Im Abstiegskampf werden den Teams nun seit Beginn der Rückrunde wirklich alle Türen aufgehalten, alleine außer dem VfB Stuttgart scheint niemand in der Lage hindurch zu gehen. Weder die Hertha, noch der 1. FC Nürnberg, noch Hannover 96, der SC Freiburg oder der VfL Bochum sahen sich bislang dazu berufen, den Hebel umzulegen und mal ein paar Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Aber der Reihe nach.
Bremen - Hertha 2:1
Wenn zwei Mannschaften aufeinander treffen, die sich in einer Krise befinden, kommt meistens kein sehr gutes Spiel dabei heraus. Die Partie der Bremer gegen die Berliner bildete diesbezüglich keine Ausnahme. Eigentlich waren die Hertha-Spieler gar nicht da, man sagt zwar gerne, dass es sich dann um eine taktisch defensiv ausgerichtete Mannschaftsleistung handelte, aber hallo (?!), die Hertha ist doch schon Tabellenletzter, was gibt es da noch zu verteidigen? Hätte der Hauptstadtclub nicht seit der Winterpause das Phantom in seinen Reihen, dann wäre die Funkel-Elf nicht einmal gefährlich vor das Bremer Tor gekommen. So sorgte Theofanis Gekas (alias das Phantom) zwei mal für richtig Alarm vor Tim Wiese. Erst wurde er jedoch zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen, als er sich alleine auf dem Weg Richtung Torhüter befand, dann erzielte er mit seinem gefühlten sechsten Ballkontakt den zwischenzeitlichen Ausgleich. Das wars im Prinzip, wenn man von dem Fallrückzieherversuch kurz vor Spielende nach einer weiteren verunglückten Wiese-Aktion einmal absieht. Die Bremer, die das Fußballspiel an diesem Abend auch nicht gerade erfunden hatten, konnten stattdessen auf eine Vielzahl wirklich guter Möglichkeiten zurückgreifen, scheiterten aber immer wieder an Berlins stärksten Mann, Keeper Jaroslav Drobny. Allerdings konnte auch dieser die Gegentreffer durch Marko Marin und Claudio Pizarro nicht verhindern, so dass am Ende des Spiels der erste Sieg der Bremer stand, seitdem sie in den "targobank"-Trikots spielen (was auch immer die targobank so macht).
Nürnberg - Stuttgart 1:2
Wenn einen der gegnerische Trainer nach dem Spiel über den grünen Klee lobt, ist es häufig so, dass man trotz hohen Einsatzes verloren hat. Ein anschauliches Beispiel stellt die Auseinandersetzung zwischen den Franken aus Nürnberg und den Schwaben aus Stuttgart dar. Die "Clubberer" rannten und ackerten über die gesamte Spielzeit, am Ende stand trotzdem eine Niederlage zu Buche. Bleibt der fade Beigeschmack der Bewertung: "Sie waren stets bemüht". So verbleibt Nürnberg im Keller, während die Stuttgarter eine wahre Sternstunde erleben. Fünf Spiele in Serie gewonnen, mit dem Abstieg nichts mehr zu tun und eigentlich auch schon wieder Blickkontakt mit der EuroLeague - das kann sich sehen lassen.
Hoffenheim - Hannover 2:1
Im Prinzip die gleichen Vorzeichen wie bei Bremen gegen Berlin. Hoffenheim befindet sich in einer Krise, Hannover braucht die Punkte unbedingt, heraus kommt ein ganz zähes Bundesligaspiel. Einziges Glanzlicht des Spiels war der Auftritt des neuen 96er Angreifers Arouna Kone, der zur Ligapremiere gleich mal mit einem Traumtor auf sich aufmerksam machte. Warum sich die Hannoveraner auch unter Neutrainer Slomka so hartnäckig weigern auch nur in die Nähe eines Punktgewinnes zu kommen, bleibt allerdings ihr Geheimnis. Fakt ist: Spielt Hannover so weiter, steigen sie ab!
Freiburg - Schalke 0:0
Der Gähner des Wochenendes! Es ist doch sehr bezeichnend, wenn die Diskussion nach dem Spiel um einiges interessanter ist als das, was sich zuvor 90 Minuten auf dem grünen Rasen abgespielt hat. Wobei Felix Magaths Aussagen es natürlich auch in sich hatten. "So lange Amateure über Profis bestimmen, müssen wir uns wohl jede Woche ärgern" und "Es gibt eben weiterhin Amateure, die nichts davon halten, technische Hilfsmittel im Profibereich anzuwenden. Das können ja nur Amateure sein." Stein des Anstoßes war ein nicht gegebenes Kopfballtor in der 47. Spielminute, wodurch sich die Gelsenkirchener um den Sieg gebracht fühlten.
