Artikel (Archiv) > Was wird aus der Wirtschaft von morgen?

Hauptinhalt

Artikel (Archiv)

Übersicht

Icon   Eurokrise

Was wird aus der Wirtschaft von morgen?

Edda Neumann • 12. September 2009

Foto: Rotbuch Verlag
Foto: Rotbuch Verlag

Gemeinsam mit Jürgen Trittin, Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl für Bündnis 90/Die Grünen stellte Stephan Kosch sein neues Buch "Expeditionen im Krisengebiet" im taz-Café in Berlin vor. Der ehemalige Bundesumweltminister lobte das Buch als "anschaulich und lebendig erzählt".

Der taz- und Wirtschaftsjournalist Stephan Kosch hat in Wirtschaft, Industrie und Politik nach Anzeichen für den Aufbruch in eine neue ökologisch und sozial verträgliche Weltwirtschaft gesucht. Werden wirklich neue Konzepte entwickelt oder wird die Chance, unsere Welt noch zu retten, gerade verspielt?

Bei seinen Recherchen stieß der Autor auf eine "erstaunliche Ruhe im Krisengebiet". "Alles scheint ruhig und harmlos", so der erste Eindruck. "Die Krise ist in meinem Leben noch nicht angekommen", gibt Kosch zu. "Sie bleibt virtuell".
Jürgen Trittin hat hierfür eine Erklärung. Er spricht hier von der "Ungleichzeitigkeit" des Crashs. Das bedeute, dass in den "Epizentren" der Krise - also in den Banken - schon längst die "Normalität" eingekehrt sei und während die Auswirkungen die Haushalte noch nicht in vollem Umfang erreicht hätten.

Suche nach dem Green New Deal

Stephan Kosch fühlt den Verantwortlichen in den unterschiedlichen Branchen auf den Zahn: angefangen bei Aktienhändlern und Banken über Energiekonzerne und Versicherungen bis hin zum Verbraucher. Er untersucht, was speziell Politiker unabhängig vom Wahlkampf und Fernesehauftritten in dieser Sache bewegt. Aber auch die Wissenschaftler und Lobbyisten stehen auf der Agenda des Autors, wenn es um die Zukunft der Weltwirtschaft geht. Hier interessiert ihn, wie ernst ist es die Politik mit der Schaffung eines weltweiten Regelwerkes meint, das nicht nur neue Finanzkrisen verhindert, sondern zu einer moderaten Klimapolitik führt.

"Auf der Suche nach einer neuen Wirtschaft" lautet der Untertitel des Buches. Stephan Kosch sucht nach dem Green New Deal, der -angelehnt an den Weg der USA aus der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre - in eine ökologische und sozial verträgliche Ökonomie führen soll. Eine Trendwende hin zu einem ökologischen Umbau der Industriegesellschaft konnte er allerdings nicht finden.

"Expeditionen im Krisengebiet" deckt Missstände auf, gibt Anregungen und appelliert an die Verantwortlichen, schnellstens etwas zu unternehmen, um das Schlimmste zu verhindern. Auch der Verbraucher könne seinen Anteil leisten, etwas zu verändern. "Dieser Satz ist banal und zugleich richtig", so Trittin abschließend, denn "nur ein mündiger Konsument kann unter ökologischen Rahmenbedingungen etwas tun".

Edda Neumann


Stephan Kosch: Expeditionen im Krisengebiet. Auf der Suche nach einer neuen Wirtschaft, Rotbuch 2009, 160 Seiten, 9,90 Euro, ISBN-13: 978-3867890908 Hier bestellen...

Inhalt rechte Spalte

 

Hauptinhalt 2

Buchtipp

Westend Verlag

Icon Rezension; Jürgen Roth: „Gazprom – Das unheimliche Imperium"

Putins unheimliches Imperium

Icon Rezension; Rudolf Hickel: „Zerschlagt die Banken"

„Zerschlagt die Banken"

Icon Rezension; Hans-Christian Jasch: „Staatssekretär Wilhelm Stuckart und die Judenpolitik"

Massenmord, geplant von Beamten

Icon Kathrin Hartmann: "Wir müssen leider draußen bleiben"

Von der Politik über den Tisch gezogen

Interview

Eren Güvercin

Icon Eren Güvercin im Interview

„Ich habe nie ein Identitätsproblem gehabt“

Icon Interview mit Frank Mentrup

Lust auf den Wechsel

Icon Interview mit dem Deutsch-Iraner Omid Pouryousefi

"Viele haben die Nase voll"

Icon Interview mit Katja Kullmann

„Dann ist da diese andere europäische, große Idee, die wir Sozialdemokratie nennen“

Veranstaltung

vorwärts-Fest in Bayern

Icon vorwärts-Fest

„Der Wandel in Bayern hat angefangen!“

Icon Buchvorstellung

Naziverbrecher ohne Reue

Icon Fotoausstellung im Willy-Brandt-Haus

Das kulturelle Gesicht Afghanistans

Icon Bildungspolitik

Gleiche Chancen für alle?

Kolumne

Icon Willst du mit mit (wählen) gehen?

Das Allerletzte von Martin Kaysh

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Icon Abzug aus Afghanistan

Global gedacht von Rafael Seligmann

Icon Notiert von Uwe Knüpfer

Berliner Tagebuch

Filmtipp

Cengos (Abdullah Ado) Kindheit endet mit schmerzhaften Verlusterfahrungen.

Icon Film der Woche: Mes – Lauf!

Der stumme Schrei nach Leben

Icon Film der Woche: Kill me please

Selbstmord inklusive

Icon Film der Woche: Die Vermissten

Mit dem Rücken zum Nichts

Icon Film der Woche: Medianeras

Wir sind die Stadt