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Handbuch für den Alltag

Joris Steg • 10. September 2009

Foto: Joris Steg
Foto: Joris Steg

Rechtsextremismus breitet sich immer mehr aus, und das nicht nur unter Jugendlichen. Rechtsextreme geben sich häufig modern und sind nicht auf den ersten Blick als Neonazis identifizierbar. Das Internet ist für sie zum wichtigsten Agitations- und Propagandainstrument geworden. Bei den Landtagswahlen in Sachsen hat die NPD erstmals den Wiedereinzug in ein Parlament geschafft. Dadurch besitzt eine NPD-nahe Stiftung nun den Anspruch auf staatliche Förderung. In Thüringen verpasste die NPD nur wegen der hohen Wahlbeteiligung in den Landtag. Diesen besorgniserregenden Tendenzen muss entgegengewirkt werden. "Das Buch gegen Nazis. Rechtsextremismus - Was man wissen muss und wie man sich wehren kann" von den Herausgebern Holger Kulick und Toralf Staud vermittelt kompaktes Wissen über Rechtsextremismus und gibt praktische Tipps für den Kampf gegen Nazis.

Verteidigung der Demokratie

Bei der Vorstellung des Buches am Donnerstag in Berlin betonte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse "wie wichtig es ist, sich gegen Rechtsextremismus zu wehren". Das Buch liefere für diesen Kampf nützliche Informationen und praktische Hinweise. Er wies ebenfalls darauf hin, dass der Kampf gegen Rechts nicht nur eine Sache der Politik sei, sondern auch eine Angelegenheit der Zivilgesellschaft. Um den Kampf gegen Rechtsextremismus zu verstetigen, habe die SPD die Einrichtung einer Bundesstiftung vorgeschlagen. Für diese Stiftung seien im Haushalt 2010 zusätzliche sechs Millionen Euro aus dem Etat vom Bundesbeauftragten für die neuen Länder, Wolfgang Tiefensee, vorgesehen. Die Stiftung soll konkrete Projekte gegen Rechts langfristig fördern und einen "Feuerwehrfonds" bilden, der flexibel dort eingreift, wo es brennt. Thierse forderte Politik und Bürger dazu auf, die Demokratie gegen menschenverachtende Ideologien zu verteidigen.

Im Kampf gegen Nazis sind alle gefordert

Toralf Staud wies darauf hin, dass das Buch zwei gute Zwecke erfülle: Zum einen den Inhalt und zum anderen fließt der Erlös des Buches in den Opferfonds Cura, der Opfer rechter Gewalt unterstützt. Holger Kulick betonte, dass das primäre Anliegen des Buches sei, jedem einzelnen klarzumachen, was man gegen Rechtsextremismus tun kann und wie man es tun kann. Deshalb enthalte das Buch auch praktische Tipps, wie man im Alltag gegen Nazis vorgehen kann. "Das Buch richtet sich an die Öffentlichkeit, es richtet sich an den Bürger", erklärte Staud, denn "Politik allein kann Rechtsextremismus nicht besiegen, die Zivilgesellschaft ist auch gefordert".

Im Kampf gegen Rechtsextremismus sind alle gefordert. Das Buch liefert dabei hilfreiche Informationen und praktische Tipps für den Alltag.

Weitere Infos unter:

www.dasbuchgegennazis.de

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