der Putschregierung verhängten Ausgangssperre.

Mindestens fünf Menschen seien bisher getötet und 1 275 wegen Verstoß gegen die nächtliche Ausgangssperre verhaftet worden. Die Pressefreiheit sei massiv eingeschränkt, Journalisten, die von Staatsstreich sprächen, würden verhaftet. Rundfunksender seien von der Armee besetzt worden, Fernsehkanäle seien abgeschaltet, Telefonanschlüsse seien gekappt, viele Journalisten erhielten Morddrohungen. Unter den Toten des Putsches seien der 19jährige Isis Obed Murillo, Gabriel Fino Noriega, ein Journalist von Radio Estelar, Ramon Garcia, Parteivorsitzender der kleinen Partei Demokratische Union (UD) und der Gewerkschafter Roger Ivan Bados.

Freiheit, die wir meinen

Da interessiert doch die Stellungnahme der „Friedrich Naumann-Stiftung für die Freiheit“, so der volle Name, zu diesen Vorfällen.  Im Leserbrief an die „Süddeutsche“ schreibt Harald Klein über den „angeblich von einer Armeekugel herbeigeführten Tod des Demonstranten Murillo“, die forensische Untersuchung habe ergeben, die Kugel passe nicht zum Gewehrmodell, das die honduranische Armee üblicherweise benutzt. Woher er das weiß?

Aus der Zeitung „El Heraldo“ vom vergangenen Sonntag, wie er schreibt. Die gehört Jorge Canahuatti aus einer Großunternehmerfamilie. Er ist Parteigänger der Nationalen Partei. Aus Parteigründen, und weil er „bei Regierungsaufträgen außen vor blieb“, habe er sich schon von Anfang an gegen Zelaya gestellt, wie ein Kurzbericht der Friedrich-Ebert-Stiftung mitteilt. Das aber erfährt man von der Stiftung „für die Freiheit“ ebenso wenig wie etwas über die Verletzung der Menschenrechte, über die Knebelung kritischer Medien,  über Verhaftung, Bedrohung, Verfolgung von Politikern  auch der eigenen Liberalen Partei, von Oppositionellen, Journalisten, Gewerkschaftern, Künstlern oder auch von einfachen Bürgern.   

Auf der Website www.abgeornetenwatch.de des Bundestagsabgeordneten Dr. Werner Hoyer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, findet sich mit Datum vom 11.07.2009 folgender Brief:

Sehr geehrter Herr Hoyer,

German Foreign Policy berichtet, dass Sie als außenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion bereits Kontakt zum honduranischen Putschisten Roberto Micheletti aufgenommen haben. 

Wie würden Sie die Rolle der FDP und der Friedrich-Naumann-Stiftung in Honduras beschreiben? Gehe ich recht in der Annahme, dass ihre Präsenz dort dem Putsch zumindest Vorschub geleistet hat? Wie positionieren Sie sich nun angesichts der internationalen Verurteilung der Vorgänge gegen Präsident Manuel Zelaya? Welchen Wert legt die FDP auf die Einhaltung von Recht und Gesetz im Ausland?

Vielen Dank im voraus für ihre Antwort.

