Arrogant, prinzipienlos, unglaubwürdig

von Björn Hoops - 29.09.2009
Die ARD und infratest-dimap meinen, die Niederlage der SPD bei der Bundestagswahl an diesen drei Eigenschaften festmachen zu können. Die Aussagen, dass die Partei ihre Prinzipien verleugne, die Bodenhaftung verloren habe und unglaubwürdig geworden sei, finden laut Umfragen von infratest-dimap eine Zustimmung von zwei Dritteln unter ehemaligen SPD-Wählern. Als Arbeiter- wie Jugendpartei scheint die SPD derweil abgedankt zu haben. Um wieder zu alter Stärke zurückzufinden, müssen wir uns damit auseinandersetzen, was hinter diesen Aussagen steht, und Wege suchen, um dies wieder ins Gegenteil zu kehren.

Die Bodenhaftung verloren

Zwei Drittel der befragten Wähler sind der Auffassung, dass die SPD die Bodenhaftung verloren habe. Den meisten Befragten schwirrte bei dieser Frage wohl am ehesten ein Wort im Kopf herum, das diese Umschreibung im normalen Sprachgebrauch auf den Punkt bringt: Arroganz.
Wie kommt es zu dieser Wahrnehmung? Denkt man zurück, so weiß man, dass es speziell die SPD war, die sich um die Menschen direkt und unmittelbar gekümmert hat. Man denkt an einen Ministerpräsidenten Johannes Rau, der den Bürger bei Beschwerden schon einmal direkt angerufen hat. Man denkt an das großartige Engagement der Mitglieder in den Ortsvereinen und Kommunalparlamenten. Heute erscheinen die Landes- und das Bundesparlament ferner denn je und in den Kommunalparlamenten sind Sozialdemokraten immer seltener vertreten. Dass dies nicht zwingend und ausschließlich an der Politikverdrossenheit der Bürger oder dem Fernbleiben sozialdemokratischer Wähler von der Urne liegt – wie oft geargwöhnt wird -, zeigt sich an dem Aufkommen von Bürgerinitiativen auf Bundes- und Landesebene, von freien Wählervereinigungen oder auch an der Entstehung der Jugendpartei PETO des Monheimer Bürgermeisters Daniel Zimmermann auf Kommunalebene.  
Bei der Frage nach dem Eigenanteil der Sozialdemokraten an dieser Entwicklung, muss man vor allem die Mitgliederstruktur und das Mitgliederverhalten zu Rate ziehen. Schaut man sich viele Unterbezirke in der Jugendorganisation an, so wird man bemerken, dass man kaum auf jemanden trifft, der nicht auf dem Weg zum Abitur ist oder dasselbige bereits abgelegt hat. Dort ist kaum mehr jemand, der wie Gerhard Schröder und viele andere aus dem Arbeitermilieu kommt und sich hochgearbeitet hat. Dort ist folglich auch kaum mehr jemand, der die Sorgen und Ängste dieses und verwandter Milieus nachempfinden kann. Das ist kein Vorwurf und schlicht natürlich. Zwei Personen aus verschiedenen Milieus mit unterschiedlichem Bildungsgrad verstehen die Art und Weise, wie sich der Gegenüber artikuliert, oftmals nicht und ebenso häufig entsteht der Eindruck der Arroganz auf der einen und der Eindruck, dass man zum Gegenüber keinen Zugang erhält, auf der anderen Seite.
Es schließt sich die Frage an, wie man dies ändern kann. Eine Mitgliederoffensive für Schüler an Haupt-, Real- und Berufsschulen, die Belebung der Zusammenarbeit mit Betriebsräten und Gewerkschaften sowie die Arbeit am eigenen Verhalten zum Abbau von Berührungsängsten sind drei unverzichtbare Elemente. Vielleicht kann man sich auch die Linke zum Vorbild nehmen. Sie stellt in vielen Kreisen der neuen Bundesländer kostenlose Rechtsberatung für Empfänger des ALG II bereit – etwas, das die Partei, die das ALG II einführte, nicht unbedingt betreiben sollte, aber ein Exempel an Bürgernähe statuiert.
Darüber hinaus muss sich auch die Einstellung vieler Aktiver zum politischen Engagement ändern. Die Partei ist kein Karrieresprungbrett und Volksvertretung ist auch kein Job – letzteres ist vielmehr eine Berufung und Leidenschaft. Die Wähler artikulieren, dass es vielen nur um Karriere und Macht geht, nicht mehr um ihre Interessen. Die Wähler artikulieren, dass viele der Arbeit in den Gemeinden und Städten gleichgültig gegenüberstehen. Dies trägt zum Urteil der Abgehobenheit genauso bei wie der Eindruck, dass es sich bei Parteien um verschlossene Gebilde handelt. Bei Gesprächen am Rande eines Wahlkampfstandes am Potsdamer Hauptbahnhof wurden mir gegenüber sowohl der Wille zum politischen Engagement als auch die Schwierigkeiten, in den gefestigten Parteistrukturen Gehör zu bekommen, verlautbart. Insbesondere bisher nicht politisierte Jugendlichen und Heranwachsenden, deren gesamte Gruppe nur zu 18% SPD gewählt hat, brauchen eine Chance, ihre ganz eigenen Themen und Konzepte auf die Agenda zu setzen.  Die Partei muss demnach durchlässiger und offener für neue Ideen und Köpfe werden.
Gelingt es, das Engagement auf kommunaler Ebene wiederzubeleben, wieder auf den normalen Bürger zuzugehen und ihn einzubinden, so kann sich die Basis vor Ort wieder verbreitern und so ein Grundstein für neue Erfolge gelegt werden.
 
