Die Ost-CDU feuert ihren 20. Geburtstag! Etikettenschwindel in Mecklenburg-Vorpommern

von Michael Schmidt - 05.03.2010
Etikettenschwindel in Mecklenburg-Vorpommern! Wie abgehoben muss man eigentlich sein, um am 65. Geburtstag seinen 20. Zu feiern? Selbst x-mal geliftete Hollywood-Diven haben diese Unverfrorenheit nicht, die die CDU hier an den Tag legt.

Da wird großartig mit viel Parteiprominez der 20. Geburtstag gefeiert, als ob es die 40-Blockflötenjahre nie gegeben hat. Festredner feiern sich als die wahren Demokraten, doch wer seine Vergangenheit leugnet kann doch wohl kein ehrlicher Demokrat sein.

So gerne würde man die Blockflötenjahre vergessen, wie so oft nach Wendezeiten und stellt scheinheilig fest, dass es ja nur Widerständler waren, die aus Protest zur SED der damaligen CDU beigetreten sind. So einfach darf und kann man es sich aber nicht machen, will man glaubwürdige Politik vertreten!

20 Jahre Wendedrehung hätte man feiern können, denn im Gegensatz zu SPD und Grünen konnten die PDS und CDU auf gefestigte Strukturen und genug Finanzmittel aufbauen. Da war es leicht, in den Kommunen Fuß zu fassen, während die anderen erst mühsam eine Struktur aufbauen mussten.

Das sieht man noch heute, wenn man die Ortsvereine miteinander vergleicht. Nun darf man natürlich 20 Jahre nach der Wende nicht die gesamte Ost-CDU als Wendehälse bezeichnen, denn sie kann sich heute auch auf einen aufgeklärten Nachwuchs stützen, dennoch darf man gegen die „Alt-CDU’ler“ doch gewisse Vorbehalte haben.

Wann endlich arbeitet die Ost-CDU endlich den größeren Teil ihrer Geschichte auf und bekennt sich zu ihrer Vergangenheit? 65 Jahre ist ein feierwürdiger Geburtstag und wäre hierzu ein guter Anlass gewesen. 

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Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern  

Hatte mich auch schon gewundert...

Bild von Thomas Wendt

... als Frau Merkel ihren 20. Landesverbandsgründungstag feiern ließ. Dabei wurde die Ost-CDU bereits am 26. Juni 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gegründet und damit zu einem Zeitpunkt, als es das Land Mecklenburg-Vorpommern bereits gab. 1952 wurden dann die Bezirke gebildet, aber mit Sicherheit gab es also sechs bis sieben Jahre eine Landesorganisation der CDU. Natürlich stand die unter der Fuchtel von NKWD und SED, aber das störte viele Ost-CDUler trotzdem nicht, dieser Blockpartei anzugehören und vor allem, während und nach der Wende genau von dort zu starten, nämlich mit reichlich Mitgliedern, Strukturen und Büros. Bei mir im Ort hatte ich im Februar 1990 gerade mal sieben SPD-Mitglieder zusammen bekommen, da zählte die CDU immerhin noch achzig, beerbte dann auch noch fix die Reste der DBD. Alles schon vergessen? Aber sich nun als Neugründung feiern!

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