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Icon   Der Wilhelm-Dröscher-Preis 2009

„Das geschriebene Wort ernst nehmen“

Josephine Steffen • 14. November 2009

Im Landtag- und Bundestag aktiv, später Schatzmeister der SPD und Präsident der Europäischen Sozialisten, setzte sich der 1977 verstorbene Wilhelm Dröscher für eine Sozialdemokratie in der Mitte der Gesellschaft ein. "Wer als Politiker geachtet und ernst genommen werden will, der muss in der alltäglichen Praxis bereit sein, das geschriebene Wort mit Leben zu erfüllen. Anders: Er muss für seine Mitbürger zu jeder Stunde da sein." Dieses Wort wird in der SPD ernst genommen, das zeigen auch die 39 verschiedenen Initiativen, die sich für den Preis bewerben.

Von lebendiger Demokratie bis zur Zukunftswerkstatt SPD

Insgesamt gibt es vier Kategorien: "Lebendige Demokratie braucht aktive Demokraten", "Aktionen gegen Rechts", "Die SPD als Geschichts- und Zukunftswerkstatt" sowie "Für eine solidarische und gerechte Welt".

Die Web-Sozis nehmen dabei den Grundgedanken der gelebten Demokratie ebenso auf wie ein kleiner Ortsverein aus Mondschau, der mit einer Fragebogenaktion alle Bürger der Stadt dazu befragte was die SPD-Mondschau für sie ist. Bei "Sozis frei Haus" hingegen können Bürgerinnen und Bürger Bremens und Bremerhavens mit Abgeordneten im ungewöhnlichen Rahmen darüber sprechen wo der Schuh für sie drückt.

Kaufungen wehrt sich

Der kleine Ort in Nord-Hessen musste sich vor drei Jahren ganz praktisch mit dem Thema Rechtsextremismus in der eigene Mitte auseinandersetzen. "Commando Industries", ein Unternehmen, das rechtsextreme Markenkleidung wie "Dobermann" oder "Londsdale" vertreibt, bewarb sich um eine Industrieanlage in der Mitte Kaufungens, in unmittelbarer Nähe zu einer Gesamtschule und einem Familienzentrum. Der Ortsverein der SPD Kaufungen sammelte rund 2000 Unterschriften. Das rechte Unternehmen zog sich zurück.

Das die Arbeiterbewegung als Basis der Sozialdemokratie nicht obsolet und veraltet ist, sondern ein wesentliches Element der heutigen Auseinandersetzung um Gerechtigkeit und Gleichheit ist, zeigen die sechs Veranstaltungen der Jusos Mannheim zu Themen wie "Leben nach dem Prinzip links" oder "Kunst für alle!". Dafür gestalteten u.a. junge Künstler und Grafiker alte KPD-Plakate um.

Eine weltoffene SPD für alle

Für diese Idee steht unter anderem das Café fifty, eine der Initiativen in der Kategorie " Für eine solidarische und gerechte Welt". Hier werden die Betreiber aktiv von dem Ortsverein Obernburg in ihrem Beratungs- und Informationsangebot unterstützt. In angenehmer Atmosphäre sollen Arbeitslose und Bedürftige Tageszeitungen lesen, das Internet nutzen und Beratung erhalten können.

Die Projekte und Initiativen der Jusos, Ortsvereine und Arbeitskreise sind vielfältig und zeugen von Einfallsreichtum und Engagement. Es wird bis zum Schluss spannend bleiben, welche der insgesamt 39 Initiativen, die sich für den Wilhelm-Dröscher-Preis bewerben, vom SPD-Vorstand ausgewählt wird. Die Entscheidung wird nicht leicht fallen.

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Buchtipp

Cover: Oldenbourg Verlag

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Massenmord, geplant von Beamten

Icon Kathrin Hartmann: "Wir müssen leider draußen bleiben"

Von der Politik über den Tisch gezogen

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Mehr Sozialkapital

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Der kleine große Mann aus der zweiten Reihe

Interview

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Icon Eren Güvercin im Interview

„Ich habe nie ein Identitätsproblem gehabt“

Icon Interview mit Frank Mentrup

Lust auf den Wechsel

Icon Interview mit dem Deutsch-Iraner Omid Pouryousefi

"Viele haben die Nase voll"

Icon Interview mit Katja Kullmann

„Dann ist da diese andere europäische, große Idee, die wir Sozialdemokratie nennen“

Veranstaltung

vorwärts-Fest in Bayern

Icon vorwärts-Fest

„Der Wandel in Bayern hat angefangen!“

Icon Buchvorstellung

Naziverbrecher ohne Reue

Icon Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus

Das kulturelle Gesicht Afghanistans

Icon Bildungspolitik

Gleiche Chancen für alle?

Kolumne

Icon Willst du mit mit (wählen) gehen?

Das Allerletzte von Martin Kaysh

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Icon Abzug aus Afghanistan

Global gedacht von Rafael Seligmann

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Filmtipp

Für Lothar (André M. Hennicke) gibt es wohl kein Zurück   in sein bisheriges Leben.

Icon Film der Woche: Die Vermissten

Mit dem Rücken zum Nichts

Icon Film der Woche: Medianeras

Wir sind die Stadt

Icon Film der Woche: Ufo In Her Eyes

„Ein ideologischer Schrottplatz“

Icon Wuppertal-Vohwinkel

Der braune Fleck im Stadtbild