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Atomlobby wirbt für längere Laufzeiten

Joris Steg • 29. September 2009

Foto: pixelio.de/ Daniel Bleyenberg
Foto: pixelio.de/ Daniel Bleyenberg

Über Laufzeitverlängerungen aller Kraftwerke reden

Der RWE-Chef Jürgen Großmann setzte sich am Dienstag in der ARD für einen weiteren Betrieb des Atomkraftwerks Biblis ein: "Ich glaube, man sollte technische Anlagen so lange nutzen, wie sie sicher sind". Die beiden Kraftwerksblöcke Biblis A und Biblis B stehen seit geraumer Zeit in der Kritik und sollten nach Vorstellungen des noch amtierenden Bundesumweltministers Sigmar Gabriel bald abgeschaltet werden. Großmann sagte auf Nachfrage, dass die beiden Reaktoren "selbstverständlich" sicher seien und legte nach: "Ich glaube, dass man über die Laufzeitverlängerung aller Kraftwerke reden sollte", weil dadurch ein Mehrwert generiert würde, etwa für die Modernisierung der Leistungsnetze oder für den Ausbau der Windkraft. Großmann erklärte sich bereit, der Forderung der Union und FPD nachzukommen, einen Teil der zusätzlichen Gewinne in der Größenordnung eines "dicken zweistelligen Prozentsatzes" abzugeben.

Wende in der Atompolitik

Der E.ON-Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat erwartet wie sein Kollege Gespräche mit der neuen Regierung über längere Laufzeiten: "Natürlich haben wir uns auf dieses Szenario eingestellt und sind darauf vorbereitet, uns einzubringen", sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er zeigte sich davon überzeugt, dass mit Schwarz-Gelb die Kernenergie wieder eine Zukunft im Energiemix haben werde: "Dieses Thema kann jetzt sachlich und ideologiefrei angepackt werden. Die Parteien haben sich klar dafür ausgesprochen, die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern", verdeutlichte der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Energiekonzerns seine Erwartungen an eine Wende in der Atompolitik.

Nun, da mit Umweltminister Gabriel der Gegenspieler der starken Atomlobby aus der Regierung scheidet, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis längere Laufzeiten der Atomkraftwerke beschlossen werden und am unter Rot-Grün verabschiedeten Atomausstieg gerüttelt wird.

Quelle: spiegel.de

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