Die Prinzipien verraten
Zwei Drittel der befragten Wähler sind der Auffassung, dass die SPD mit Hartz IV und der Rente mit 67 seine Prinzipien verraten habe. Dahinter steckt einerseits das programmatische wie das kommunikative Problem. Das kommunikative Problem besteht darin, dass den Bürgern unsere Beweggründe für die Umsetzung der Agenda 2010 und weiterer Schritte während der Zeit der großen Koalition nicht richtig erklärt worden sind. Das liegt daran, dass diese innerhalb der Partei kaum erklärt worden sind und sie oftmals, sollten sie erklärt worden sein, nicht geteilt wurden. Zum reinen Erklären kann man sich die o. g. Vorschläge zu Herzen nehmen und sich auf zum Bürger machen. Die Zustimmung der Mitglieder und der Bürger zu den Inhalten, die die Partei vertritt, erfordert eine programmatische Neuausrichtung.
Bei der Ausrichtung der Inhalte muss ein Spagat vollführt werden, der viel Fingerspitzengefühl erfordert und dem Charakter einer Volkspartei gerecht wird. Die Partei darf nicht der Versuchung erliegen, mit der Linken in einen Überbietungswettbewerb einzutreten. Dies würde die Wähler, die sich in der Mitte der Gesellschaft befinden, verschrecken. Vielmehr muss die Partei den Erfordernissen der demographischen Entwicklung sowie der Globalisierung Rechnung tragen. Sie muss einen Ausgleich zwischen diesen Erfordernissen und den Bedürfnissen der Verlierer jener Entwicklungen finden. Die Rente mit 67 ist im Hinblick auf die demographische Entwicklung richtig und durch die steigende Lebenserwartung gerechtfertigt. Hartz IV ist vom Grundsatz her auch richtig, enthält jedoch manche Spitze, die der Lebenswirklichkeit vieler Betroffener nicht gerecht wird und ihnen Faulheit unterstellt (zu Hartz IV ist folgender Artikel zu empfehlen: Elena Futter / Jana Hönke, Arbeitslosengeld II oder die Privatisierung sozialer Probleme, Zeitschrift für politische Psychologie, Jg. 12, 2004, Nr. 1+2, S. 149-165). Letzteres verdeutlicht möglicherweise noch einmal, warum die Vorwürfe der Abgehobenheit und Prinzipienlosigkeit die SPD treffen.
Die SPD muss demnach nachhaltige Politik machen und dabei die Bedürfnisse der Schwächsten nicht außer Acht lassen. Eine Politik der Linken zerstörte die Zukunft unseres Landes, weil sie nicht in die Zukunft investiert und keine Perspektiven bietet, sondern nur Stillstand; die Schwächsten zu ignorieren wäre derweil ungerecht und unsozial. Der Deutschland-Plan von Frank-Walter Steinmeier ist in vielen Facetten eine sehr gute Grundlage für eine solche nachhaltige Politik.
 
