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Icon   Martin Schulz im Portrait

"Bestimmende Kraft der Linken"

Kai Doering • 11. November 2009

Foto: Dirk Bleicker
Foto: Dirk Bleicker

Schulz, seit 1994 Mitglied des Europäischen Parlaments und seit 2004 Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion, bewirbt sich darum. Das Ziel für den 53-jährigen gelernten Buchhändler ist klar: Die EU müsse sich ebenso zu einer Sozialunion entwickeln, wie sie es im ökonomischen Bereich bereits tue. "Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass dies die Leitlinie unserer Europapolitik bleibt."

Werben für die europäische Idee

Dafür ist Martin Schulz viel unterwegs. Zwischen Brüssel, Straßburg und seiner Heimatstadt Würselen, wo er bis 1998 auch Bürgermeister war, sowieso. Und nun reist er auch noch in die Unterbezirke und Landesverbände, wirbt um Vertrauen und für die europäische Idee. "Ich stehe der Basis zur Verfügung", sagt der Kandidat, der weiß, dass er sich mit dem neuen Amt noch stärker in den Dienst der Partei stellt. "Als SPD müssen wir die bestimmende Kraft der Linken sein", fordert Schulz. Die Partei müsse wieder so stark werden, dass sich die anderen Parteien an ihr abarbeiten. "Ich sehe mich in der Pflicht. Wir müssen eine starke Oppositionspartei werden."

Barrosos ärgster Widersacher

Auf diesem Gebiet kennt sich der Europapolitiker aus. Er gilt als ärgster Widersacher des gerade wiedergewählten Präsidenten der EU-Kommission José Manuel Barroso. Im Parlament liefern sich die beiden häufig heftige Wortgefechte. Selbstbewusst fordert Schulz das künftige Amt des Vizepräsidenten der Kommission für die Sozialdemokraten ein: "Ich bestehe darauf, dass, wenn der Kommissionspräsident ein EVP-Mann ist, der nächst höhere Posten von einem Sozialdemokraten besetzt wird."

Klare Worte findet Schulz auch für die eigene Partei. "Wir haben genug diskutiert, was bis zum Jahr 2010 geschehen muss. Jetzt müssen wir darüber sprechen, was danach für Deutschland wichtig ist." Klar sei, dass sich die SPD mehr um die Menschen kümmern müsse. "Ein großer Teil unserer Wähler ist in der Warteschleife. Denen müssen wir jetzt klar machen, dass wir die Lösungskompetenz für die soziale Gerechtigkeit im Land haben."

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