Übernahme der Verantwortung für Griechenland Banken zur Kasse

von Stefan Giebel - 05.05.2010
Warum wird fast immer nur den Griechen die Schuld gegeben? Sind nicht auch diejenigen in der Verantwortung, die einem Land Kredite geben, die es offenbar nicht zurückzahlen kann?

Bereits bei der Einführung des Euro in Griechenland war der Haushalt schön gerechnet worden. Anstatt zu prüfen, ob ein Land wirklich für die europäische Währungsunion tauglich ist, wurde der Euro auf fahrlässige Weise eingeführt- fahrlässig für die Bürger Griechenlands und Deutschlands. Warum?

Die europäische Union ist bis heute trotz Parlament und Kommission keine wirkliche politische Union geworden, sondern hat immer noch den Stellenwert eines vergrößerten Absatzmarktes. War denn im Sinne der Wirtschaft je etwas anderes gewollt? Das hat der deutschen Exportwirtschaft stets genützt und mit Lohndumping und prekärer Beschäftigung hierzulande wurden die Exportüberschüsse erzielt.

Die Banken verdienten und verdienen immer noch an den Krediten und jetzt sogar mit staatlich subventionierten Krediten. Fällt ein Kredit aus, springt der dumme Staat ein. Und während der Staat immer mehr in die Schuldenfalle getrieben wird, machen die Spekulanten noch ihre Geschäfte mit der Staatspleite.

Vor nicht allzu langer Zeit wurden die Großbanken gerettet, nur um genau das weiterzumachen, was sie schon vorher taten: Umverteilen von unten nach oben, denn der Bürger zahlt die Zeche über Steuern, Abgaben und Abbau des sozialen Netzes, und Ruinieren ganzer Volkswirtschaften.

Wer über die Griechen schimpft, sollte über die wahren Nutznießer des drohenden Staatsbankrotts nachdenken und über den Schuldenstand Deutschlands: Jeder von uns ist schon bei Geburt mit 21.764€ verschuldet, pro Sekunde nehmen die Schulden Deutschlands um 4.439€ zu. Das klingt abstrakt, aber konkret sehen wir es in den löchrigen Straßen, im Abbau der Infrastruktur und in der Kürzung der Sozialausgaben.

Dank der bankenfreundlichen Regierung in Berlin wird sich daran auch nichts weiter ändern und sollte irgendeinem in dieser Regierung da Bedenken kommen, werden die Parteispenden ihn schon überzeugen oder? Ein Glück, dass wenigstens die Griechen sich von ihrer Regierung nicht alles gefallen lassen.

Wäre schön, wenn hierzulande auch der eine oder andere mal aufstehen und friedlich protestieren würde und anstatt auf andere Länder zu schimpfen und Kürzungen im Sozialen, in der Bildung und an der Zukunft hinzunehmen, die wahren Schuldigen für die Misere in die Verantwortung zu nehmen.

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nun ja...

Bild von Thomas Köcher

Nun ja, der Artikel hat schon etwas für sich und die anderen Staaten haben bei der Einführung und später Fehler gemacht, das Hauptproblem ist und bleibt jedoch Griechenland. Ein Staat, der massiv über seine Verhältnisse gelebt hat und lebt. Außerdem sind es auch gerade Staatsbanken, die viel Geld zu verlieren haben.
"Ein Glück, dass wenigstens die Griechen sich von ihrer Regierung nicht alles gefallen lassen."

Oh ja, natürlich sehr schlau. Wie soll der Staat in der Zukunft überlebensfähig sein? Er ist strukturell bankrott, also müssen tiefgreifende strukturelle Reformen greifen. Steuererhöhungen alleine reichen nicht aus. Geld wächst nicht auf den Bäumen. 25 % der Arbeiter sind im Staatsdienst angestellt, sie gehen früh in Rente mit - im Vergleich zu Dtld. - niedrigen Abschlägen. Korruption, Steuerhinterziehung, etc. Es muss hart durchgegriffen werden, um die Staatsfinanzen unter Kontrolle zu bekommen. Natürlich muss es bei Einsparungen Ausnahmebereiche wie Bildung und Forschung geben. Noch Familie, danach keine Ausnahmen mehr.

Ich frage mich hingegen, weshalb wir helfen müssen? Würden Hilfen des IWF nicht ausreichen? Also dass nur der IWF Kredite gibt.

Aber dass sich in unserem Land und auf dem Finanzmarkt etwas ändern muss, ist absolut richtig. Auch ist es richtig, dass die Banken zur Kasse gebeten werden. Da stimme ich Ihnen völlig zu. Deren Engagement sollte auch höher sein. Nicht dieses Bischen wie bei der Bankenrettung (auf ard.de gibt es ein gute Dokumntation dazu, wie die Regierung über den Tisch gezogen wurde. Auch kein Ruhmesblatt für uns...)

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