Unglaubwürdig sein
Zwei Drittel der befragten Wähler sind der Auffassung, dass die SPD unglaubwürdig sei. Dies bedarf keiner weiteren Erörterung, sondern nur einer Maxime. Wir dürfen nicht mehr mit Koalitionspartnern anbändeln, mit denen wir zuvor eine Koalition ausgeschlossen haben. Wir dürfen die Mehrwertsteuer nicht mehr um 3% erhöhen, wenn wir mit 0% Erhöhung in den Wahlkampf gezogen sind und der Koalitionspartner 2% Erhöhung angekündigt hat. Wir müssen nach der Wahl schlicht das tun, was wir im Wahlkampf angekündigt haben.
 
Die Zukunft
Es gibt in Deutschland keine strukturelle Mehrheit für konservativ-liberale Mehrheiten. Ganz im Gegenteil: Eine herausragende Mehrheit der Bevölkerung stimmt unseren Positionen wie dem Mindestlohn zu. Das schlechte Abschneiden der Sozialdemokratie ist dagegen in unter anderem in diesen drei festgestellten Eigenschaften zu suchen. Zumindest die Abgehobenheit und Glaubwürdigkeit können wir durch eigene Anstrengung wiederherstellen. Darüber hinaus werden wir in einer harten inhaltlichen Auseinandersetzung nun „sozialdemokratische Prinzipien“ neu definieren müssen. Willy Brandt hat einmal gesagt, dass die Zukunft nicht von denen gemeistert wird, die am Vergangenen kleben. Lasst uns geschlossen die Zukunft in Nachhaltigkeit und Verantwortung gestalten und dies mutig der Welt mitteilen.

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Liebe Antonia, Deine Wut

Bild von Christian Polke

Liebe Antonia,
Deine Wut kann ich nur allzugut nachvollziehen, auch wenn Sie inhaltlich von der völlig anderen Seite kommt. Gestern habe ich - ebenfalls sehr verärgert - einen nicht ganz akzeptablen Kommentar zu unserer Juso-Bundesvorsitzenden abgegeben. Der steht nicht mehr, weil die Redaktion und ich dann doch entschieden haben, das Beste wäre es, wir nehmen ihn ganz ohne Verbesserungen wieder raus. Das ist nun nicht, was ich vorschlagen will. Aber:
Beim zweiten Lesen eines Textes, einen Tag später, geht einem manchmal auf, - bei mir war das gestern nacht jedenfalls so - dass nach der ersten Wut die NAchdenklichkeit wieder Platz ergreifen muss. Björns Artikel und Stil wirbt für eine Sache, die man nicht teilen muss - so wie ich die in meinen Augen unsinnige Bemerkung von Franziska Drohsel über den neuen Frktionsvorsitzenden nicht teile, ja als politischen Fehler bezeichne. Aber die Auseinandersetzung muss auf der Ebene der Argumentation erfolgen.
Die Anzahl der Suppenküchen in Deutschland ist dramatisch gestiegen, das weiß ich durch Bekanntschaft mit den Diakonischen Werken auch. Aber daran ist weder an sich Helmut Kohl und auch nicht Franz Müntefering oder Gerhard Schröder schuld. Gute Politik kann stets nur die Rahmenbedingungen schaffen, damit immer weniger solcher gesellschaftlichen Stützen, wie es die Suppenkirchen GottseiDank sind, benötigt werden. Alles andere überfordert Politik und überzogene Wünsche und Forderungen schaffen ein Bild von Politik in den Augen der Bevölkerung, das nur enttäuscht werden kann. Aber zur sozialdemokratischen BEwegung gehört doch noch mehr als Partei- und Regierungspolitik: wir sind Teil der Zivilgesellschaft, und hoffentlich ein aktiver. Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände und Religionsgemeinschaften sind dies ebenso. Gesellschaft sind wir alle, nicht nur die Politik. Es liegt auch an uns, wenn diese Gesellschaft so ist, wie sie geworden ist. Und es liegt an jedem einzelnen von uns, seinen Beitrag zur Veränderung zu machen. Das sollten wir mit Selbstkritik und gemeinsam unternehmen, im Vertrauen darauf, dass andere "da oben" in Berlin und "da unten" vor Ort ähnliche Ziele verfolgen.
Mit solidarischen GRüßen
Christian

"Gute Politik kann stets nur

Bild von Frank K.

