Kinder sind unsere Zukunft kann heißt es oft. Doch was wird konkret für den Nachwuchs getan? Im Kreativhaus in Berlin-Mitte sprachen sich Manuela Schwesig, Heinz Hilger und Peter Maffay für
den SPD Aufruf "Kinderrechte ins Grundgesetz!" aus.
Die Kinder sollen mitreden dürfen
Sie habe am Tag der Verfassung Geburtstag, würde aber gerne ein zweites Mal Geburtstag feiern. Nämlich dann, wenn die Kinderrechte ins Grundgesetz kämen, meinte Manuela Schwesig. Kinder
hätten einen Anspruch gehört und beteiligt zu werden. Da Peter Maffay der Erfinder des kleinen grünen Drachen Tabaluga sei, erzählte sie eine Fabel aus dessen Geschichte. Der Papa-Drache forderte
den kleinen Tabaluga auf, immer still zu sitzen, ruhig zu sein und nicht zu diskutieren. Dies dürfe aber in unserer Gesellschaft nicht der Fall sein. Kinder sollten bei Schulausstattung,
Schulessen und Spielplätzen mitreden können, so Schwesig.
Die Kleinen haben Rechte
Alle Jungen und Mädchen hätten ein Recht beteiligt zu werden. Es stünde ihnen ebenso zu, besonders individuell gefördert zu werden. Jeder sollte eine gute Kindertagesstätte, Schule, Kultur-
und Sportangebote besuchen können. Doch in unserem Land hänge vieles vom Geldbeutel der Eltern ab. Dabei käme es doch einzig und allein auf die Köpfe an, die es zu fördern gelte. Auch hätten
Kinder ein Recht auf Gesundheit, freie Entfaltung und Schutz vor Gewalt, forderte Schwesig.
"Zu diesen Rechten gehört aber auch, dass die Schließung von KITAS und Spielplätzen verhindert wird. Es kann nicht sein, dass ein Flugzeug über ein Wohngebiet fliegen darf, aber Kinder
keinen Platz haben. Diese Zukunft Deutschlands braucht mehr Macht, das müssen wir im Grundgesetz verankern," sagte Schwesig.
Der Nachwuchs befindet sich auf Augenhöhe
Peter Maffay erzählte von seiner fiktiven Figur Tabaluga: Dieser kleine grüne Drache geht durch das Leben, macht seine Erfahrungen und wächst heran. Er steht aber auch für Werte; und zwar
für Gerechtigkeit, Toleranz gegenüber allen, den richtigen Umgangston und für ein Miteinander auf gleicher Augenhöhe. Niemand sei besser oder schlechter. Keiner werde herablassend behandelt. Auch
für Kinder sei dies wichtig. Sie wollen ernst genommen werden, so Maffay.
Kinder bräuchten darüber hinaus Schutzräume: Bildung, Familie und das Recht. Ein gut formuliertes Gesetz trüge dazu bei, dass sich Kinder sicherer fühlen könnten. "Wir müssen die Kinder
ernst nehmen. Sie machen sich klare dezidierte Gedanken über ihre Zukunft. Sie sind unsere Zukunft. Es gibt Kulturen, in denen Kinder und auch die Älteren viel früher für voll genommen werden.
Wir sind eine Gesellschaft und sollten uns auch so verhalten," unterstrich Maffay.
Wie Kinder beteiligt werden
Wie sehen eine stärkere Beteiligung und mehr Rechte für Kinder konkret aus? Der Bürgermeister der Stadt Dormagen Heinz Hilgers ist hierfür ein Paradebeispiel. Er hat durchgesetzt, dass es
in seiner Kommune ein Kinderparlament gibt, welches einmal im Monat tagt. Die Aussagen der Jungen und Mädchen werden ernst genommen und im Stadtparlament vorgetragen. Hilgers ließ eine spezielle
Software entwickeln. Dadurch sei es möglich, dass die Kinder mithelfen könnten, Spielplätze zu entwerfen.Es gibt dadurch nur Geräte wie sie unserem Nachwuchs auch Freude bereiten. Die Kinder
können im Internet (siehe Infokasten) alles bewerten; von Spielplätzen, über Kindertagesstätten bis hin zu Schulen und Schulessen. Der Bürgermeister Hilgers merkte auch an, dass jeder ein
Erzieher sei, denn wir erziehen durch unser Vorbild und Beispiel.
Warum Kinderrechte ins Grundgesetz?
Den SPD-Aufruf bezeichnete Hilgers als enorm wichtig. Denn wenn dieser erst einmal in unserer Verfassung verankert sei, so müssten alle Gesetze von den gesamten Gerichten verfassungsgemäß
ausgelegt werden. Die Bundesregierung müsste alles Recht, das sie erlassen habe, auf diesen Grundgesetzartikel hin überprüfen. Auf diese Weise könne verhindert werden, dass Kindergärten oder
Spielplätze wegen der Anwohner geschlossen werden müssten.
Mittlerweile sind die Grünen, die Linkspartei und sogar die FDP für den SPD Aufruf, ergänzte Manuela Schwesig. Lediglich Frau Merkel habe die Notwendigkeit noch nicht erkannt. "Das
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat einen Beschluss gefasst, für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu votieren. Es wird nun auf den neuen Bundestag ankommen."
Rote Luftballons für die Verfassungsänderung
Die Kinder des Kreativhauses stellten zum Abschluss der Kundgebung ihre Projekte vor. Damit wollten darlegen, welche Rechte für sie in dem Grundgesetz verankert werden sollten. Sie nannten
das Recht auf Freizeit, Schutz vor Gewalt, auf eine Familie, auf Gleichbehandlung und auf Schutz vor Diskriminierung und Ausgrenzung. Sie betonten zudem ihre Individualität: Sie wollen das Recht
auf einen Namen und nicht "ey du da" genannt werden. Dies zeige, dass Kinder Persönlichkeiten seien, die ernst genommen werden wollen, so Schwesig.
Die Wünsche der Kinder wurden an rote SPD Luftballons angebunden und in den Himmel geschickt. Wie weit sie geflogen sind, weiß niemand. Hoffentlich hat wenigstens einer das Kanzleramt
erreicht.
Peter Maffay unterstützt den SPD Aufruf (Foto: Köcher).
Initiiertes Projekt von Heinz Hilgers:
www.kinder-stadtplan.de
Das Kreativhaus in Berlin-Mitte:
http://www.kreativhaus-tpz.de/
Zur Kampagnenseite des SPD-Aufrufes:
www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de







