Nach Energieversorgung und industriellen Prozessen ist Entwaldung die drittgrößte Einzelursache für globale Erwärmung und verantwortet mehr CO2-Emissionen als zum Beispiel der Transportsektor. Wenn man die Verhandlungen nur auf Energie und Industrie konzentriert, wird der globale Klimavertrag, der in Kopenhagen verhandelt wird, zu kurz greifen. Trotz der höchsten Wichtigkeit ist das Problem von Landnutzung und Entwaldung noch komplexer als andere Themen der internationalen Klimaverhandlungen. Die Ursachen sind vielseitig:
Erstens, findet Entwaldung hauptsächlichen in Entwicklungsländern statt und ist damit außerhalb unseres regulativen Einflusses. Wenn man Entwaldung als Ursache für Emissionen sieht, dann sind Brasilien und Indonesien - und nicht die USA und China - auf der Spitze der globalen Klimasünder. Allerdings empfinden Entwicklungsländer die Nutzung der natürlichen Ressourcen als fundamentales Recht auf wirtschaftliche Entwicklung und sträuben sich gegen jede Art von äußerer Einflußnahme. Obwohl manche Länder es verstanden haben, dass das Verhindern der dramatische Räuberung von tropischen Wäldern auch einen Vorteil bringt, so ist das Regulierungsvermögen in diesen Ländern zu schwach, um Unternehmen und Farmer zu verhindern, illegal Bäume zu fällen und zu verbrennen.
Zweitens, es gibt kein effektives Waldschutzregime gibt, das die Verhinderung von Entwaldung als Klimaschutzinstrument belohnt, ähnlich wie das bei erneuerbaren Energien oder ökologischen Ausrichtung der Industrie es schon gibt. Das Kyoto-Protokoll enthielt nur wenige Instrumente für den Schutz und die Bewahrung der Wälder als Klimaschutzmaßnahme. Daher werden zur Zeit weniger als 0,1% der internationalen Emissionsreduzierungen im Bereich der Verhinderung von Entwaldung angewandt.
Was müsste also in Kopenhagen getan werden? Lesen Sie weiter im Blog Good Society Debate im Social Europe Journal
Jo Leinen ist Vorsitzender des Umweltausschusses im Europäischen Parlament und Leiter der EP-Delegation in Kopenhagen.
Friedrich-Ebert-Stiftung: Online-Debatte: "Wohin steuert die Soziale Demokratie in Europa?" Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat gemeinsam mit dem Social Europe Journal, dem Soundings Journal und dem britischen Think-Tank Compass eine europaweite Online-Debatte - "The Good Society Debate" - über die Zukunft der Sozialen Demokratie in Europa ins Leben gerufen. Es ist das erste Mal, dass solch eine Diskussion europaweit geführt wird. Es werden über 70 führende Wissenschaftler, Politiker und Aktivisten aus ganz Europa ihre Ansichten zu dem von Andrea Nahles (SPD, MdB) und Jon Cruddas (Labour Party, MP) geschriebenen Papier "Die Gute Gesellschaft" veröffentlichen. Die Debatte begann am Montag, den 2. November, mit einem Artikel von Andrea Nahles und Jon Cruddas sowie Beiträgen von Professor Zygmunt Bauman und Dr. Denis McShane (Labour Party, MP). Über den Zeitraum von sieben Wochen werden jeden Tag zwei weitere Artikel veröffentlich werden. Die Debatte wird in englischer Sprache geführt. Sie sind herzlich dazu eingeladen, sich an der Online-Diskussion zu beteiligen: http://www.goodsociety.social- europe.eu. Das Papier "Die Gute Gesellschaft" ist in deutscher und englischer Sprache unter folgendem Link einsehbar: http://www.goodsociety.social- europe.eu. Ein RSS Feed können Sie über folgenden Link abonnieren: http://feeds.feedburner.com/ goodsociety