"Gute Politik kann stets nur die Rahmenbedingungen schaffen"

Demnach lässt sich "gute Politik" nur noch an der Höhe der Wahlniederlagen messen?

"Die Anzahl der Suppenküchen in Deutschland ist dramatisch gestiegen, das weiß ich durch Bekanntschaft mit den Diakonischen Werken auch."

Das wäre vielleicht noch ein Punkt, über den gerade die SPD mal nachdenken sollte. Es hilft nichts, wenn man "über Bekannte, die einen Armen auch durch Bekannte kennen" schreibt, man sollte das auch selbst erleben, dann zumindest weis man, was man schreibt.

Bei der ganzen Agenda-Politik müsste doch klar sein, das sie weder die richtigen Ansätze hatte, noch wirklich etwas zum Besseren bewegt hatte.

Die angebliche "Absenkung der Arbeitslosigkeit" beruht doch nur aus Statistische Tricks, wer in irgendeine Maßnahme kam, war nicht mehr drin, wer einen Ein-Euro-Job hatte, war auch nicht mehr in der Statistik, dazu der Ausbau des Niedriglohnsektors mit Löhnen, die man mit Alg 2 aufstocken muss und dann wurde diese "Agenda" als "Erfolg" verkauft, ohne wirklich zu sagen, was dahinter steckt.

Durch den Niedriglohn und auch Hartz IV, ebenso die geringen Steigerungen der Renten wurde doch nur eins vorangetrieben, den Binnenmarkt zu schädigen.

Ein Handwerker kann "nicht einfach mal so" seine Dienstleistungen im Ausland anbieten, ein Einkaufscenter auch nicht, sie sind nämlich auf das Geld der Kunden angewiesen, weniger Umsatz, weniger Steuern. Auch eine Senkung der Unternehmenssteuern hat nichts gebracht, denn der Umsatz stieg dadurch auch nicht.

Diese Kaufkraft wurde aber auch durch die Agenda und der von der SPD mit beschlossenen MwSt.-Erhöhung weiter verringert und dann wunderte man sich, das die Einnahmen zurück gingen. Man kann sich aber trotzdem alles schön reden.

Die Rente mit 67 war auch so ein Ding, während die "Alten" länger arbeiten sollten, mussten die Jüngeren länger warten, einen frei gewordenen Arbeitsplatz zu finden, wenn die nicht durch diese Ein-Euro-Jobs ersetzt wurden.

Ebenso mit den Senkungen der Arbeitslosenversicherung, wer keine Steuern aufgrund des zu niedrigen Einkommens zahlen muss, hatte davon nichts, wer am unteren Rand der Einkommensgruppen verdiente, hatte nur wenig und meistens wurde diese "Senkung" gleich wieder von der MwSt.-Erhöhung aufgefressen. Wer mehr verdiente, hatte dann etwas davon.

Was war daran "sozial"?

Gerade auch die SPD hatte jetzt genügend Zeit, etwas für die (normale) Bevölkerung zu tun, hat es aber nicht, eher das Gegenteil und deswegen wurde sie abgestraft.

Statt dessen nur ein "Weiter so und Basta" (?)

"... dass den Bürgern

Bild von Antonia

"... dass den Bürgern unsere Beweggründe für die Umsetzung der Agenda 2010 [...] nicht richtig erklärt worden sind."

BITTE?

Lebst Du irgendwo "eingebunkert", um nicht zu sehen, was mit der Agenda in Rekordzeit aus diesem Land, aus unserer Gesellschaft gemacht wurde (!?) - Eure Entrechtungs- und Armuts-Agenda ließ u. a. die Anzahl der Suppentafeln nach oben katapultieren - gegenüber H. Kohl-Zeit wurden sie gar "sozialdemokratisch" verNEUNfacht!!

Und dann schwadronierst auch Du noch immer vom "erklären", als ob selbst existenzielle Dinge nicht schön längst viele Menschen haben BEGREIFEN lassen!

