Westerwelles offensichtlicher Abstieg „Ich habe (wohl bald) fertig...“

von Kurt Nickel - 31.05.2010
Wenn die Fähigkeit fehlt, mit im Grunde guten Ideen Andere zu überzeugen, wenn jemand falsch macht, was man nur falsch machen kann.

Paradoxerweise hatte Westerwelle im Grunde oftmals das richtige Thema angeschlagen:

- Wer freut sich nicht, wenn er weniger Steuern zahlen muss?

- Oder wen ärgert es nicht, wenn arbeitsscheue Menschen die Sozialkassen plündern und Andere für sich arbeiten lassen?

Eigentlich ist diese Thematik geradezu geschaffen um allseits größten Zuspruch zu erhalten. Doch Ideen und Versprechungen nützen eigentlich nie etwas, wenn dann nicht die Umsetzung entsprechend erfolgt. Nur der Weg, die Form und der Zeitpunkt hierzu müssen halt passen.

Man muss doch ein Augenmaß dafür haben, wann eine Steuersenkung überhaupt möglich ist und nicht noch darauf beharren, wenn schon ein ganzes Volk hierfür keine Möglichkeiten sieht!

Und man kann nicht hingehen und eine ganze Klasse Hartz IV. -Empfänger generalisieren, alle einheitlich werten und ihnen Trägheit und Arbeitsscheu unterstellen. Wie ein Rohrspatz drauflos schimpfen und sich mit allen anlegen! Und wenn dann noch das Ganze mit einer gehörigen Portion Überheblichkeit und Arroganz unterlegt ist, dann darf man sich nicht wundern, wenn der Zuhörer sich abwendet.

Bedenkenträger in der FDP werden wohl Angst gehabt haben, der Majestätsbeleidigung bezichtigt zu werden. Anders kann ich mir das lange Stillhalten seiner Parteimitglieder nicht erklären. Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, wo auch der Letzte zu bemerken scheint, dass die Schnellschüsse ihres Chefs wohl nicht das Wahre waren, da werden sie alle stutzig. Frau Leutheusser-Schnarrenberger spricht bereits vom Bedarf einer neuen liberalen Agenda und andere Parteimitglieder der FDP schließen sich ihr zaghaft an.

Es drängt sich mir das Gefühl auf, Westerwelle hat bald wirklich fertig...

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