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Haiti: Trauermärsche statt Karneval

Redaktion Redaktion • 15. February 2010

Trauerprozession in Haiti. Copyright AWO International
Trauerprozession in Haiti. Copyright AWO International

Scheinbar fröhlich zogen Paraden mit zu lauter Musik tanzenden und betenden Menschen durch die Straßen. "Eine ganz andere Art der Trauer- und Traumabewältigung", wie Axel Schmidt feststellt. Er ist seit zwei Wochen für AWO International im Erdbebengebiet von Haiti im Einsatz.

Auch einen Monat nach der Katastrophe sind nach Angaben der Vereinten Nationen noch über zwei Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, über eine Million auf Notunterkünfte, vor allem im Hinblick auf die nahe bevorstehende Regenzeit. "Es gibt noch immer keinen ausreichenden Schutz für Menschen, die ihr Haus verloren haben. Aus Port-au-Prince hat eine große Stadtflucht eingesetzt, die die armen ländlichen Gebiete Haitis stark belasten", berichtet Axel Schmidt. "Die Menschen haben weiterhin Angst, in Häusern zu schlafen. Kleinere Nachbeben der Stärken 4 bis 5 schüren die Angst vor dem nächsten großen Erdbeben."

Nahrungsmittelhilfe und Notunterkünfte

AWO International, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und die adventistische Hilfsorganisation ADRA, alle Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland Hilft (ADH), haben gemeinsam mehrere Verteilungen von Hilfsgütern und Lebensmitteln in der Stadt Petit Goave, ca. 60 km westlich von Port-au-Prince gelegen, durchgeführt. Bisher konnten dort 1.250 Familien mit Lebensmitteln wie Reis, Maismehl und proteinhaltigen Keksen und 700 Familien mit Hygiene-Artikeln und Notpaketen versorgt werden. Weitere Verteilungen sind geplant.

In Petit Goave haben sich sechs Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft auch für beginnende Wiederaufbaumaßnahmen zusammengeschlossen. AWO International wird sich um den Aufbau und die Ausstattung von Schulen in der Region kümmern. Außerdem unterstützt AWO International in Croix des Bouquets, einem Vorort von Port-au-Prince, eine Klinik, die vor wenigen Tagen ihren Betrieb in einem Notlager für 650 Familien aufgenommen hat. Langfristig soll sie die Basisgesundheitsversorgung von 6.000 bis 10.000 Menschen garantieren.

Spenden für die Erdbebenopfer sind weiterhin dringend nötig:

AWO International e.V.
Stichwort "Erdbeben auf Haiti"
Spendenkonto 10 11 12
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 100 205 00 Weitere Informationen finden Sie beim Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) unter www.dzi.de

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