Na, da stimmt ja mal wieder alles: Barack Obama offenbart Lula da Silva seine Liebe, gesteht vor versammelter Mannschaft am Rande des G20-Gipfels in London "I love this guy, he is the most
popular President in the World", und Lula, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf verweist, Gott sei Brasilianer, erwidert mit großzügiger Geste "Obama ist einer von uns; würde man ihn
in Bahia treffen, würde man denken, er sei Bahianer; träfe man ihn in Rio, könnte man denken, er sei Carioca".
Gefestigt wird das noch junge Glück durch gegenseitige Telefonate und persönliche Treffen. Schon im März wird Lula - als erster lateinamerikanischer und als dritter Staatschef überhaupt -
von Obama im Weißen Haus empfangen: Sie kündigen an, in Zukunft stärker zusammen arbeiten zu wollen, um die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise zu überwinden, um eine Reform des
Sicherheitsrates der Vereinten Nationen voranzubringen, um die gemeinsame Entwicklungskooperation in Afrika zu erneuern und - last but not least - eine Energiepartnerschaft auf den Weg zu
bringen.
Mit Blick auf Lateinamerika ist Brasilien der natürliche strategische Partner für die USA. Das Land mit der fünftgrößten Bevölkerung und der neuntgrößten Volkswirtschaft der Welt ist zwar
nicht offizieller Sprecher seiner zahlreichen Nachbarn, hat aber in den letzten Jahren seine Führungsrolle auf dem Subkontinent stetig ausgebaut. Seine Ökonomie entwickelt sich stabil und scheint
auch relativ krisenresistent zu sein, es verfügt über ein ausstrahlungsfähiges soziökonomisches Modell und liegt mit keinem Land in einem schwerwiegenden Konflikt. Im Gegenteil: Brasilien wird
mehr und mehr als Konfliktlöser akzeptiert, übernimmt, wie etwa in Haiti, internationale Verantwortung, und auch seine stärksten Rivalen, Argentinien und Venezuela, haben in den letzten Jahren
deutlich an Boden verloren und sind in die regionalen Strukturen eingebunden.
Den Text finden Sie hier:
http://library.fes.de/pdf-files/bueros/brasilien/06660.pdf
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