Mein Eindruck war aber, dass die Debattenbeiträge sehr befreiend und anregend waren. Es waren viele gute Ideen darunter, die aufgegriffen werden sollten. Viele Delegierte haben nur darauf gewartet, wieder diskutieren zu können.
Der Parteitag wurde allerdings von den Medien nicht besonders gut transportiert. Das 94,2 %ige Wahlergebnis von Sigmar wurde herausgestellt, das von Andrea negativ hervorgehoben. Das zeigt eindeutig, dass Differenzen innerhalb der Partei ausgetragen werden und nicht in der Öffentlichkeit „platt getreten“ werden sollten. 16 Jahre Kohl und vier Jahre Merkel haben in diesem Land jegliche Streitkultur abgewürgt.
Sigmar Gabriel hat versprochen, jährlich einen Parteitag abzuhalten, damit in der Partei wieder mehr diskutiert werden kann. Im neuen „Intern“ sind zwar alle Termine für Landesparteitage quer durch Deutschland aufgeführt, aber kein Bundesparteitag 2010. Hoffentlich wird das bald nachgeholt!
Jetzt geht es darum, sich voll auf die Wahl in NRW konzentrieren, auch mit Argumenten seitens der Bundespartei. Hannelore Kraft kann nicht die ganze Arbeit alleine tun. Wir müssen deutlich machen, was anders würde, wenn die SPD wieder in NRW regierte.
Wir müssen auch die alten Mitglieder wieder zurückgewinnen, u.U. mit persönlichen Anschreiben. Das kann man nicht nur den Ortsvereinen überlassen. Wir sollten die politische Projekte, die wir angegangen sind, weiter offensiv vertreten, z.B. den Atomausstieg weiter verfolgen. Wir müssen gute Gegenkonzepte zur Regierung erarbeiten, Kritik alleine reicht nicht, das kommt in der Bevölkerung nicht an.
Wir müssen auch versuchen für Student/innen und Jugendliche bessere Möglichkeiten zu schaffen, mitzumachen. Wir sollten das Internet nutzen, um diese zu erreichen
Wir sollten auch vermeiden, einzelne Unternehmungen mit Namen von Personen versehen. Die Agenda 2010 hatte viele gute Aspekte, die einfach untergegangen sind durch das Schlagwort Hartz IV. Und dann wird Peter Hartz auch noch wegen Korruption verurteilt! Da müssen wir den Medien immer ein paar Schritte voraus sein, damit solche Namensfindungen nicht erst stattfinden können.



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