So kommen 26 internationale Wissenschaftler in einem noch unveröffentlichten Bericht zu dem Schluss, dass einige Aspekte des Klimawandels früher oder stärker eintreten als noch vor wenigen
Jahren vermutet. Zudem stehe der Menschheit nur noch ein begrenztes Budget an CO2-Emissionen zur Verfügung, solle das Ziel einer weltweiten Erwärmung von maximal zwei Grad erreicht werden.
Weltweit dürften insgesamt nur noch 750 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid emittiert werden. Deren globaler Ausstoß müsste demnach bis 2050 um deutlich mehr als die Hälfte im Vergleich zu 1990
gesenkt werden.
"Neben Rettungspaketen für Banken oder Autobauer braucht die Welt einen Rettungschirm für das Weltklima", fordert der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth. Auf der
Klimakonferenz müsste alle wesentlichen Bestandteile eines Abkommens festgelegt werden: vertragsfest, nicht mehr verhandelbar und naturwissenschaftlich begründet. "Kopenhagen muss mehr bringen
als reine Absichtserklärungen", so Flasbarth.
35 000 Unterschrift für die Kanzlerin
Auch Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sieht die Staats- und Regierungschefs in der Pflicht. "Die Politik muss sich in Kopenhagen
endlich ihrer Verantwortung stellen und das Risiko gefährlichen Klimawandels begrenzen", fordert er. "Alles andere wäre eine Bankrotterklärung."
Vor dem Kanzleramt in Berlin demonstrierten heute 60 Jungendliche der Organisation Greenpeace für mehr Klimaschutz. In den vergangenen Wochen hatten sie deutschlandweit rund 35 000
Unterschriften gesammelt, um Bundeskanzlerin Angela Merkel aufzufordern, in Kopenhagen für klare Regelungen einzutreten. Die Jugendlichen forderten geringere CO2-Emissionen der Industriestaaten
sowie Hilfen für ärmere Länder, um Wälder zu retten oder Erneuerbare Energien auszubauen.
Unterdessen sieht der Vizepräsident des Wuppertal Instituts, Manfred Fischedick, die Europäische Union auch bei einem möglichen Scheitern der Klimakonferenz in der Pflicht. Selbst wenn es
in Kopenhagen zu keiner verbindlichen Regelung komme, habe die EU eine Vorreiterrolle inne und solle sich an ihre Zusagen halten, ihre Emissionen gegenüber 1990 um 30 Prozent zu reduzieren.







