
Alexey Klimushkin und Danila Kozlovsky / Foto: Berliner Filmfestspiele
Als wir Moskau erlebten, stellten wir fest, dass es eine sehr florierende schwule Szene gibt, die aber nicht öffentlich werden durfte.
Весельчаки (Vesechaki) ist eine Komödie mit den typischen melancholischen russischen Elementen und viel, viel Wodka. Der Konflikt zwischen der Scheinwelt auf der Bühne als Fluchtpunkt und der vermeintlichen realen Welt fällt aber leider so klischeehaft aus, dass die Freude über die großartigen und mitreißenden Auftritte von Rosa, Lusya, Gelya, Lara und Fira schnell ein wenig verblasst. Warten in der Realität wirklich nur sturzbetrunkene Mütter in der Provinz, übergriffige Jugendlieben, jugendliche und Erwachsenen-Schlägerbanden, psychopathische Mörder, HIV-Infektionen, verklemmte Sowjetfunktionäre (natürlich nur im Rückblick) und eine Tochter, die den Vater nicht wirklich akzeptieren kann? Allzu sehr stehen die Drag Queens nicht als eigener Lebensstil, sondern als ausschließliche Möglichkeit, Homosexualität auszuleben.
Zu ernst erzählt Regisseur Felix Mikhailov die Geschichten, als dass man dies als ironisch überspitzte Stilmittel verstehen könnte.
Immerhin hat das Sujet 31 Jahre nach La Cage aux Folles und 15 Jahre nach Priscilla – Queen of the Dessert mit Veselchaki nun auch das russische Mainstream-Kino erreicht! (Moskaus Bürgermeister Lushkov, selbsternannter Kämpfer gegen die "Unmoral" hat den Film denn auch erwartungsgemäß mit einem Ausdruck kommentiert, der im Englischen mit "Bullshit" wiedergegeben wird!)
Aber vielleicht geht es nicht anders, um im heutigen Russland die Botschaft auszusenden: Trotz aller Nischen bleibt Anders-Sein in Moskau eine tägliche Gefährdung für Leib und Leben.
Eins ist aber sicher: Man geht mit einem Ohrwurm aus dem Kino:Casta Diva:
A
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