Europawahl-Wahlkampf der SPD

von Andreas Griess - 23.05.2009
Teil eins meiner fünfteiligen Analyse des Europawahl- Wahlkampfes der Parteien. Entnommen meinem Blog. Welche Plakate und TV-Spots gibt es? Welche Aussagen enthalten sie?

im Original erschienen auf griess.wordpress.com

Teil eins meiner fünfteiligen Serie zum Europawahl-Wahlkampf der Parteien. Da ich auf meinem Blog bereits einiges über den Wahlkampf der SPD geschrieben habe, werde ich in diesem Beitrag nicht auf alle Details eingehen, sondern an manchen Stellen auf weiterführende Texte verlinken.

Der SPD Wahlkampf besteht, wie bei den meisten Parteien, aus zwei Phasen. Diese werden jedoch bei den Sozialdemokraten besonders deutlich. Phase eins war geprägt von Finanzhaien, Dumpinglöhnen und heißer Luft. Dies sowohl in Plakatform [Blogpost 1, Blogpost 2], als auch als TV-Spot [Blogpost]. Der Erfolg oder Misserfolg der Kampagne ist strittig, Aufmerksamkeit und Diskussionen hat sie aber auf alle Fälle erzeugt.

In Phase zwei benutzt die SPD ergänzend „normale“ Wahlwerbung. Darauf versucht sie ihre Ziele deutlich zu machen. Auf einem der Plakate ist neben Spitzenkandidat Martin Schulz auch Kanzlerkandidat Steinmeier. Alle Plakate findet man hier. Natürlich hat Teil zwei der Kampange auch einen TV-Spot. Diesen findet man hier!

Der Spot ist technisch ansprechend gemacht, auch wenn die Hintergrundmusik mich stark an RTL-Aktuell erinnert. Inhaltlich macht die SPD im Video Wahlkampf aus der Opposition („Europa braucht neue Mehrheiten“). Dies entspricht den Mehrheiten im Europaparlament. Diese sind jedoch Umfragen zufolge weitestgehend unbekannt! Zu stark oppositionell ist mir dafür die Aussage von Martin Schulz „[…]damit die Marktliberalen, die uns die ganze Finanzkrise erst eingebrockt haben, endlich auch im Europaparlament keine Mehrheit mehr haben“. Einen solchen Spruch würde man sonst, zumindest von der Wortwahl her, eher von Oskar Lafontaine erwarten.

Fazit: Alles in allem halte ich den Wahlkampf der SPD für innovativ. Man hat das Gefühl, die Europawahl wird ernst genommen und nicht nur mit halber Kraft gefahren oder als Test für die Bundestagswahl gesehen. Zudem machen die Sozialdemokraten die eigenen Positionen deutlich, zeigen die Unterschiede, die sie zwischen sich und anderen Parteien sehen. Dass die eigenen Positionen deutlich gemacht werden, versuchen die politischen Gegner sehr geschickt zu verneinen.

Auf meinem Blog befinden sich auch Analysen zu den anderen "großen" Parteien:
Grüne, Linke, CDU/CSU, FDP

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