Bochum - Leverkusen 1:1
Der VfL Bochum agiert nach dem Prinzip der kleinen Schritte, was einerseits dazu führt, dass sich das Team noch immer im Abstiegskampf befindet, andererseits in diesem aber die beste Ausgangsposition aller Beteiligten inne hat. Gegen den Tabellenführer erkämpfte sich der VfL einen Punkt, frei nach dem Motto: Nicht schön, aber was solls! Während Bochum also nachhaltig etwas für die Fanfreundschaft mit dem FC Bayern getan hat, musste die Bayer-Elf den ersten kleinen Rückschlag seit Langem verkraften. Nun, da Leverkusen und München punktgleich sind, wird sich zeigen, ob die Mannschaft um Trainer Jupp Heynckes dem Druck des Spitzenreiters auch weiterhin gewachsen ist.
Wolfsburg - München 1:3
Ding Dong - die Tür ist auf und wer kommt als erster hindurch gestürzt? Natürlich der gefräßige FC Bayern. Wenn sich so keiner wehrt, dann wird im bayrischen Land nicht lang gezögert und gezaudert, dann wird zugeschlagen. Nun mussten die Münchener so lange auf das Gefühl verzichten an der absoluten Spitze zu stehen, dass es ihnen herzlich egal ist, warum sich die Gegner derzeit mehr wie Opfer aufführen - gefressen werden sie trotzdem. Der Sieg gegen den zahmsten VfL Wolfsburg aller Zeiten schien schon vor dem Anstoß beschlossene Sache, war aber eigentlich spätestens nach dem 0:1 in der zweiten Spielminute eingetütet. Höhepunkt der Wolfsburger Demut war ein verschossener Elfmeter, bei dem sich Keeper Jörg Butt wohl nicht sicher war, ob es sich um einen Rückpass oder einen ernst gemeinten Torschuss handelte.
Mainz - Gladbach 1:0
Fußball ist eine dynamische, schnelllebige Beschäftigung. Während Gladbach in der letzten Woche noch ein echtes Torfestival gegen Bremen feierte, wollte in Mainz trotz einiger guter Gelegenheiten kein Treffer gelingen. Die Mainzer hingegen nutzten ihre Chance und bescheren ihrem Trainer ein besseres Einschlafgefühl. Pünktlich zum Karneval sind die Mainzer also wieder da, wie sollte es auch anders sein?
Köln - Hamburg 3:3
Was ist bloß mit den Kölnern los? In der Hinrunde der Graus für jeden neutralen Fan, jetzt plötzlich ein echter Hingucker. Und das Beste, gegen den HSV hat seit Langem mal wieder ein "echter" Stürmer getroffen. Milivoje Novakovic war es vorbehalten, das zwischenzeitliche 2:3 zu erzielen, per Freistoß zwar, aber zählt trotzdem. Der HSV hingegen tritt auf der Stelle. Man könnte auch vom Bruno Labbadia-Syndrom sprechen, aber wir wollen den Teufel mal noch nicht an die Wand malen.
Dortmund - Frankfurt 2:3
Für mich die Überraschung des Wochenendes. Offenbar Hat den BVB die Niederlage in Stuttgart am letzten Sonntag stärker mitgenommen als gedacht, jedenfalls wirkte die Borussia am Sonntag mitunter merkwürdig verunsichert. Ähnlich wie beim HSV gilt jetzt auch beim BVB erstmal nach unten absichern, sprich den internationalen Platz festigen, bevor man den Blick wieder Richtung Tabellenspitze werfen kann. Und die Frankfurter sind in dieser Spielzeit irgendwie wie eine Wundertüte, mal richtig langweilig, mal schlecht aber auch immer mal wieder echt gut. Lassen wir uns mal überraschen was am Ende bei der Eintracht unterm Strich stehen bleibt.
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle noch kurz etwas zur Nationalmannschaft schreiben, aber bei dieser Gruppenauslosung und dem derzeitigen Gerangel um Yogibär Löw, brauche ich dafür wohl einen eigenen Blog. Also bis die Tage :-)



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