"Der Bologna-Prozess muss als Anlass für eine qualitative Reform der Hochschulbildung genommen werden, um das bestehende diskriminierende und selektive Hochschulsystem zu wandeln", fordert Juliane Knörr, Mitglied im Vorstand des fzs, und erklärt weiter: "Die Verbesserung der Hochschulbildung und der klare Fokus auf die öffentliche Aufgabe der Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft durch emanzipatorische und selbstbestimmte Bildung muss der zentrale Punkt aller Reformen sein."
Transparente und konsistente Lernziele
In Deutschland sei das Konzept der Lernziele und der Paradigmenwechsel "shift from teaching to learning" noch nicht hinreichend verstanden worden, meint Thomas Warnau, ebenfalls Vorstandsmitglied im studentischen Dachverband. "Die verantwortlichen Institutionen wie Hochschulen, KMK, Fachgesellschaften und Zusammenschlüsse sind aufgefordert, transparente und konsistente Lernziele in Zusammenarbeit mit den Studierenden und betroffenen InteressenvetreterInnen zu formulieren."
Gleichberechtigte Partner
Die Bologna-Communiqués weisen Studierende zwar als gleichberechtigte Partner aus, dies ist aber in der Realität noch nicht der Fall. Der fzs wehrt sich gegen eine selektive und
Alibi-Beteiligung von Studierenden an Entscheidungsprozessen und fordert einen Abbau der Hierarchien und eine Demokratisierung der Gremienstrukturen.
"Im Interesse der internationalen und der innerdeutschen Mobilität der StudentInnen und AbsolventInnen müssen klare Kriterien für die Vergleichbarkeit und Anerkennungsfähigkeit der
Studienleistungen und -abschlüsse festgelegt werden. Diese müssen für Hochschulen und Agenturen verbindlich sein, dürfen aber den Gestaltungsspielraum der Hochschulen nicht unzulässig
einschränken", erklärt Knörr abschließend.