MfG

Markus Söderling


Der Briefschreiber wartet noch immer auf eine Antwort

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Kein Putsch

Bild von Batllista15

In Honduras wurde 2005 Manuel Zelaya als Kandidat der Liberalen Partei zum Präsidenten gewählt. Im Laufe der Regierungszeit wandelte sich Zelaya zu einem Freund des venezolanischen Machthabers Hugo Chavez. Zelaya begründete dies mit der sozialen Revolution die immer auch ein Ziel des Liberalismus gewesen sei. Das sicher sicher richtig und die liberale Regierung hat unter Zelaya auch konsequent viele Verbesserungen durchgesetzt - vom Mindestlohn über die Gesundheitsversorgung bis zur inneren Sicherheit, denn nur mit einer gewissen sozialen und individuellen Sicherheit kann jeder die Freiheit erleben - aber Zelaya passte sich Chavez mehr und mehr im Stil an.
Deshalb versuchte er die demokratische Verfassung des mittelamerikanischen Staates auszuhebeln um - wie in Venezuela, Bolivien oder auch Ecuador geschehen - seine Wiederwahl anzustreben und "Honduras neu zu gründen".
Als am 28.Juni darüber eine Volksabstimmung stattfinden sollte hatte Zelaya nicht nur den Kongress, sondern auch den Obersten Gerichtshof und die Streitkräfte gegen sich aufgebracht. Laut Verfassung dürfen 180 Tage vor Generalwahlen, die im November stattfinden, keine Volks-abstimmungen durchgeführt werden. Eine Abstimmung wäre zwar demokratisch, aber eben nicht legal. Und eine Garantie für die Generalwahlen im November wiegt höher als die personalistischen
Ambitionen von Manuel Zelaya.dessen Irrweg vor allem ein personalistisches Delirium eines von Chavez mit Petrowhisky betrunken gemachten Hoffnungsträger.
Die neue Regierung ist kein Putschisten-Regime. Roberto MIcheletti ist ein erfahrener und seriöser Vertreter des sozialliberalen Flügels der Regierungspartei, den Zelaya bei den Vorwahlen Ende 2008 auch noch unterstütze gegen den eher rechtsliberalen Elvin Santos (bis dahin Zelayas Vizepräsident).
Der internationale Druck ist zu hinterfragen :
Die Organisation Amerikanischer Staaten gerät wie schon so oft in der Geschichte unter Druck.
Hat man früher die militärischen Interventionen der Vereinigten Staaten in der Dominikanischen Republik 1965 und der kleinen Karibikinsel Grenada 1983 mit allerhand Fantasie und Finten legitimiert, so steht die OAS heute unter dem Druck der Chavez-Achse.
Obwohl die Interamerikanische-Demokratie-Charta klar einfordert, das insbesondere der Generalsekretär umgehend tätig wird, wenn in einem Mitgliedsland Situationen entstehen die die demokratische Entwicklung gefährden. Als am 25.Juni der Oberste Gerichtshof in Honduras ein Verfahren gegen den damaligen Präsidenten Manuel Zelaya einleitete (Hochverrat, Missbrauch von Funktionen, Delikte gegen die Regierungsform), hat Herr Josè Miguel Insulza nichts unternommen:
Aus Nachlässigkeit, Faulheit oder auf Anweisung von Hugo Chavez ?
Die Haltung der Organisation im Fall von Honduras ist zudem unter Drohungen und Angstmacherei zustandegekommen. Kolumbien beispielsweise schreckt von einer neuen diplomatischen Krise mit den Nachbarn aus Venezuela und Ecuador zurück. Hätte Kolumbien die Regierung von Präsident Roberto Micheletti umgehend anerkannt, hätte man damit rechnen können, dass Chavez und Co. ganz offen die Terrorgruppen im eigenen Land unterstützen.
Zudem betrachtet die OAS Venezuela durch eine andere Brille:
Der Bürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma, wurde aus seinem Amtssitz entfernt, die Finanz-zuweiungen der Zentralregierung gestoppt, so dass keine funktionelle Aktivität möglich ist. Manuel
Rosales, sozialdemokratischer Oppositionführer wurde durch die Chavez-Justiz verfolgt und hat mittlerweile politisches Asyl in Peru bekommen und die Regierungn der Bundesstaaten Zulia, Miranda und Tachira - in den Händen der Opposition - werden systematisch von ihren Aufgaben ausgeschaltet.
Teodoro Petkoff, venezolanischer Intelektueller und ein Gesicht der Opposition im Land, fragt zurecht: Ist ein Putsch nur dann gegeben , wenn ein Präsident gestoppt wird ? Was ist denn das, wenn Präsidenten ihre Macht missbrauchen und den demokratischen Staat von oben zerstören ?
In Deutschland erinnert man sich auch sehr ungern an den März 1933, als die Nazis die Opposition durch Macht und Schläger einschüchterten, damit das sogenannte Ermächtigungsgesetz verabschiedet wurde. Ja, nicht jeder begeht dann später Verbrechen wie das Hitlerregime und hat eine solche Mehrheit im Volk hinter sich wie Adolf Nazi damals, aber das Demokratieverständnis ist bei Chavez & Co. das gleiche. Als in Bolivien ein wichtiges Gesetz verabschiedet werden sollte haben bestellte Anhänger der Morales "Bewegung zum Sozialismus" dann auch den Platz vor dem Kongress besetzt und oppositionelle Parlamentarier am Zutritt gehindert,beschimpft und geschlagen.
Petkoff weiter: "Als ich Mitte Mai Insulza in seinem Büro in Washington besuchte und ihm alles schilderte, sagte er, ja gut, nicht nur Kuba, sondern auch sieben andere Regierungen erfüllen nicht die Demokratie-Charta der OAS. Dein Land ist auch dabei"
Wer noch Zweifel hat, erkennt nun das Herr Insulza offenbar die Stimmen von Chavez und seinen
Abhängigen braucht um wiedergewählt zu werden. Traurig ein solcher Lakei zu sein...

wegen Leute wie du haben wir

Bild von serena

wegen Leute wie du haben wir keine Demokratie in unsere Land wir haben das recht auch unsere Zukunft zu entscheiden egal ob die EU oder andere Länder gefällt, das du eine große Fan von der Diktator michiletti bist wunder mich nicht leute wie du wissen sehr wenig über unsere volk bist uribe und seine 7 amerikanische Basen oder von der president aus panama Ricardo Martinelli oder bist fan von israel leute wie du hassen unsere anderes sein unsere Revolution leute wie du denken Chavez ist die teufel genau wie Evo oder Correa oder die presidentin von argentina und bestimm magst du auch lula nichts etc. , michiletti ist der meist gehasste mensch in Honduras, und du lügst mit die Putschisten gibt es keine Demokratie in Honduras wir werden unterdrückt und verfolgt geschlagen und ermordet, wir wollen unsere Präsident zurück unsere Präsident MANUEL ZELAYA UND KEINE DIKTATOR WIE DEINE michiletti, ich eine einfache frau von volk honduras

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