SPD Bundesparteitag in Dresden Die gesamte Mannschaft einbinden

von Ursula Dekker - 11.12.2009
In den letzten Tagen wurde ich oft gefragt, ob der SPD Bundesparteitag ein Neuanfang war. Nein, ich glaube nicht wirklich. Mathias Platzeck war ein Neuanfang. Sigmar Gabriel muss beweisen, dass er führen kann. Mit guten Ideen glänzen und die gesamte Mannschaft einbinden, keine Ein-Mann-Show veranstalten.

Mein Eindruck war aber, dass die Debattenbeiträge sehr befreiend und anregend waren. Es waren viele gute Ideen darunter, die aufgegriffen werden sollten. Viele Delegierte haben nur darauf gewartet, wieder diskutieren zu können.

Der Parteitag wurde allerdings von den Medien nicht besonders gut transportiert. Das 94,2 %ige Wahlergebnis von Sigmar wurde herausgestellt, das von Andrea negativ hervorgehoben. Das zeigt eindeutig, dass Differenzen innerhalb der Partei ausgetragen werden und nicht in der Öffentlichkeit „platt getreten“ werden sollten. 16 Jahre Kohl und vier Jahre Merkel haben in diesem Land jegliche Streitkultur abgewürgt.

Sigmar Gabriel hat versprochen, jährlich einen Parteitag abzuhalten, damit in der Partei wieder mehr diskutiert werden kann. Im neuen „Intern“ sind zwar alle Termine für Landesparteitage quer durch Deutschland aufgeführt, aber kein Bundesparteitag 2010. Hoffentlich wird das bald nachgeholt!
 
Jetzt geht es darum, sich voll auf die Wahl in NRW konzentrieren, auch mit Argumenten seitens der Bundespartei. Hannelore Kraft kann nicht die ganze Arbeit alleine tun. Wir müssen deutlich machen, was anders würde, wenn die SPD wieder in NRW regierte.

Wir müssen auch die alten Mitglieder wieder zurückgewinnen, u.U. mit persönlichen Anschreiben. Das kann man nicht nur den Ortsvereinen überlassen. Wir sollten die politische Projekte, die wir angegangen sind, weiter offensiv vertreten, z.B. den Atomausstieg weiter verfolgen. Wir müssen gute Gegenkonzepte zur Regierung erarbeiten, Kritik alleine reicht nicht, das kommt in der Bevölkerung nicht an.

Wir müssen auch versuchen für Student/innen und Jugendliche bessere Möglichkeiten zu schaffen, mitzumachen. Wir sollten das Internet nutzen, um diese zu erreichen

Wir sollten auch vermeiden, einzelne Unternehmungen mit Namen von Personen versehen. Die Agenda 2010 hatte viele gute Aspekte, die einfach untergegangen sind durch das Schlagwort Hartz IV. Und dann wird Peter Hartz auch noch wegen Korruption verurteilt! Da müssen wir den Medien immer ein paar Schritte voraus sein, damit solche Namensfindungen nicht erst stattfinden können.

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"16 Jahre Kohl und vier

Bild von Markus

"16 Jahre Kohl und vier Jahre Merkel haben in diesem Land jegliche Streitkultur abgewürgt."

Da waren aber auch noch sieben verflixte Schröder-Jahre - Basta! Wo waren da die lieben Genossen in den Ortsvereinen? Aber vielleicht hängt der ganze Schlamassel der SPD ja wirklich nur an einem kleinen Wörtchen: WIE?

Wie sozial und demokratisch sein, wenn die Welt um uns herum so furchtbar asozial und undemokratisch geworden ist - mit einem Wort: neoliberal-kapitalistisch?

Aber sein Denken, Fühlen und Trachten nach sozialer Gerechtigkeit läßt man sich auch - und gerade - in schwierigen Zeiten nicht einfach "abkaufen"!

Die gesamte Mannschaft einbinden

Bild von robert.huber05

Das ist sicherlich alles richtig.
Aber ich hätte mir doch auch die eine oder andere Antwort auf das "Wie" gewünscht.

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