Es gibt Dinge, die müsste man nicht verstehen, wenn sie nicht so folgewidrig wären. Der (Un)sinn einer Luftverkehrsteuer

von Kurt Nickel - 03.09.2010
Mann sollte sich fragen, ob es Sinn macht, eine Fehlentwicklung nachzuvollziehen, die der Nachbar bereits vollzogen hat und dabei gescheitert ist.

Jene Luftverkehrsteuer, die jetzt von der Regierung beschlossen wurde, wurde vor Kurzem in den Niederlanden abgeschafft, da sich dort die Zahlen der Flugpassagiere in das angrenzende Ausland verlagerten. Geplante Steuereinnahmen erwiesen sich als kontraproduktiv, indem sie sich dadurch rückläufig erwiesen. Zudem sanken die Einnahmen der gesamten Branche was zur Folge hatte, dass Arbeitsplätze verloren gingen.

Da natürlich Gleiches nun bei uns zu erwarten ist fragt man sich nach den (Un)sinn, den sich unsere Bundesregierung dabei gedacht hatte. Von der Logik her wurden einstimmig ein wirtschaftlicher Abschwung und ein Ärgernis einer Gesellschaft beschlossen, die allseits als „Reiseweltmeister“ bezeichnet wird.

Dass unsere Bundesregierung händeringend nach Einnahmequellen sucht ist ja kein Geheimnis. Dass sie dabei jedoch Methoden anwendet, die in anderen Ländern längst wieder aufgegeben wurden, da sie mehr Nach- als Vorteile brachten, ist schlichtweg dumm und spricht für alles Andere, jedoch nicht für wirtschaftspolitischen Weitblick. Gerade diese Unfähigkeit des Perspektivischen Denkens ist doch die Ursache für ihren stetigen Fall, der sich fortlaufend in Umfragewerten bestätigt. Die Regierungsparteien wollen anscheinend alles verkehrt machen, was nur möglich ist.

Man sollte glauben, dass Merkel und ihre Fachelite es nicht abwarten können, endlich abgewählt zu werden.

Eine Besteuerung auf das Flugbenzin hätte zwar das gleiche Ärgernis für Touristen, Flugbetreibern und allen Branchen, die damit zusammenhängen, wäre aber verkehrspolitisch gerechter und hätte bessere Chancen bei der Akzeptanz der Bevölkerung gehabt. Wohl kein Reisender gibt gerne mehr aus seiner Urlauskasse her, als nötig. Doch wenn man bedenkt, dass sämtliche Treibstoffe aller Branchen des öffentlichen Verkehrs besteuert werden, außer eben das Flugbenzin, dann wäre dieser Vorgang dem Steuerzahler eher zu vermitteln, als jene Luftverkehrsteuer.

Sie wirkt beim Bürger schlicht wie Abzocke und wird von mir eher als finanzpolitische Hilflosigkeit gewertet!!

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Wie war denn die

Bild von Anonymous

Wie war denn die Luftverkehrssteuer in den Niederlanden gestaltet? Genauso wie in Deutschland?

Einseitiges Denken wäre dumm

Bild von Kurt Nickel

@Anonymus

Ich denke, dass die Steuern ähnlich denen der deutschen gehalten war.
Im Rahmen der Globalisierung ist es unsinnig, die Luftfahrt zu verteufeln und aus ökologischen Gründen die Steuer zu befürworten. Man sollte der Verschutzung darum nicht mit Steuern sondern mit dem Bau ökologisch angepassten Flugzeugen begegnen.

Luftverkehrsteuer

Bild von Anonymus

Der Luftverkehr gehört zu denn größten Umweltzerstörern.Diesem Umstand wird viel zu wenig Rechnung getragen. Wer zu viel fliegt, hat zu viel Geld. Die Steuer ist mehr als berechtigt. Die Holländer werden sie gerne wieder einführen, wenn wir endlich auch so weit sind. (Ist doch logisch!)

Anderes Thema

Bild von Kurt Nickel

Wer nun der größte Umweltzerstörer ist, darüber kann debattieren bis ins Unendliche. Ob es nun die Autofahrer, Kraftwerke und Chemiefabriken der Entwicklungsländer oder explodierende Bohrinseln sind, die Magatonnen Öl ins Meer spülen. Fakt ist jedoch, dass man sich in unserer globalisierten Welt der Zeit nicht mehr entziehen kann. Doch das ist nicht das Thema dieses Beitrages sondern dass jene Luftverkehrsteuer wohl Arbeitsplätze fordern wird und verkehrspolitisch ungerecht ist. Und wer fliegt, hat zumeist nicht sehr viel Geld, denn ein Urlaub in Deutschland ist oftmals wesentlich teurer als einer im Süden.

Was spricht gegen diese

Was spricht gegen diese Steuer? Klar, ohne sichern wir ein paar hundert Arbeitsplätze, aber ganz nebenbei: Wir zerstören den Lebensraum der zukünftigen Generationen. Wir müssen endlich wieder mehr Verkehr auf die Schiene verlagern. Das dauert nicht viel länger, bringt der Umwelt aber deutlich mehr. Eine LuftVSt ist ein guter, wenn auch kleiner, Schritt im Umweltschutz. Diese Regierung mag vieles tun, wo die sinnhaftigkeit doch schwer in Frage gestellt wird, doch die Idee der LuftVSt sollte man nicht schlechter reden als sie ist.

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