Sonja ist Studentin der "Sozialen Arbeit" an der Universität Siegen. Sie protestiert aus Überzeugung. Die Entwicklung der Bologna-Reform sieht sie kritisch. Gemeinsam mit Kommilitonen hat sie
seit dem 17. November den Hörsaal der Siegener Universität besetzt und alternative Veranstaltungen organisiert. Eine Unterbrechung der Besetzung durch die Polizei hielt nur für ein Wochenende.
Kritik dringt durch
"Endlich sprechen wir eigenverantwortich über die Bedingungen an der Hochschule", sagt Sonja. Seit Sommer dieses Jahres gibt es im Land überall Proteste. In Siegen ist Sonja mittendrin. Nun
ist die Kritik auch medial durchgedrungen und die Politik wie die Verantwortlichen an den Universitäten diskutieren über die Reformen an den deutschen Hochschulen.
Zu wenig Professoren
Die Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz Margret Wintermantel hat inzwischen eingeräumt, dass an den Universitäten die Betreuungsverhältnisse nicht stimmen und den Universitäten zu
wenig Geld zur Verfügung stünde. Gleichzeitig wies sie jedoch die Kritik der Studierenden am Bologna-Prozess zurück.
Arbeiten für Studiengebühren
In Siegen haben die Studenten zwischenzeitlich einen kleinen Erfolg erzielt. Nach der Wiederbesetzung des Hörsaals am letzten Montag stellte sich der Rektor Holger Burckart der Diskussion
mit den Studierenden. "Jetzt haben wir bis Freitag Zeit. Dann sollen wir schon konkrete Überlegungen präsentieren", sagt Sonja. "Leider haben einige von uns gar keine Zeit für die Proteste. Viele
müssen arbeiten. Für die Studiengebühren!" Andere hätten Angst, Seminare zu verpassen. "Wir müssen uns in Anwesenheitslisten eintragen. Beim zweiten Fehlen gibts keinen Schein", sagt Sonja.
Protest im Netz
Wie es weitergeht, entscheidet sich nicht zuletzt über das Internet. Unter www.unsereunis.de berichten die Studierenden über ihre Erfahrungen im Bildungsstreik. Erfolge und Versprechungen
wollen sie hier festhalten und bewerten. Auch die Kritik der Studierenden an der Umsetzung des Bologna-Prozesses ist hier einzusehen.







