In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Omniquest" für den "Kölner Stadt-Anzeiger" konnte Frank-Walter Steinmeier seine persönlichen Kompetenzwerte deutlich verbessern, Angela Merkel hingegen stagniert oder verliert. 51,1 Prozent der Befragten sehen bei Steinmeier eine hohe Wirtschaftskompetenz, fast acht Prozent mehr als Vormonat. Zwar erreicht Merkel hier einen Wert von 60,8 Prozent, der Abstand ist aber deutlich geringer geworden. Die Umfrage hat Omniquest am Tag nach dem TV-Duell durchgeführt. Daher ist anzunehmen, dass Steinmeiers beherzter TV-Auftritt zu seinem Aufschwung geführt hat.
Sympathiekurve geht nach oben
Deutlich punkten konnte der SPD-Kanzlerkandidat bei den "weichen" Faktoren, wie Menschlichkeit und Sympathie. 41,8 Prozent der Befragten halten Steinmeier für ehrlich, das ist ein Plus von
zehn Prozentpunkten. Angela Merkel verliert hier zwei Prozentpunkte und kommt auf 51 Prozent. Die Umfrage zeigt, dass der Abstand der beiden Kandidaten geringer wird, der Umfragenimbus der
Kanzlerin scheint angekratzt.
Erinnerung an 2005
Auch Teile der Union registrieren diese Entwicklung und die Erinnerung an die beiden vergangenen Bundestagswahlkämpfe wird wach. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wachse insbesondere bei
der CSU die Sorge, dass es wie bei der Wahl von 2005 für eine schwarz-gelbe Mehrheit nicht reichen könnte. Deswegen dränge die CDU ihre Schwesterpartei zur Vorlage eines gemeinsamen
wirtschaftspolitischen Sofortprogramms. Vor allem das TV-Duell erregt demnach Unmut in der CSU. Es sei der Eindruck entstanden, Merkel wolle am liebsten mit der SPD und Steinmeier weiterregieren,
sagte ein führender CSU-Mann der "Süddeutschen Zeitung".







