"Obama hat als Präsident ein neues Klima in der internationalen Politik geschaffen." Das norwegische Nobelpreiskomitee würdigte den 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten für seine "außergewöhnlichen Bemühungen für die Zusammenarbeit zwischen den Völkern". Obamas Diplomatie beruhe auf dem Konzept, "dass diejenigen, die die Welt führen, dies auf der Grundlage von Werten und Haltungen tun müssen, welche von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden", teilte das Komitee in Oslo mit. Selten zuvor habe eine Persönlichkeit so sehr die Hoffnung auf eine bessere Zukunft vermittelt und die Aufmerksamkeit der Welt in Bann gezogen, hieß es in der Begründung. Eine besondere Rolle bei der Entscheidung habe Obamas Vision für eine Welt ohne Atomwaffen gespielt.
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Gert Wesskirchen, wertete die Entscheidung des
Nobelpreiskomitees als Anerkennung für Obamas Erfolg, Dialog und Diplomatie wieder politische Stärke zu geben. "Das Nobelpreiskomitee erkennt mit dieser Wahl die historische Groesse seines
Zukunftsentwurfs einer Welt ohne Atomwaffen an", sagte Weisskirchen und fügte hinzu: "Gleichzeitig ist damit ein Aufruf an die Welt verbunden, dieses Ziel zu verwirklichen"
In diesem Jahr waren 205 Namen und Organisationen für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Vor der Preisvergabe gabe es keine ausgeprägten Favoriten. Im letzten Jahr ging der Friedensnobelpreis an den finnischen Ex-Präsidenten Martti Ahtisaari. Er wurde für seinen jahrzehntelangen Einsatz als Mittler und Makler bei internationalen Krisen, Konflikten und Kriegen ausgezeichnet. 2007 ging die Auszeichnung an den früheren US-Vizepräsident Al Gore und den Weltklimarat (IPCC) der Vereinten Nationen.Letzter Preisträger aus Deutschland war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt.
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