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Icon   Fotoprojekt "Siebzigtausend in Leipzig"

Die Gesichter der Wende

Birgit Güll • 24. September 2009

Grenzübergang Checkpoint Charlie, Berlin. Foto: Dirk Bleicker
Grenzübergang Checkpoint Charlie, Berlin. Foto: Dirk Bleicker

"Die Bedeutung des 9. Oktobers gerät zunehmend im bundesdeutschen Geschichtsbewusstsein ins Vergessen", erklärt der Leipziger Rainer Justen. Er hat sich das Erinnern zur Aufgabe gemacht: In einem fünfjährigen Fotoprojekt sollen die Gesichter der Wende festgehalten werden. Wer waren diese Menschen? Wie sehen sie heute aus? Diesen Fragen will der Fotograf mit künstlerischen Mitteln nachgehen.

Die Demonstranten von damals

2014 soll Justens Vorhaben abgeschlossen sein - pünktlich zur Einweihung des Einheitsdenkmals. Ein großer Festakt ist geplant, genau wie ein Buch und eine Ausstellung zu den "Siebzigtausend in Leipzig". "Diese Bilder werden bleiben und sie helfen dabei, insbesondere unserer Jugend und zukünftigen Generationen, diese wichtige Zeit des Umbruchs näher zu bringen", unterstreicht Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und zugleich Schirmherr des Fotoprojekts.

"Eine Herzensangelegenheit", nennt Tobias Hollitzer, Leiter der Gedenkstätte in der "Runden Ecke", Justens Plan. Er betont die Bedeutung von Aufklärung und Erinnerung an die Wende-Zeit - ganz besonders für kommende Generationen. Die Fotografien dazu einen Beitrag leisten: Wer am 9. Oktober 1989 in Leipzigs Straßen demonstrierte, kann sich an das Stadtbüro (Katharinenstraße 2, 04109 Leipzig, geöffnet von Dienstag bis Freitag, 14.00 bis 18.00 Uhr) wenden. Auch unter www.siebzigtausend-in-leipzig.de können die Demonstranten von damals sich zum Fototermin anmelden. - Und dabei helfen, die Erinnerung wach zu halten.

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