Es ist wirklich nicht zu fassen ... selbst nach dem Wahlsonntag dergleichen lesen müssen ...

Umdenken?

Bild von Frank K.

Ich bin zwar "nur" Wähler, aber ich möchte trotzdem meine Meinung dazu abgeben.

Die Erkenntnisse, die hier geschrieben wurden, sind zwar richtig, aber um Jahre zu spät.

Nach den ersten Wahlniederlagen, gab es weder ein Nachdenken über das Warum, noch eine richtige Analyse, nur ein "Weiter so".

Diese "Lüge" aus Hessen fand ich nicht mal so schlimm, denn wer etwas nachgeschlagen hätte, hätte auch nachlesen können, das Frau Merkel es 2005 auch so gemacht hat.

"Ich sage, es wird mit der SPD keine Koalition geben und dazu stehe ich".

Schlimmer fand ich, das auf meine Frage an die Bayern-SPD vor der letzten Landtagswahl nicht richtig geantwortet wurde. Ich fragte, wie die Bayern-SPD zu Ein-Euro-Jobs stand und das sie ja schon nachweislich Arbeitsplätze vernichteten und bekam als Antwort, das ein Mindestlohn nötig ist und das die SPD dafür kämpft. Soviel zur Arroganz.

Herrn Steinmeiers "Deutschland-Plan" war schon sehr durchsichtig, wenn man sich die anderen Programme ansah. Die Grünen wollten 1 Mio. Arbeitsplätze schaffen, die Linken 2 Mio und der "Deutschland-Plan" dann schließlich 4 Mio.. Es wurde nur verdoppelt, die Finanzierung, gerade auch was diese Jobs für die möglichen "Neu-Arbeitnehmer" an Löhnen erhalten würden, wurde bewusst ausgelassen.

Alleine schon das "Spitzen-Duo" Müntefering und Steinmeier waren für viele Wählerinnen und Wähler eher ein Grund, die SPD nicht zu wählen. Das hörte ich nicht nur in meinem Bekanntenkreis, sondern auch auf der Straße.

Da auch ich weis, das gerade dieses Duo für die "kleinen Leute" und besonders den Erwerbslosen mehr Nach- als Vorteile geschaffen hat, gab es auch für mich keinen Grund, die SPD zu wählen.

Am Glaubwürdigsten fand und finde ich noch immer Frau Drohsel, sowie die Herren Schreiner und Dreßler. Diese Personen vertreten meiner Meinung nach noch das S für Sozial in der SPD.

Gruß aus Bayern

Genau so!

Bild von Christian Polke

Lieber Björn,
volle Zustimmung. Die Schwierigkeiten mit der Glaubwürdigkeit haben uns in den letzten Jahren viele Stimmen aus der Reihe der eigenen Sympathisanten gekostet. Weniger die notwendigen Agendareformen, als deren Kommunikation und der Umgang mit Kritikern in den eigenen Reihen waren da das Problem. Zudem die "alte Leier": die SPD zerfleischt sich stets lieber selbst, links gegen rechts et vice versa, da braucht es dann keine Opposition mehr...Und die Vorgänge in Hessen kann man keinem vernünftigen Menschen verständlich machen, außer reumütig einzugestehen: "Wir haben gelogen!"
Zudem:wenn man sieht, wie schon in den Jusos die Gremienarbeit meist als bloßes praktisches Übungsfeld jenseits des Studiums bspw. der Politikwissenschaften auf dem Weg hin zum Beruf des sog. Vollblutpolitikers mit 28 betrachtet wird, gleichzeitig andere junge Menschen, die neben Beruf und Familiengründung, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten mitarbeiten wollen zu bloßen Vollzugsgehilfen gemacht werden, weil angeblich der Parteigeruch fehlt, dann wundert man sich kaum mehr, wie es um die Verjüngung in einer Volkspartei bestellt ist.
In diesem Sinne hoffe ich wirklich auf mehr kluge Leute wie Dich, das gilt nicht zuletzt angesichts so mancher ideologischen Führungskraft auch bei uns Jusos
Mit lieben GRüßen aus dem großen "Hansebruder"
Christian

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